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Ironman Hawaii : Der verblüffende Sieg der Anne Haug

  • -Aktualisiert am

Geschafft: Anne Haug ist erste deutsche Siegerin beim Ironman Hawaii. Bild: dpa

Ihre Saison schien durch einige Verletzungen verdorben. Erst in letzter Minute gelang Anne Haug die Qualifikation für Hawaii. Dennoch rennt sie dort zum Sieg – und erstaunt nach dem Triumph mit einer Aussage.

          2 Min.

          Im Ziel am berühmten Alii Drive warteten ein paar Tausend lärmende Zuschauer auf Jan Frodeno, den Sieger des Männerfeldes, ein paar Minuten würde es noch dauern. Da wurde es plötzlich still. Und alle schauten auf die riesige Videoleinwand, auf der das Fernsehbild flimmerte, die Übertragung vom Ironman Hawaii. Es zeigte die Führende im Frauenfeld, die Britin Lucy Charles-Barclay, die zehn Meilen vor dem Ziel in Schwierigkeiten war. Sie lief nicht mehr rund, sie kämpfte sich nur noch voran, hundert Meter dahinter brauste eine Athletin heran, wie aus dem Lauf-Lehrbuch entflohen, mit einer Geschwindigkeit und Eleganz, die die Blicke der Zuschauer anzogen.

          Die Läuferin war Anne Haug, und als sie Lucy Charles-Barclay federleichten Schrittes überholte, war klar: Sie würde den deutschen Tag bei der Ironman-WM in Kona komplettieren. Die 36 Jahre alte Fränkin, die am Triathlon-Stützpunkt in Saarbrücken trainiert, gewann die Ironman-Weltmeisterschaft ähnlich souverän wie Frodeno bei den Männern. Mit einer Zeit von 8:40:10 Stunden setzte sie sich vor Lucy Charles-Barclay und Sarah Crowley aus Australien durch. Auch der vierte Platz ging an eine Deutsche, an Laura Philipp aus Heidelberg.

          Anne Haug kommt von der Kurzstrecke, sie hat an zwei Olympischen Spielen teilgenommen, und als sie mit den Jungen im Schwimmen nicht mehr mithalten konnte, hat sie es auf der Langstrecke versucht. Bei ihrer Hawaii-Premiere im vergangenen Jahr war sie auf Anhieb Dritte geworden. Ein Ergebnis, dessen Wiederholung ihr in diesem Jahr kaum jemand zugetraut hatte, weil eine ganze Reihe von Verletzungen ihr die Saison verdorben zu haben schienen. So hatte sie ihre Hawaii-Qualifikation erst in letzter Minute beim Ironman in Kopenhagen erreicht, wobei ihre Zeit allerdings aufhorchen ließ.

          Mit 8:31:32 Stunden stellte sie eine deutsche Bestzeit über die Langstrecke auf – ohne großes Lauftraining zuvor. Und auch danach war sie nur wenige Kilometer auf der Laufstrecke unterwegs. Hawaii war der Versuch, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen. Ein Selbstversuch. „Es war nicht die beste Vorbereitung“, sagte Anne Haug. „Aber es hat gereicht.“ Und wie. Ihre Laufzeit von 2:51:07 Stunden war der drittschnellste Marathon, den eine Frau in der Geschichte des Ironman Hawaii gelaufen ist. Und einer der schönsten.

          Bei der Pressekonferenz nach ihrem Sieg verblüffte Anne Haug die amerikanischen Ironman-Offiziellen mit der Feststellung, dass ihr Herz noch immer für die Kurzdistanz schlage. Trotz des Hawaii-Sieges. „Weil ich gern schnell laufe, den Speed mag, den Kampf eins gegen eins“, sagte sie. Auf der olympischen Kurzstrecke führt der Lauf über zehn Kilometer, beim Ironman über 42,195 Kilometer, das Maß eines Marathons. Das Tempo, das Anne Haug dort läuft, kommt ihr ein wenig langsam vor. Ihre Konkurrentinnen teilen diese Ansicht nicht.

          Nun also hat sie den Ironman Hawaii gewonnen. Ein legendäres Rennen. Was sich dadurch für sie ändern werde, wurde sie gefragt. „Ich weiß nicht“, sagte sie. „Ich hoffe, es ändert sich nicht allzu viel, denn ich liebe mein Leben, so wie es ist.“

          Abkühlung im heißen Hawaii: Anne Haug auf der Radstrecke
          Abkühlung im heißen Hawaii: Anne Haug auf der Radstrecke : Bild: dpa

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