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Australian Open : Eine junge Qualifikantin rettet die deutsche Ehre

  • Aktualisiert am

Sabine Lisicki ist die deutsche Überraschung bei den Australian Open Bild: AP

Sieben von acht deutschen Tennisspielerinnen sind bei den Australian Open ausgeschieden. Nur eine Qualifikantin ist noch im Turnier - und wie. Die 18 Jahre alte Sabine Lisicki steht in Runde drei. Eine Belohnung für ihr starkes Debüt hat sie schon sicher.

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          Auf ihrer Homepage im Internet lief die sensationelle Neuigkeit aus der Ferne sofort als „breaking news“ durch das Bild: Die 18 Jahre alte Sabine Lisicki steht bei ihrem ersten Grand-Slam-Turnier in der dritten Runde. „Hut ab vor dieser Leistung. Sich in diesem Alter beim ersten großen Turnier so zu präsentieren, macht Mut für die Zukunft“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner nach dem überzeugenden 6:1, 7:5-Erfolg gegen die Ukrainerin Maria Korytzewa.

          Lisicki ist damit die einzige von acht gestarteten deutschen Tennisspielerinnen, die bei den Australian Open noch dabei ist. Denis Gremelmyar verpasste dieses Ziel knapp. Beim 6:4, 2:6, 3:6, 6:2, 7:9 gegen den Amerikaner Vincent Spadea vergab der 26 Jahre alte Linkshänder aus Lampertheim drei Matchbälle.

          „Man muss aufpassen, dass man nicht abgeschossen wird“

          Damit ist auch von den acht deutschen Herren nur noch einer im ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres vertreten: Philipp Kohlschreiber kämpft am Freitag gegen 11 Uhr deutscher Zeit in der Rod Laver Arena gegen den Weltranglisten-Sechsten Andy Roddick (Vereinigte Staaten) um den Einzug ins Achtelfinale.

          Großen Grund zur Freude: Sabina Lisicki glänzt in Melbourne

          „Großer Platz, schwere Aufgabe, wo ich mit Sicherheit nicht in der Favoritenrolle stecke“, sagte Kohlschreiber vor seinem mit Spannung erwarteten Auftritt. „Er hat es gut drauf, die Gegner einzuschüchtern, denn er hat einen Bombenaufschlag. Da muss man immer aufpassen, dass man nicht abgeschossen wird. Ich versuche auf jeden Fall, selbstbewusst aufzutreten“, meinte der 24-jährige Augsburger.

          Die nächste Gegnerin ist auch nicht unbezwingbar

          Selbstbewusst, couragiert und nervenstark präsentierte sich auch Lisicki auf dem abgelegenen Außenplatz 19 - und als Belohnung darf sie sich nun auf ihr Debüt für das deutsche Fed-Cup-Team freuen. Bei der Erstrunden-Partie Anfang Februar in den Vereinigten Staaten werde sie dabei sein, verriet Rittner am Donnerstag in Melbourne. Das genaue Aufgebot wolle sie aber erst in der kommenden Woche bekannt geben.

          Gut möglich, dass die blonde, 1,79 Meter große Hoffnungsträgerin für das deutsche Damentennis dann immer noch im Treiben der Großen mitmischen darf. Denn auch die 17 Jahre alte Weltranglisten-64. Caroline Wozniacki (Dänemark) dürfte am Samstag nicht unbezwingbar sein. „Ich habe gemerkt, dass ich oben mithalten und auch die Großen schlagen kann“, verkündete Lisicki.

          Mein Ziel? „Ich will die Nummer eins der Welt werden“

          Momentan wird sie an Nummer 194 der Welt geführt, doch nach drei Siegen in der Qualifikation landete sie in der ersten Runde mit dem Erfolg gegen die Weltranglisten-16. Dinara Safina (Russland) den ersten Coup. Und an ihrem langfristigen Ziel lässt Lisicki, die die Schweizerin Martina Hingis „wegen ihrer schlauen Spielweise“ und die Französin Mary Pierce „wegen ihrer Power in den Schlägen“ bewundert, ebenfalls keinen Zweifel: „Ich will die Nummer eins der Welt werden“, sagte die freche Aufsteigerin unverblümt.

          Als sie nach ihrem Zweitrunden-Sieg gefragt wurde, was ihre größte Schwäche sei, sagte sie: „Keine Ahnung.“ Vermutlich hat sie dieses Auftreten in Florida in Nick Bollettieris berühmter Akademie gelernt. Dort trainiert sie die eine Hälfte des Jahres, die andere schuftet sie in Berlin beim Traditionsclub LTTC Rot-Weiß.

          Kleine logistische Probleme mit der Hotelunterkunft

          Vor zwei Jahren warf sie ein Ermüdungsbruch im Fuß zurück, doch jetzt soll es stetig Richtung Weltspitze gehen. „Ich finde es richtig, als Ziel die Nummer eins zu formulieren“, sagte Vater Robert Lisicki. „Wenn ich mir zu kleine Ziele setze, gebe ich mich mit zu wenig zufrieden.“ Für Familie Lisicki gab es an diesem Abend eigentlich nur noch ein Problem.

          „Wir mussten aus dem Hotel ausziehen, denn wir hatten nur bis heute gebucht“, sagte Sabine Lisicki. Das Haus sei voll, habe man ihr gesagt - einen Prominentenbonus genießt die junge Deutsche „down under“ dann doch noch nicht. „Wir haben hektisch die Sachen gepackt, aber wir lassen uns schon was einfallen“, meinte sie.

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