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Australian Open : Kiefer ausgeschieden - Petkovic erleidet Kreuzbandriss

  • Aktualisiert am

Andrea Petkovic: „Ich habe sofort gemerkt, dass es etwas Schlimmes ist” Bild: AP

Nicolas Kiefer ist bei den Australian Open bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Der 30 Jahre alte Tennisprofi verlor gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero. Die deutsche Meisterin Andrea Petkovic zog sich einen Kreuzbandriss zu und muss mehrere Monate pausieren.

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          Nach seiner herben Schlappe suchte Nicolas Kiefer nicht lange nach Ausreden. „Da muss man nicht groß rumeiern, ich habe ganz klar verdient verloren“, sagte der 30 Jahre alte Tennisprofi aus Hannover am Dienstag nach der deutlichen 4:6, 3:6, 1:6-Erstrunden-Niederlage gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero bei den Australian Open.

          Noch bitterer verlief die Melbourne-Premiere für Andrea Petkovic. Die 20 Jahre alte Abiturientin aus Darmstadt stand gegen die Russin Anna Tschakwetadse keine drei Minuten in der Vodafone Arena auf dem Platz, als sie sich bei einem Vorhandschlag das Knie verdrehte und einen Kreuzbandriss zuzog. Die Fed-Cup-Spielerin wird damit drei bis sechs Monate ausfallen.

          Fünf deutsche Profis ausgeschieden

          Der schwarze Trainingsanzug, den Kiefer bei der Pressekonferenz trug, passte somit gut ins traurige Bild für das deutsche Tennis am zweiten Tag des Grand-Slam-Turniers in „Down under“: Außer Kiefer und Petkovic schieden in Benjamin Becker, Martina Müller und Angelika Bachmann noch drei weitere deutsche Profis aus. Nur Denis Gremelmayr und die 18 Jahre alte Grand-Slam-Debütantin Sabine Lisicki konnten die Bilanz mit ihren Siegen etwas aufpolieren.

          Die deutsche Meisterin wird mehrere Monate ausfallen

          Kiefer, der 2006 im Halbfinale der Australian Open gestanden hatte, präsentierte sich vor allem im dritten Satz völlig mut- und ideenlos gegen die Nummer 21 der Welt. „Ich wusste, dass es schwer werden würde, aber ich habe mich heute schlecht bewegt und bin schlecht zum Ball gestanden“, sagte Kiefer. Nach 125 Minuten beendete Ferrero das ungleiche Duell auf Außenplatz 6 mit einem Ass. Damit ist nach der Absage von Thomas Haas der frisch gekürte Auckland-Sieger Philipp Kohlschreiber der letzte deutsche Hoffnungsträger. Der 24 Jahre alte Augsburger stand in seinem Zweitrunden-Match am Mittwoch (Ortszeit) gegen den Russen Jewgeni Korolew vor einer lösbaren Aufgabe. „Ihm traue ich hier einiges zu“, sagte auch Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen.

          Mit gesenktem Haupt

          Definitiv mehr erhofft hatten sich die deutschen Fans von Kiefer. Immer wieder feuerte ein kleines Grüppchen in Schwarz-Rot-Gold den Hannoveraner an. „Kämpf noch mal, es ist noch nichts verloren“, riefen sie im zweiten Satz, „Auf geht's Kiwi, auf geht's“ sogar noch zu Beginn des dritten Satzes - doch während des nur 35 Minuten dauernden Durchgangs verstummten sie schließlich ganz. Mit gesenktem Haupt schlich Kiefer zum Netz und schüttelte immer wieder den Kopf.

          Ähnlich chancenlos war zuvor Benjamin Becker im ersten Spiel des Tages auf dem Center Court gegen den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic. Der Mettlacher musste sich dem Serben klar mit 0:6, 2:6, 6:7 (5:7) geschlagen geben. „Ich hatte einen ganz schlechten Start und habe es nicht geschafft, ihn aus dem Rhythmus zu bringen“, sagte Becker. „Er war einfach zu gut. Es ist sehr frustrierend, wenn man auf dem Platz steht und nicht weiß, wie man Punkte gewinnen soll.“ Im dritten Satz hatte der 26-Jährige, der 2006 bei den US Open die Karriere von Andre Agassi beendet hatte, bei 2:0-Führung eine Breakchance, konnte diese aber nicht nutzen. Im Tiebreak schließlich zeigte sich der an Nummer drei gesetzte Djokovic nervenstärker.

          Sabine Lisicki: „Mein Ziel ist die Nummer eins“

          Erfreulich aus deutscher Sicht waren die Auftritte von Gremelmayr und der international bislang unbekannten Sabine Lisicki. Die 18-Jährige, die im Camp von Nick Bollettieri in Florida trainiert, bezwang die an Position 16 eingestufte Russin Dinara Safina. Gremelmayr, der sich erst durch die Qualifikation in das Hauptfeld gekämpft hatte, setzte sich gegen den Argentinier Sergio Roitman 6:1, 0:6, 6:4, 7:5 durch. Lisicki überraschte nicht nur auf dem Platz. „Mein Ziel ist es, die Nummer eins der Welt zu werden“, sagte sie forsch.

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