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ATP-Turnier in Hamburg : Kohlschreiber in der ersten Runde raus

  • Aktualisiert am

Nicht zu fassen: Philipp Kohlschreiber scheitert an Tommy Robredo - und sich selbst Bild: dpa

Nicolas Kiefer bleibt bislang der einzige deutsche Tennisspieler in der zweiten Runde des Turniers am Rothenbaum. Philipp Kohlschreiber war auf dem besten Weg dorthin, stand sich bei der Niederlage gegen den Spanier Robredo aber selbst im Weg.

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          Der Ärger über einen nicht gegebenen Punkt hat Philipp Kohlschreiber erst die Nerven und dann den Einzug in die zweite Runde des Masters-Turniers am Rothenbaum gekostet. Statt im zweiten Satz gegen den Spanier Tommy Robredo mit 4:2 in Führung zu gehen, verweigerte dem nach zwei Turnierabsagen wieder gesunden Augsburger der britische Stuhlschiedsrichter Gerry Armstrong einen Punktgewinn und sorgte indirekt dafür, dass Nicolas Kiefer der einzige deutsche Tennisprofi auf dem roten Sand in Hamburg blieb.

          Robredo siegte nach dem „Zwischenfall“ 2:6, 7:6 (7:5), 6:3 und trifft im Achtelfinale auf Ivo Karlovic aus Kroatien, der in der ersten Runde den Hamburger Mischa Zverev geschlagen hatte. Auch der Stuttgarter Andreas Beck schied durch ein 6:4, 3:6, 1:6 gegen den Serben Janko Tipsarevic aus. Wie auch Rafael Nadal (Spanien), Rom-Sieger Novak Djokovic (Serbien) und Kiefer greift auch Roger Federer erst am Mittwoch wieder ins Geschehen ein. Kontrahent des Schweizers ist der Finne Jarkko Nieminen, der dem Korbacher Rainer Schüttler mit 1:6, 3:6 eine weitere Erstrunden-Niederlage zufügte.

          Kohlschreiber scheitert auch an den eigenen Nerven

          Der von einer Viruserkrankung genesene Kohlschreiber hatte sich für seinen ersten Auftritt nach den Absagen in München und Rom viel vorgenommen. Die rund 10.000 Zuschauer empfingen den als Nummer 34 der Weltrangliste derzeit besten deutschen Tennisprofi freundlich und wurden durch Spielfreude und teils prächtige Ballwechsel entlohnt.

          Auch ausgeschieden: Andreas Beck
          Auch ausgeschieden: Andreas Beck : Bild: dpa

          Nur einmal hallte Kohlschreiber ein Pfeifkonzert entgegen, als er sich im HSV-Land als Fan des FC Bayern outete. Doch mit seinem Mut und seiner Spielfreude gewann Kohlschreiber die Sympathien zurück. Bis der Faden riss, weil Robredos Ball im Aus landete und Kohlschreiber der Punkt trotzdem nicht gegeben wurde. „Das war nicht gut vom Referee“, sagte Kohlschreiber noch immer stinksauer. „Mit der Entscheidung hat er kaputt gemacht, was ich mir aufgebaut hatte.“

          Mit Wut im Bauch ließ sich der Bayer auf eine minutenlange Diskussion ein und machte seinen Kontrahenten damit zusätzlich stark. Das erkannte der Hitzkopf mit einigem Abstand selbst: „So ist er wieder voll im Rennen. Das ist wie Schach im Kopf. Und dass er mental stark ist, wusste ich vorher.“ In der Folge zeigte sein Robredo, der schon den ersten Vergleich gegen Kohlschreiber im vergangenen Jahr gewonnen hatte, seine Klasse auf Sand und bewies, warum er in Rom erst im Viertelfinale dem Amerikaner Andy Roddick unterlegen war.

          Stich: „Nicht zwangsläufig Masters-Status halten“

          Im Streit um den Erhalt des Rothenbaum als Masters-Turnier hat der frühere Wimbledonsieger Michael Stich derweil einen erstaunlichen Standpunkt eingenommen. Der „Bild“-Zeitung verriet der Lokalmatador, der am Rothenbaum 1993 triumphierte: „Man sollte nicht krampfhaft versuchen, am Masters-Status festzuhalten. Die Fans würden auch kommen, wenn das Turnier eine Nummer kleiner wäre. Dann müsste man eben Stars einkaufen.“

          Stich befindet sich mit seinen Ausführungen im krassen Gegensatz zum Deutschen Tennis Bund (DTB), der gegen die Pläne der ATP vor einem US-Gericht klagt. Gestritten wird, weil Hamburg von 2009 an nur noch drittklassig sein soll, während der Masters-Status nach Madrid wechseln soll. Dagegen freilich opponieren auch die Topspieler um Branchenprimus Roger Federer, der ungeachtet der für August erwarteten Entscheidung meinte: „Wenn der Rothenbaum kein Masters mehr wäre, würde das nicht zwangsläufig bedeuten, dass ich hier nicht mehr spielen würde.“

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