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Australian Open : Deutsches Scheitern in Melbourne

  • -Aktualisiert am

Angelique Kerber gab alles - es reichte aber nicht bei den Australian Open Bild: dpa

Ohne Deutsche gehen die Australian Open in die zweite Woche. Die Gründe für die Niederlagen sind unterschiedlich. Mayer und Kerber zeigen einen großen Kampf. Ansonsten gibt es viele Sorgenkinder.

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          Angelique Kerber ausgeschieden, Florian Mayer gescheitert – und trotzdem gab es an dem Tag, an dem die letzten beiden deutschen Teilnehmer sich von den Australian Open verabschieden musste, nicht nur schlechte Nachrichten aus deutscher Sicht. Noch bei der Verabschiedung am Netz habe ihm David Ferrer versichert, dass man sich so schnell nicht wiedersehen werde, sagte Mayer.

          Der Weltranglistendritte wird bei der Davis-Cup-Partie in Frankfurt gegen Spanien in knapp zwei Wochen also ebenso fehlen wie der Branchenführer Rafael Nadal. Das ist für die deutschen Zuschauer einerseits schade, andererseits erhöht es die Chancen des deutschen Teams enorm.

          Leicht wird es für Teamchef Carsten Arriens allerdings nicht, irgendwelche bahnbrechenden Schlüsse aus dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres zu ziehen. Tommy Haas musste in der ersten Runde verletzt aufgeben, Philipp Kohlschreiber konnte gar nicht erst antreten. Selbst wenn sie gegen Spanien spielen könnten, so stünde doch ein dickes Fragezeichen hinter ihrem Auftritt: Sind sie in Form?

          Mayer hingegen überzeugte in Melbourne, so kämpferisch hätte man den 30 Jahre alten Profi gerne schon früher spielen sehen. Dass er in der Vergangenheit nicht immer mit dem letzten Siegeswillen seine Spiele angegangen sei, räumte Mayer rückblickend ein. Allerdings hätte er das mit Blick auf das Treiben der Konkurrenz durchaus schon eher erkennen dürfen.

          Kerber und der schwache Aufschlag

          Während sich der Bayreuther auf der Zielgerade seiner Karriere befindet und ihm dabei nach der Halbfinalteilnahme in Doha und dem Erreichen des Achtelfinales in Melbourne ein respektabler Saisonstart gelungen ist, ernüchtert die Bilanz der hochgelobten deutschen Damen drei Wochen vor ihrer Auftaktbegegnung im Fed-Cup in der Slowakei.

          Angelique Kerber kann dabei niemand große Kämpferqualitäten absprechen. Die Art und Weise, wie sie sich gegen Flavia Pennetta trotz der hoffnungslosen Unterlegenheit im ersten Satz wehrte, war aller Ehren wert. Doch der Kielerin steht nach wie vor ihr schwacher Aufschlag im Wege. Der neunte Platz in der aktuellen Weltrangliste erscheint angesichts dieses Handikaps schon als das Maximum.

          Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

          Bleibt das Sorgenkind Sabine Lisicki, gesegnet mit einem der besten Aufschläge aller Konkurrentinnen auf der gesamten Tour. Aber sie ist nicht mit allzu viel Kritikfähigkeit ausgestattet. Der Hype in Deutschland nach dem Einzug in das Wimbledonfinale hat die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit groß werden lassen.

          Sie glaubt ernsthaft, für den Sprung in die absolute Weltspitze fehlten ihr nur noch Kleinigkeiten. Vielleicht wäre Martina Hingis, die in Melbourne beratend zur Seite stand, die richtige Gesprächspartnerin, um aufzuzeigen, mit wie vielen großen Mühen das verbunden ist. Das Wort einer ehemaligen Weltranglistenersten dürfte das richtige Gewicht haben.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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