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Auftakt der Deutschland-Tour : Wladimir Gusew gewinnt Prolog

  • Aktualisiert am

Strahlender Sieger: Wladimir Gusew Bild: dpa

Der Russe Wladimir Gusew setzte sich beim Prolog der Deutschland-Tour gegen 176 Starter durch und ist damit der erste Träger des Gelben Trikots. Platz zwei und drei holten sich die Deutschen Linus Gerdemann und Sebastian Lang.

          Der Russe Wladimir Gusew hat den Prolog der 30. Deutschland-Tour für sich entschieden und damit den einheimischen Jungstars die Show gestohlen. Der 24jährige vom Discovery-Team holte sich bei widrigen Witterungsverhältnissen mit nur neun Hundertstelsekunden Vorsprung auf T-Mobile-Hoffnungsträger Linus Gerdemann aus Köln den Sieg über 5,5 Kilometer quer durch Düsseldorf. Gusew ist damit erster Träger des Gelben Trikots der diesjährigen Rundfahrt. Dritter wurde der deutsche Zeitfahrmeister Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner (6:43 Minuten).

          Gusew, Gewinner der Sachsen-Tour, war als Siebtletzter auf die Strecke gegangen und rettete sich dabei kurz vor dem einsetzenden Regen noch ins Ziel. Bis dahin hatte lange Zeit Gerdemann in Führung gelegen. „Eigentlich liegt mir eine so kurze Distanz nicht, aber ich habe mich sehr gut vorbereitet“, meinte der Kölner Jungprofi und zeigte sich über die Zeit verblüfft. Sogar Zeitfahrspezialist Lang, der eine Minute später auf die nasse Strecke ging, biß sich an dieser Zeit die Zähne aus.

          Glück für Zabel, Pech für Sinkewitz

          Passabel zog sich auch Sprinter Erik Zabel aus der Affäre, der in 6:57 Minuten noch unter der Sieben-Minuten-Grenze blieb. Durch mögliche Zeitbonifikationen winkt dem früheren Vize-Weltmeister auf den anstehenden Flachetappen sogar das Gelbe Trikot. „Ich war nie der große Zeitfahrer. Heute hatte ich aber mit dem Wetter ein wenig Glück“, bekannte Zabel.

          Publikumsliebling: Erik Zabel

          Pech hatten Patrik Sinkewitz, der Sieger von 2004, und Titelverteidiger Levi Leipheimer, die im Regen starteten und beide nicht unter sieben Minuten blieben. Pünktlich zum Start um 13.40 Uhr setzte in Düsseldorf der Regen ein und bescherte den Fahrern schwierige Bedingungen. Auf dem winkligen Kurs über zwei Brücken herrschte extreme Rutschgefahr, was einige Stürze zur Folge hatte.

          Frust bei Stefan Schumacher

          Am schlimmsten erwischte es dabei Gerolsteiner-Profi und Geheimfavorit Stefan Schumacher, der in einer Kurve zu Fall kam. Der zweimalige Giro-Etappensieger mußte anschließend sogar das Rad wechseln und verlor dabei fast zweieinhalb Minuten auf die Spitzenfahrer.

          Im Feld der 176 Starter landete Schumacher weit abgeschlagen und büßte wohl alle Chancen auf einen möglichen Gesamtsieg ein. „Ich bin total frustriert. Andere Fahrer hatten mich vorher gewarnt, und ich bin auch total vorsichtig in die Kurve gegangen, aber es war wie auf Glatteis. Ich werde mich wohl jetzt auf Etappensiege konzentrieren müssen“, sagte der Schwabe aus Nürtingen, der zu den großen Hoffnungsträgern des deutschen Radsports zählt. „Schlechter konnte man nicht in die Rundfahrt starten“, haderte Schumacher.

          Gute Noten für Düsseldorf

          Zaungast beim Prolog war unter anderem Christian Prudhomme, Chef der Tour de France, der Düsseldorf ein gutes Zeugnis ausstellte und der Landeshauptstadt Hoffnungen machte, in den nächsten Jahren einmal Startort der Frankreich-Rundfahrt zu werden. Düsseldorf habe eine ausgezeichnete Premiere abgegeben, so Prudhomme. Da die Tour im kommenden Jahr in London beginnt, wäre Düsseldorf aber frühestens 2009 eine Option.

          Am Mittwoch wird die Deutschland-Tour mit der ersten Etappe von Düsseldorf nach Bielefeld fortgesetzt. Über 198,2 Kilometer ist überwiegend flaches Terrain zu bewältigen, so daß sich die Sprinter Hoffnungen auf eine Massenankunft machen dürfen.

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