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Bahnrad-WM in Berlin : Hinze krönt sich zur Sprint-Königin

  • Aktualisiert am

Emma Hinze bejubelt ihren Weltmeistertitel im Sprint bei der Bahnrad-WM in Berlin. Bild: dpa

Emma Hinze holt sich auch im Sprint die Goldmedaille – und wird im Anschluss ungewohnt emotional. Die Männer müssen hingegen weiterhin auf eine Medaille bei der Heim-WM warten.

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          Bei Emma Hinze kullerten auf dem Holzoval vor lauter Freude die Tränen, dann schnappte sie sich die schwarz-rot-goldene Fahne und ließ sich beim Heimspiel feiern. Deutschland hat nach dem Ende der Ära Kristina Vogel wieder eine Sprint-Königin. Die erst 22 Jahre alte Hildesheimerin holte sich am Freitagabend bei der Bahnrad-WM in Berlin nach Gold im Teamsprint auch den Titel in der Königsdisziplin. Damit knüpfte Hinze an die Erfolge der nach einem Trainingsunfall querschnittsgelähmten Vogel an, die insgesamt vier Mal den WM-Titel im Sprint geholt hatte.

          „Ich kann es nicht glauben. Ich habe noch nie geweint, wenn ich was gewonnen habe, aber das war einfach nicht zu erwarten“, sagte Hinze nach ihrem Coup und Bundestrainer Detlef Uibel schwärmte: „Grandios, überragend. So deutlich hat noch nie eine Sprinterin im Finale gewonnen. Respekt vor der Emma, die mental sehr stark war. Jetzt ist alles möglich, auch im Keirin hat sie alle Möglichkeiten.“

          Hinze, die im Finale in zwei Läufen gegen die Russin Anastasija Woinowa gewann, hat sich mit ihren Gala-Vorstellungen im Velodrom auch in die Rolle der Topfavoritin bei den Olympischen Spielen in Tokio katapultiert. Denn in Berlin fuhr sie in einer eigenen Liga: Schnellste Zeit in der 200-Meter-Qualifikation, auch danach blieb sie in allen Läufen ungeschlagen. Auch Titelverteidigerin Wai-Sze Lee aus Hongkong war im Halbfinale chancenlos. Für den Bund Deutscher Radfahrer war es am dritten Wettkampftag die dritte Medaille – und alle für die Frauen.

          Männer enttäuschen im Velodrom

          Vergleiche mit Vogel sind Hinze unangenehm, „weil wir auch komplett verschiedene Typen sind“. Doch mehr und mehr entwickelt sich die Blondine zu einer Ausnahmeathletin, wie es Vogel war. Hinze ist damit dem Kreis von nur drei deutschen Sprint-Weltmeisterinnen beigetreten. Neben Vogel war 1986 noch Christa Luding-Rothenburger der Titel geglückt.

          Bei den deutschen Männern gab es dagegen weitere Enttäuschungen, trotz des Deutschen Rekords durch Felix Groß in der 4000-Meter-Einerverfolgung. Die Zeit von 4:08,928 Minuten reichte aber nur zum fünften Platz, womit der Leipziger die Medaillenläufe knapp verpasste. Seinen Weltrekord verbesserte der Italiener Filippo Ganna, der in der Qualifikation in 4:01,934 Minuten gestoppt wurde und sich im Finale gegen den Amerikaner Ashton Lambie auch den Titel holte.

          Im 1000-Meter-Zeitfahren reichte es für Maximilian Dörnbach (Erfurt) in 1:00,600 Minuten zum sechsten Platz. Den Titel holte sich der Niederländer Sam Ligtlee (59,495 Sekunden) vor den beiden Franzosen Quentin Lafargue (59,749) und Michael D’Almeida (1:00,103). Der frühere Weltmeister Joachim Eilers war als Zehnter in der Qualifikation ausgeschieden. Im Punktefahren belegte Moritz Malcharek beim Sieg des Neuseeländers Corbin Strong den 13. Platz.

          Aufregung um Radprofi Mørkøv

          Aufregung gab es unterdessen am Freitag um den bei der UAE-Tour vorzeitig abgereisten dänischen Radprofi Michael Mørkøv. Der 34-Jährige befindet sich derzeit isoliert in seinem Hotelzimmer in Berlin. Zwar besteht bei ihm aktuell nicht der Verdacht auf eine Erkrankung am neuartigen Coronavirus. Allerdings war Mørkøv am Donnerstag aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgereist, noch bevor die Rundfahrt wegen der möglichen Erkrankung zwei italienischer Mitglieder eines Teams abgebrochen worden war.

          Dem dänischen Verbandspräsidenten Henrik Jess Jensen zufolge dürfe Mørkøv am Sonntag im Madison aber starten, wie die Zeitung „Politiken“ berichtet. Das wollte die UCI am Freitag noch nicht bestätigen. „Wir warten auf die Ergebnisse der in Abu Dhabi durchgeführten Diagnosetests, um über die Weiterverfolgung der bisher im Rahmen der Meisterschaften in Berlin durchgeführten Präventionsmaßnahmen zu entscheiden“, hieß es in einer Stellungnahme.

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