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Bahnrad-WM : Bötticher holt drittes Gold

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Knappes Ding: Stefan Bötticher gewinnt Gold Bild: AFP

Der Bund Deutscher Radfahrer hat bei der Bahn-WM in Minsk das beste Ergebnis seit 2000 erzielt. Am Schlusstag holte Stefan Bötticher Gold im Sprint. Eine deutsche Weltmeisterin beendet die WM derweil mit einer Gehirnerschütterung.

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          Der sonst so hart gesottene Bundestrainer Detlef Uibel saß mit Tränen in den Augen in der Box. Stefan Bötticher riss sich den Helm herunter und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf. Mit einer taktischen Meisterleistung hatte sich der Chemnitzer am Sonntag bei der Bahn-WM in Minsk erstmals die WM-Krone im Sprint erobert und die Topleistung des Verbandes glänzend abgerundet. Im Finale rang der 21-Jährige Europameister, der zum Auftakt der Titelkämpfe auch Gold im Teamsprint geholt hatte, Denis Dmitriew aus Russland in zwei Läufen nieder.

          Bötticher holte nach einem eindrucksvollen Sprintturnier erstmals seit 2005 den Titel wieder nach Deutschland und zog den goldenen Schlussstrich unter die positive WM-Bilanz des BDR: Der Verband konnte über drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen jubeln - dem besten Ergebnis seit 2000. „Ich freue mich jetzt erstmal, dass die WM vorbei ist und ich meine Rennhose ausziehen kann“, sagte Bötticher völlig ausgepumpt. Zum Auftakt hatte er bereits den Teamsprint-Titel gewonnen und Platz sechs im Keirin belegt. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft. Ich werde weiter hart arbeiten. Es gibt noch was Größeres zu gewinnen“, sagte Bötticher. Uibel würdigte vor allem das taktische Geschick: „Endlich haben wir wieder einen richtigen Sprinter. Er hat seine Nominierung mehr als gerechtfertigt.“

          Welte mit Gehinrerschütterung

          Für die Teamsprint-Weltmeisterinnen Kristina Vogel aus Erfurt und Miriam Welte aus Otterbach endete die WM unglücklich. Beide stürzten im Keirin. Während sich Welte eine Gehirnerschütterung zuzog, blieb Vogel unverletzt. Zuvor hatte die 21-Jährige am Samstag mit Silber im Sprint ihre zweite Medaille gewonnen. „Gold war zum Greifen nahe. Aber ich habe einfach zu viele Fehler gemacht“, ärgerte sich die Erfurterin nach der 1:2-Niederlage gegen die Britin Rebecca James, die auch im Keirin triumphierte. Immerhin beendete auch Vogel eine lange Durststrecke. Es war die erste Sprinterinnen-Medaille seit elf Jahren.

          Im Ausdauerbereich sorgten Henning Bommel und Theo Reinhardt im Madison für die erste BDR-Medaille seit 2008. Die beiden drittplatzierten Berliner kamen nach 50 Kilometern auf 13 Punkte. Den WM-Titel sicherten sich die Franzosen Vivien Brisse und Morgan Keisky (18) vor Spanien (15). „Wir sind superglücklich“, sagte Bommel, der am Samstag in Minsk seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte. Europameister Lucas Liß aus Unna bestätigte im Omnium seine gute Winterform, obwohl er als Vierter eine Medaille knapp verpasste. Die BDR-Funktionäre präsentierten sich mit stolzgeschwellter Brust. „Die Ergebnisse jetzt sind nicht gleichzustellen mit einem vorolympischen Jahr, aber wir sind sehr, sehr zufrieden. Wir haben bewiesen, dass wir zu den führenden Bahn-Nationen gehören“, bilanzierte BDR-Sportdirektor Patrick Moster.

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