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Australian Open : Serena Williams scheitert im Achtelfinale

„Ich habe so viele Bälle verschlagen wie zuletzt in den Achtzigern“: Serena Williams nach ihrer Niederlage. Bild: dpa

Die große Turnierfavoritin scheidet im Achtelfinale der Australian Open aus. Serena Williams unterliegt überraschend Ana Ivanovic. Auch nicht gut läuft es für die letzten beiden Deutschen in Melbourne.

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          Wer also sollte diese Serena Williams beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres eigentlich stoppen können? Niemand, hatte Daniela Hantuchova in einer Kolumne für die Melbourner Tageszeitung „The Age“ behauptet, und die Slowakin musste es ja eigentlich wissen – sie hatte in der dritten Runde der Australian Open gegen die Weltranglistenerste 3:6 und 3:6 verloren. „Serena ist die beste Spielerin, die es je gegeben hat“, schrieb sie, „und sie wird mit ihren 32 Jahren immer noch besser.“

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Prognosen im Sport aber haben mitunter eine verblüffend geringe Halbwertzeit, und am Sonntag rieben sich deshalb in der Rod-Laver-Arena alle die Augen: Die große Turnierfavoritin verlor 6:4, 3:6 und 3:6 gegen die Serbin Ana Ivanovic, die damit endgültig auf die große Bühne zurückkehrte.

          Seit ihrem Sieg bei den French Open 2008 hatte sie nur noch einmal ein Viertelfinale bei einem der vier Grand-Slam-Turnier erreichen können, doch nun unterstrich die frühere Weltranglistenerste mit einer herausragenden Vorstellung, dass mit ihr wieder zu rechnen sein wird.

          Wenig erfreulich endete der Tag dagegen für die letzten im Wettbewerb verbliebenen deutschen Teilnehmer: Angelique Kerber unterlag der vor allem im ersten Satz groß aufspielenden Italienerin Flavia Pennetta 1:6, 6:4 und 5:7, und der Bayreuther Florian Mayer scheiterte trotz einer lange sehenswerten Vorstellung 7:6, 5:7, 2:6 und 1:6 am spanischen Weltranglistendritten und Dauerläufer David Ferrer.

          Ana Ivanovic meldet sich mit einem Paukenschlag zurück

          Nach dem Ausscheiden von Serena Williams sind die Chancen der Weißrussin Viktoria Azarenka auf eine Titelverteidigung zwar erheblich gestiegen, aber die Weltranglistenzweite sollte die neue Konkurrenz besser im Auge behalten. Ana Ivanovic spielte so gut wie schon lange nicht mehr, und als sie ihre Chance gegen die eigentlich übermächtige Gegnerin witterte, steigerte sie sich im dritten Satz noch einmal.

          Nicht einmal ihr Aufschlag, ansonsten die größte ihrer vielen Stärken auf dem Tennisplatz, konnte Serena Williams diesmal retten – Ana Ivanovic erspielte sich kaum für möglich gehaltene 14 Breakpunkte gegen die Amerikanerin, erzielte zudem 32 direkte Punktgewinne und erwies sich auch noch als nervenstark.

          Aus und vorbei: Serena Williams gewinnt vorerst keinen weiteren Grand-Slam-Titel

          Sie gewann ihre beide letzten Aufschlagspiele jeweils zu null. Wie im vergangenen Jahr, als sie, gehandikapt durch eine Bänderdehnung im Viertelfinale an ihrer Landsfrau Sloane Stephens gescheitert war, konnte Serena Williams allerdings auch an diesem Tag nicht so wie sie wollte. Wegen Rückenschmerzen hatte sie schon erwogen, gar nicht erst anzutreten. „Aber das soll die Leistung von Ana nicht schmälern. Sie hat großartig gespielt “ sagte die beste Spielerin der Welt.

          Viel hätte nicht gefehlt, und Angelique Kerber hätte zuvor ein Spiel noch gewonnen, in dem sie zunächst auf völlig verlorenem Posten gestanden hatte. Flavia Pennetta spielte im ersten Satz nahezu fehlerfrei, aber die Deutsche hatte sich im zweiten Durchgang in die Partie hineingekämpft und den Satzausgleich geschafft. Aller Kampfgeist allerdings nutzte schließlich nichts, weil sich die Kielerin die entscheidenden Ballwechsel schließlich verlor und vor allem abermals erheblich Probleme mit ihrem Aufschlag hatte.

          Nichts zu machen: Für Angelique Kerber war im Achtelfinale von Melbourne Endstation

          Vor allem der zweite Aufschlag scheint derzeit nicht gut genug, um bei einem Grand-Slam-Turnier mehr als ein Achtelfinale erreichen zu können. Gar nichts vorzuwerfen hatte sich der Bayreuther Florian Mayer, der gegen Ferrer den guten Eindruck bestätigte, den er in den ersten drei Runden hinterlassen hatte. Gegen den spanischen Dauerläufer, der niemals aufgibt und auch schier unerreichbare Bälle noch zurück spielt, hatte der Deutsche mit zunehmender Dauer allerdings keine Chance mehr.

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