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Sandplatzsaison im Tennis : Der große Traum der Angelique Kerber

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Nach Krankheit ist Angelique Kerber nun wieder fit. Bild: AFP

Zehn Spielerinnen haben im Tennis schon alle vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewonnen. Angelique Kerber fehlt noch ein Titel, um das auch zu schaffen – doch genau das ist ein ziemliches Problem.

          Ein wenig blass um die Nase war Angelique Kerber noch immer, doch ihren Kampfgeist hatte die Wimbledonsiegerin bereits wiedergefunden. „Es geht mir Schritt für Schritt besser“, sagte die 31-Jährige am Ostermontag: „Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben.“ Nach überstandener Grippe startet Kerber beim WTA-Turnier in Stuttgart in die Sandplatz-Saison, in der sie diesmal die Komplettierung ihres Karriere-Grand-Slams anpeilt.

          Am Wochenende hatte sie noch vom Krankenbett aus am Fernseher verfolgt, wie ihre Fed-Cup-Kolleginnen in Riga gegen den Abstieg kämpften. Ihre eigene Teilnahme am wichtigen Relegations-Duell mit Lettland hatte die Kielerin zu Wochenbeginn kurzfristig absagen müssen. „Ich war natürlich live mit dabei“, berichtete sie nun: „Ich bin sehr stolz auf die Mädels und habe schon gehört, dass es eine gute Woche war.“

          Denn auch ohne ihre Nummer eins hatte die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) die Lettinnen um die frühere French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko überraschend klar beherrscht. Durch das von Andrea Petkovic, Julia Görges und der nachnominierten Mona Barthel herausgespielte 3:1 darf Deutschland nun im nächsten Jahr einen weiteren Anlauf auf den Titel nehmen. Ein großes Ziel auch für Kerber: „Natürlich wäre es schön, wenn wir als Generation den Fed Cup noch einmal gewinnen könnten“, sagte sie.

          Der andere große Titel, der in ihrer Sammlung noch fehlt, sind die French Open. Bei einem Sieg in Roland Garros hätte Kerber als erst elfte Spielerin der Tennis-Geschichte – und zweite Deutsche nach ihrem Idol Steffi Graf – Triumphe bei alle vier Grand-Slam-Turnieren vorzuweisen. „Natürlich ist Paris das Ziel“, meinte sie, ohne sich deshalb unter Druck zu setzen: „Ich werde mich da nicht in irgendetwas reinsteigern.“

          Denn Kerbers Beziehung zur roten Asche ist weiterhin kompliziert, ihr Lieblingsbelag wird es wohl kaum mehr. „Ich und Sand und Paris... das ist so eine Sache“, sagte sie: „Es ist natürlich eine große Herausforderung, aber eine, die ich annehmen werde.“ Im Vorjahr hatte sie mit dem Viertelfinal-Einzug immerhin ihr bis dato bestes Ergebnis aus dem Jahr 2012 eingestellt. In Stuttgart will Kerber nun die ersten Grundlagen schaffen. „Für mich ist Stuttgart mein Heim-Turnier“, sagte sie: „Ich denke nicht, dass ich es geschafft hätte, fit zu werden, wenn es irgendein anderes Turnier wäre.“

          Zweimal (2015, 2016) hat Kerber beim traditionell hochkarätig besetzten Event in der Schwabenmetropole bereits triumphiert, sieht sich diesmal angesichts ihrer körperlichen Verfassung aber in der Außenseiterrolle. Zumal ihr die Auslosung nach der kniffligen Auftakthürde gegen die Kroatin Donna Vekic unter anderem bereits im Viertelfinale ein Duell mit der Weltranglistenersten Naomi Osaka (Japan) bescheren könnte. „Meine Erwartungen gehen nur bis zum ersten Match“, meinte sie.

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