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Boxer Abraham in Las Vegas : Hund, Katze, Hase, Tyson

  • -Aktualisiert am

It’s Vegas, baby: Mayweather senior, Abraham, Wegner. Bild: Michael Eder

In Las Vegas boxt Arthur Abraham in der Nacht zum Sonntag gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez. Für Abraham ist der Kampf eine große Chance. Die Zeit vor dem Kampf verbringt er in schriller Kulisse.

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          Las Vegas – wer es hier mehr als drei Tage aushält, ohne durchzudrehen, muss über ein stabiles Gemüt verfügen. So wie Arthur Abraham, Box-Weltmeister im Supermittelgewicht, ein Mann, der in sich ruht. Sein Berliner Kollege Marco Huck hatte im vergangenen Jahr sein Trainingslager in die Spielerstadt verlegt und war am süßen Leben gescheitert. Riesenvilla, Tiger, Las Vegas Strip – das große Wow endete mit einer krachenden Niederlage gegen den Polen Krzysztof Glowacki. Der Deutsch-Armenier Abraham ist ein anderer Typ, bodenständig – trotz Millionen auf dem Konto.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          An diesem Samstag verteidigt er in der MGM Garden Arena seinen Titel gegen den zwölf Jahre jüngeren mexikanischen Rechtsausleger Gilberto Ramirez. Und bis dahin? Easy Living? Ein bisschen Party in Las Vegas? „Ich bin 36 und kein kleines Kind mehr“, sagt Abraham, „aber ein schönes Leben machen wir uns hier trotzdem, mein Team und ich. Schlafen schön, essen schön, trainieren schön. Abends gehen wir spazieren, mehr nicht. Jeder Mensch versteht halt etwas anderes unter einem schönen Leben.“

          In der Welthauptstadt des Boxens

          Las Vegas ist die Welthauptstadt des Boxens. Hier ist es noch eine große Nummer, trotz der Konkurrenz durch den Freefight, dessen Dumpfheit in Donald Trump gerade ein politisches Abbild bekommt. Nirgendwo wird mehr Geld mit dem klassischen Faustkampf umgesetzt als in Las Vegas, an diesem Wochenende sind es rund 250 Millionen Dollar. Abraham bestreitet das erste Mal seit mehr als zehn Jahren nicht den Hauptkampf, sondern muss sich mit der ersten Nebenrolle hinter dem philippinischen Superstar Manny Pacquiao begnügen, der gegen den Amerikaner Timothy Bradley zu seinem 66. und letzten Profikampf antritt.

          Las Vegas sei eine große Geschichte in seiner Karriere, sagt Abraham. Zwei der größten Boxer, zwei Legenden, leben in der Stadt: Floyd Mayweather junior, der rund eine Milliarde Dollar erkämpft hat, ehe er seine Karriere im vergangenen Jahr beendete (und zuvor Pacquiao im MGM besiegte), und Mike Tyson, der wüsteste Schläger unter den Schwergewichtsweltmeistern.

          Arthur Abraham hat gegen Gilberto Ramirez nur den Vorkampf – es geht dennoch um seinen Titel

          Der eine, Mayweather, ist ein smarter Bursche, der jetzt auf Geschäftsmann macht mit Kältekammern und Gyms und allem Möglichen. Der andere, Tyson, hat es geschafft, die 400 Millionen, die er im Ring verdiente, im Nirwana zu versenken, ein Bankrotteur, der erst in den vergangenen Jahren wieder auf die Beine kam. In Las Vegas tritt er im MGM jetzt mit einer kleinen Show auf, in der er unter dem Titel „Undisputed Truth“ (Unbestrittene Wahrheit) anderthalb Stunden aus seinem Leben erzählt, nicht ganz jugendfrei. Tyson ist, so tief er zwischendurch auch gefallen ist, das Idol einer ganzen Generation von Boxern. Auch von Arthur Abraham.

          Unter der Woche hat sich Abraham eine Karte für Tysons Show gekauft. 82 Dollar kostet sie. Dann hat er noch mal 200 Dollar fürs „meet and greet“ draufgelegt, so viel zahlt, wer Tyson nach der Show die Hand schütteln und ein Foto mit ihm machen will. „Tyson zu treffen, war immer mein Traum“, sagt Abraham. „Wegen ihm habe ich mit dem Boxen angefangen, er ist sportlich das große Vorbild.“ Abraham, alles andere als ein Nobody und verbandsübergreifend die Nummer eins der Welt im Supermittelgewicht, stellte sich Tyson vor, durfte „ein bisschen quatschen“, wobei er in der Kürze der Zeit eines vergaß: „Ich wollte ihm noch sagen, dass mein Hund Mike Tyson heißt, dass überhaupt alle Tiere, die ich jemals hatte, Mike Tyson hießen. Eine Katze, ein Hase.“ Ein Hase? Vielleicht war es besser, das nicht zu erwähnen – Tyson gilt als etwas jähzornig.

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