https://www.faz.net/-gtl-9ls4m

Basketballer Andrej Mangold : Das Experiment mit dem „Bachelor“

  • -Aktualisiert am

Freundin Jennifer Lange (links) begleitete Andrej Mangold an seinem ersten Tag bei den Skyliners. Bild: dpa

Durch seine Rolle als heiß umworbener Junggeselle in der RTL-Show „Der Bachelor“ wurde Andrej Mangold bekannt. Nun bekommt er einen Vertrag in der Basketball-Bundesliga. Was steckt dahinter?

          2 Min.

          Er ist so etwas wie der Rosenkavalier der Fraport Skyliners. Andrej Mangold stößt zum Basketball-Bundesligateam von Trainer Gordon Herbert und erhält einen Vertrag bis zum Saisonende. Mangold, einst Spieler in Bonn, Göttingen Quakenbrück und Würzburg ist 32 Jahre alt, sieht fit aus wie ein fabrikneuer Turnschuh und soll in den kommenden Tagen und Wochen in das darbende Frankfurter Team als Point Guard und Flügelspieler integriert werden.

          Größere Prominenz als auf dem Parkett hat sich Mangold im Fernsehen erworben. In der RTL-Show „Der Bachelor“ gab er den heiß umworbenen Junggesellen, der an die Kandidatin stets dann eine Rose weiterreichte, wenn er ihrer noch nicht überdrüssig war. Die anderen bekamen einen Korb. Nun will Mangold im Basketball wieder Körbe erzielen. Nach der Rückkehr aus dem Showbiz versucht sich der 1,90 Meter große, athletische Sportler wieder in der Welt, in der er sich nach eigenen Worten eher beheimatet fühlt als im Scheinwerferlicht. Nein, sagte Mangold am Dienstag bei seiner viel beachteten Präsentation im Trainingszentrum der Skyliners, die Rückkehr in den Basketball sei kein Kulturschock für ihn gewesen. „Es war eher anders herum. Der Einstieg ins Fernsehgschäft war einer.“

          Am Dienstag absolvierte er eine erste Trainingseinheit mit seiner neuen Mannschaft. Die Muskelkatergefahr war wohl eher gering, denn Mangold hat sich von einem Basketball-Coach und einem Personal Trainer in den vergangenen Wochen ausgiebig quälen lassen, um einen erstklassigen Wiedereinstieg realistischer zu machen. Headcoach Herbert bezeichnet die späte Verpflichtung Mangolds diplomatisch als eine „Investition in die Zukunft“. Was bedeuten könnte, dass Mangold in Frankfurt eine Chance erhält, in dieser Saison Spielminuten zu sammeln, um eventuell in der kommenden Spielzeit die Skyliners zu unterstützen. Im bevorstehenden Spiel am Freitag gegen den Tabellenletzten Jena wird der „Bachelor“ noch nicht mitwirken können – „aufgrund bestehender Verträge“, wie der Verein wissen ließ.

          Trainer Gordon Herbert (links) und Geschäftsführer Gunnar Wöbke nehmen Mangold in die Mitte.
          Trainer Gordon Herbert (links) und Geschäftsführer Gunnar Wöbke nehmen Mangold in die Mitte. : Bild: dpa

          Natürlich fragt man sich, warum die Frankfurter einen Spieler verpflichten, dessen letzter Einsatz im November 2017 für das damals von Dirk Bauermann trainierte Würzburger Basketballteam datiert. Nach Unterfranken war der Point Guard nach einem auskurierten Kreuzbandriss gewechselt. Fünf Spiele später war Schluss in Würzburg. Eigentlich hatte sich Mangold in der Slowakei MBK Handlova anschließen wollen, aber dann kam das Angebot von RTL. Und aus dem Basketball-Profi wurde der Bachelor.

          Für die Skyliners ist der Promi-Neuzugang sicherlich eine Chance, in einer ziemlich schlecht gelaufenen Saison frische Aufmerksamkeit zu schaffen. Die Play-off-Runde werden die Frankfurter aller Voraussicht nach verpassen – und bald schon könnte das Interesse der Zuschauer nachlassen. Showstar Mangold könnte diesen Effekt abmildern. Dass die Skyliners die einzige noch verbliebene Lizenz nicht an einen Profi vergaben, der ihnen im Kampf um einen Platz in der Runde der besten acht Teams sofort hätte weiterhelfen können, lässt zwei Interpretationen zu: Die Frankfurter haben keine Hoffnungen mehr auf einen Play-off-Einzug. Oder wollten am Ende der Spielzeit nicht mehr so viel Geld in die Hand nehmen.

          Die Tatsache, dass Mangolds Management und sein Geschäftspartner in den Wechsel involviert waren, spricht für eine wirtschaftlich risikolose Angelegenheit für die Skyliners. Mangold zog sich auf die Frage nach dem ökonomischen Hintergrund eloquent aus der Affäre: „Es war nicht so schwer, ein Agreement zu finden.“ Nun bleibt abzuwarten, ob das Bachelor-Experiment glückt. Immerhin haben die Frankfurter Profis nun einen in ihren Reihen, auf den sich die Kamera-Objektive sicherlich öfter richten werden als auf andere. Egal, wie gut sie spielen.

          Weitere Themen

          Jede Menge Mut

          Hannover 96 : Jede Menge Mut

          Kenan Kocak krempelt bei Hannover 96 vieles um. Der Trainer steht für Sachlichkeit und Geradlinigkeit – so soll der Aufstieg geschafft werden.

          Topmeldungen

          Es sieht so aus, dass amerikanische Nutzer Tiktok auch weiterhin aufrufen können.

          Trump ist einverstanden : Neuer Deal soll Tiktok in Amerika retten

          Eigentlich sollte heute das Ende der chinesischen Video-App auf dem amerikanischen Markt eingeläutet werden. Nun haben sich gleich zwei Unternehmen gefunden, die gemeinsam eine Lösung bieten wollen. Washington reagiert positiv.
          Dunkle Wolken über Mehrfamilienhäusern aus der Gründerzeit im Prenzlauer Berg (Archivbild)

          Immobilienmarkt : Der Mietendeckel verschärft Berlins Wohnungsnot

          In Berlin können Mieter bald verlangen, die Miete auf eine gesetzlich vorgegebene Grenze zu senken. Schon jetzt wirkt sich das umstrittene Instrument zur Preisdämpfung massiv auf den Wohnungsmarkt aus. Selbst die Genossen sind verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.