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Ariane Friedrich : Geheimwunsch erfüllt

Ariane Friedrich vor dem Wettkampf: mit Kapuze, Ohrhörern und nach innen gekehrtem Blick von der Welt abgeschlossen Bild: dpa

Ariane Friedrich mauserte sich schon 2008 zum neuen Star der deutschen Leichathletik. Nun hat die Frankfurter Hochspringerin bei der Europameisterschaft erstmals eine Goldmedaille gewonnen.

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          Es war, als falle der Prüfungsstress von ihr ab. Ariane Friedrich, mit Kapuze, Ohrhörern und nach innen gekehrtem Blick von der Welt abgeschlossen, lachte plötzlich, jubelte und rannte quer durch den Innenraum der Halle zu ihrem Trainer Günter Eisinger an die Tribüne. Nach einem erfolglosen Versuch, 2,03 Meter zu überspringen, konnte sie den Wettbewerb beenden. Die Spanierin Ruth Beitia, letzte verbliebene Konkurrentin um die Hallen-Europameisterschaft, war ausgeschieden. Ariane Friedrich hatte gesiegt.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Aus den Fäusten, die sie nach ihrem Sprung über 2,01 Meter triumphierend in die Luft gestoßen hatte, wurden offene Hände, aus dem Schrei, den sie ausgestoßen hatte, wurde ein befreites Lachen. Die 25 Jahre alte Ariane Friedrich hat ihren ersten internationalen Titel gewonnen bei den Senioren, sechs Jahre nachdem sie in Tampere Europameisterin der Junioren wurde.

          „Der Titel heute stand unter ihrem Stern“

          „Der Titel bedeutet mir alles“, sagte die Fünfundzwanzigjährige wenige Minuten nach dem Wettkampf unter Tränen. „Doch er ist nichts, wenn man bedenkt, dass wir am Dienstag zur Beisetzung gehen.“ Die Mutter ihres Trainers Günter Eisinger verstarb in der vergangenen Woche in einem Krankenhaus in Darmstadt. Auch dem Trainer, der seinen Vater mit 18 Jahren verlor, stiegen Tränen in die Augen, wenn er in Turin von dem Verlust sprach, der ihn vor der Abreise traf. „Der Titel heute stand unter ihrem Stern“, sagte Ariane Friedrich.

          Sprung zu Gold: Ariane Friedrich überwindet in Turin 2,01 Meter

          „Wir haben verdammt viele Medaillen geholt hier“, staunte die Frankfurterin dann über die Mannschaftsleistung der Deutschen. „Das ist total wichtig im Hinblick auf Berlin und für die gesamte Leichtathletik. Vielleicht zeigt das dem Nachwuchs, dass man Spaß an der Leichtathletik haben und dass man sauber Erfolg haben kann.“ 1,92 Meter übersprang Ariane Friedrich am Sonntag im ersten Versuch, ließ 1,96 aus, nahm 1,99 im zweiten und 2,01 Meter im ersten. „Ich hatte mir vorgenommen, eine Medaille zu holen“, verriet sie. „Dass es die goldene werden sollte, war mein geheimster Wunsch.“

          Seit Anfang der Woche kämpften sie und der Mannschaftsarzt zudem mit ihren Halsschmerzen. „Unter den Bedingungen heute musste ich mich nicht weiter quälen mit Versuchen über 2,03 Meter“, fand sie. „Obwohl: Eigentlich habe ich mich gar nicht gequält. Aber ich bin trotzdem völlig kaputt.“ Wie ihre Meisterfeier in Turin aussehen würde, wusste die Hochspringerin schon in der Halle: „Günter und ich gehen heute ein Eis essen.“

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