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Bahnradfahrerin Friedrich : Furiose Bahn-WM

  • Aktualisiert am

Lea Sophie Friedrich nach dem Zeitfahren über 500 Meter. Bild: dpa

Lea Sophie Friedrich erkämpft sich vier Medaillen bei der Weltmeisterschaft im französischen Roubaix. Nach Siegen im Einzelsprint, Teamsprint und im Zeitfahren, folgt nun noch Gold im Keirin.

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          Es ist keine Woche her, da saß Lea Sophie Friedrich in einem Hotelzimmer nahe Roubaix und strahlte nicht besonders viel Zuversicht aus. Sie sei nach der Bahnrad-EM in Grenchen krank geworden und habe eine Woche ausschließlich im Bett verbracht, man müsse für die WM-Tage nun erstmal schauen. Vor dem Abschlusstag in Nordfrankreich lässt sich nun festhalten: Die Kräfte haben gereicht, die im Sprint nötige Spritzigkeit war schnell zurück und die Medaillen holte sich die 21-Jährige beinahe spielerisch.

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          Gold im Teamsprint, Silber im Sprint und Gold im Zeitfahren über 500 Meter: Friedrich hat ihr Soll übererfüllt und ein extremes Pensum im Vélodrome abgespult. „Eigentlich wollte ich die 500 Meter gar nicht fahren. Das darf man eigentlich gar nicht erzählen. Man konnte mich nicht abmelden. Da hab ich gesagt: Scheiß drauf, Lea, dann verteidige ich einfach meinen Titel“, erzählte Friedrich – noch immer total aufgewühlt – nach der Goldmedaille.

          Einen Tag danach gewann Friedrich souverän die Goldmedaille im Keirin und bescherte dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) noch einen weiteren Titel. Hinze und Pauline Grabosch hatten auf das abschließende Sprintrennen im Vélodrome angeschlagen verzichtet. Hinter Friedrich komplettierten Mina Sato aus Japan und die Russin Jana Tyschtschenko die Medaillenränge. Die deutschen Sprint-Frauen haben damit wie im Vorjahr in Berlin alle vier möglichen Goldmedaillen gewonnen.

          Ärger aus Tokio ist verflogen

          Keirin wird in Fachkreisen auch als Kampfsprint bezeichnet und ist eine Disziplinenvariante mit Ursprung in Japan. Üblicherweise gehen sechs Fahrerinnen auf eine sechs Runden lange Distanz, von denen ein Schrittmacher die erste Rennhälfte anführt und das Tempo in diesem  Zeitraum Stück für Stück erhöht. Auf den letzten drei Runden ist das Rennen dann frei und eröffnet.

          All der Ärger bei Olympia, als Friedrich und Emma Hinze nach der gemeinsamen Silbermedaille im Teamsprint konsterniert wirkten, scheint bei der WM verflogen. „Das ist unfassbar. Ich lag eine Woche flach, habe gar nichts gemacht und nur mit mir gekämpft. Das ist Wahnsinn“, sagte Friedrich. 

          Noch immer plagten sie Schnupfen und Husten, sie sei auch während der Wettkampftage ein Stück angeschlagen. „Ich fühle mich trotzdem fit.“ Nicht so glücklich wirkte Pauline Grabosch, die als Vierte nur knapp an einer Medaille vorbeifuhr. Grabosch wischte sich nach dem wiederholt knappen Scheitern an einer Einzelmedaille eine Träne aus dem Auge. Ein Trost bleibt ihr: Teamsprint-Gold mit Hinze und Friedrich. Sie fahre mit einem Regenbogentrikot nach Hause. „Was will man mehr?“, fragte Grabosch.

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