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Australian Open : Aus für Lisicki - der Plan B fehlt

Tschüss Melbourne: Sabine Lisicki verabschiedet sich nach der Niederlage in der zweiten Runde Bild: AFP

Aus für eine deutsche Hoffnungsträgerin: Sabine Lisicki verliert überraschend gegen die Rumänin Monica Nicolescu. Schuld ist angeblich die Hitze. Julia Görger scheitert ebenfalls. Angelique Kerber, Mona Barthel und Florian Mayer machen es besser.

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          Sollte man bei diesen Temperaturen Tennis spielen? Für Sabine Lisicki lag die Antwort auf die Frage aller Fragen bei den Australian Open angesichts der Hitzewelle in Melbourne klar auf der Hand: „Es gibt Temperaturen, da ist es einfach zu heiß für Leistungssport. Für alle, für die Sportler, für die Zuschauer, für die Ballkinder. Und dann muss man sich etwas überlegen“, sagte die Berlinerin mit Wohnsitz im sonnigen Florida.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die Wimbledon-Finalistin fühlte sich als Opfer der Hitze, nachdem das Thermometer schon am Vormittag wieder knapp 40 Grad Celsius im Schatten angezeigt hatte und  sie gegen die Rumänin Monica Nicolescu durch eine 6:2-, 2:6- und 2:6-Niederlage überraschend ausgeschieden war. „Ich habe eineinhalb Sätze alles richtig gemacht gegen sie, aber dann hat mich die Hitze erwischt und meine Beine wurden weich. Auf solche extremen Bedingungen reagiert jeder anders“, sagte sie.

          Kerber weiter, Göörges raus

          Angelique Kerber, Mona Barthel und Florian Meyer erwiesen sich hingegen als resistenter. Barthel setzte sich gegen die Thailänderin Luksika Kumkhun 4:6, 6:3 und 6:4 durch, der Bayreuther Meyer kämpfte den Russen Michail Juschni gar über drei Stunden und sechs Minuten beim 6:4, 3:6, 6:3, 3:6 und 6:3 nieder und zog in die dritte Runde ein. Die geringste Mühe hatte die Weltranglistenneunte Angelique Kerber beim 6:4 und 6:2 gegen die russische Qualifikantin Alla Kudryawtsewa. Annika Beck ist hingegen in der zweiten Runde ausgeschieden. Die Tennisspielerin aus Bonn verlor am Mittwoch in Melbourne gegen die an Nummer 14 gesetzte Serbin Ana Ivanovic klar mit 1:6, 2:6. Die ehemalige Weltranglisten-Erste benötigte lediglich 56 Minuten für ihren ungefährdeten Erfolg. Nach Beck ist auch Julia Görges in der zweiten Runde ausgeschieden. Die 25-Jährige verlor am Mittwoch in Melbourne 5:7, 6:2, 4:6 gegen die Amerikanerin Lauren Davis.

          War die Hitze schuld?

          Ob die Hitze alleine als Erklärung für die Niederlage von Sabine Lisicki ausreicht?. Dass die Deutsche mit ihrem auf Gewinner-Schläge ausgelegten Spiel gegen die Rumänin, die mit Vorhand- und Rückhandslice einen eher unorthodoxen Stil pflegt, Schwierigkeiten bekommen könnte, war von vornherein befürchtet worden. Doch im ersten Satz war von eventuellen Problemen nichts zu sehen gewesen. Die Deutsche bestimmte wie erwartet die Partie, die zunächst überaus einseitig verlief. Sabine Lisicki landete 18 Winnerschläge, ihre Gegnerin genau einen – das schien also kein Tag zu werden, der noch irgendwelche Scherereien parat halten könnte. Das allerdings sollte sich als Täuschung erweisen. Die Probleme kamen, und als sie da waren, konnte sie die Deutsche nicht lösen.

          Hitze oder nicht – das folgende Spielchen hat man bei Sabine Lisicki schon häufiger gesehen: Gerät ihr Spielfluss ins Stocken, weil sich Fehler einschleichen, gibt es keinen Plan B, mit dem sie wieder Sicherheit gewinnen und ins Spiel zurückfinden könnte. „Mir hat das Spiel heute gut gefallen“, sagte deshalb Monica Niculescu, „sie hat versucht, direkte Punkte zu machen, und ich habe die Bälle solange zurück gespielt, bis sie einen Fehler gemacht hat.“ Die Fehlerquote der Deutschen hatte im zweiten Satz im selben Maße zugenommen wie ihre direkten Punkte weniger wurden – ein Umstand, der in ihrem Spiel nicht ganz neu ist. Entweder hop – oder top.

          Ihr Ausscheiden aber wird die Zweifel mehren, ob sie tatsächlich so austrainiert ist, wie sie als potentielle Weltklassespielerin sein sollte. „Wer hart trainiert hat und gut vorbereitet ist, für den sollte das kein Problem sein“, hatte Roger Federer am Vortag gesagt, und auch die Darmstädterin Andrea Petkovic hielt da die Bedingungen trotz ihrer Erstrunden-Niederlage für „absolut spielbar“. Wimbledon-Sieger Andy Murray machte sich dagegen trotz seines mühelosen Dreisatzsieges ganz andere Gedanken. „Es ist nicht gut für unseren Sport, wenn Zuschauer, Ballkinder oder Sportler kollabieren. Und in anderen Sportarten sind schon Sportler an Herzattacken gestorben. Man muss nicht immer warten, bis etwas passiert und dann reagieren“, sagte der Schotte.

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