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Hindleys Hunger auf Kletterei : Der Mann der Stunde beim Giro d’Italia

  • -Aktualisiert am

Jan Hindley holt sich den Tagessieg auf der Königsetappe des diesjährige Giro d’Italia. Bild: AP

Das deutsche Team Sunweb überzeugt beim Giro d’Italia nun auch als Rundfahrt-Mannschaft. In Rosa fährt der Niederländer Wilco Keldermann, doch den stärksten Eindruck macht ein Australier.

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          Das deutsche Team Sunweb kann in der Pandemiesaison offenbar alles. Bei der Tour de France konzentrierte sich der Radrennstall ganz auf Etappensiege – und holte drei davon. Auch bei Klassikern war man erfolgreich. Und jetzt beim Giro d’Italia überzeugt Sunweb als Rundfahrt-Mannschaft. Am Donnerstag eroberte sie am Stilfser Joch dank einer bravourösen Kollektivleistung Platz eins und zwei in der Gesamtwertung durch Wilco Kelderman und Jai Hindley und krönte die Performance noch mit dem Etappensieg von Hindley. Es winkt ein Doppelsieg am Sonntag in Mailand. Und es wird spannend: Keldermans Vorsprung vor Hindley beträgt nur zwölf Sekunden.

          Nico Denz ist der Motor von Sunweb, wenn das Gelände flach bis wellig ist. Bei der 18. Etappe über das Stilfser Joch fuhr der 26-Jährige etwa 80 Kilometer lang an der Spitze des Feldes und sorgte dafür, dass die zehnköpfige Fluchtgruppe ihren Vorsprung kaum vergrößern konnte. Dies legte den Grundstein für Hindleys Etappensieg.

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          „Der stärkste von allen im Peloton“

          Und obwohl Kelderman Spitzenreiter ist: Der Mann der Stunde ist Hindley. Der 24 Jahre alte Australier legte schon auf der 15. Etappe beim Anstieg nach Piancavallo einen famosen Auftritt hin. Am Stilfser Joch war er der Einzige, der der überraschenden Attacke des Ineos-Duos Rohan Dennis und Tao Geoghegan Hart folgen konnte. Kelderman fiel zurück, bleibt aber im Rosa Trikot. „Hindley ist der stärkste von allen hier im Peloton“, sagt Rafal Majka, Profi in Diensten von Bora-hansgrohe. Hindley wirkt tatsächlich, als könnte ihm nichts und niemand bei diesem Giro etwas anhaben.

          Jai Hindley ist seit drei Jahren Profi, dieser Giro ist seine dritte Grand Tour. Auch die italienischen Verhältnisse kennt er gut. Ein Jahr lang fuhr er in einem Nachwuchsteam aus den Abruzzen. „Die italienischen Berge gefallen mir. Es ist einfach toll, sie zu fahren. Und je länger die Anstiege sind, umso besser“, sagt Hindley. Während für seinen Kapitän Kelderman der Giro am besten schon jetzt zu Ende sein könnte, scheint Hindleys Hunger auf Kletterei ungebrochen. Zu Beginn dieser Saison gewann er bereits die Jayco Herald Sun Tour im heimatlichen Australien.

          Im Gegensatz zu vielen Kollegen, die ihre Ziele wegen des veränderten Rennkalenders modifizieren mussten, war der Giro von Beginn an sein großes Saisonziel. Daran änderte auch die Verschiebung in den Herbst nichts. Im Team scheint er größeren Rückhalt zu haben als Kelderman, der in der nächsten Saison zu Bora-hansgrohe wechselt. Ein deutliches Zeichen für den Machtwechsel war, dass der Mannschaftswagen am Donnerstag nicht Kapitän Kelderman, sondern Youngster Hindley folgte.

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