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Tennis-Rückkehr in Kanada : Eine Enttäuschung für Wimbledonsiegerin Kerber

  • Aktualisiert am

Gerade wieder da und schon wieder weg: Angelique Kerber verliert bei der Rückkehr. Bild: AFP

Erstmals seit dem Titelgewinn in Wimbledon spielt Angelique Kerber nach einer längeren Pause wieder ein Tennisturnier. Doch die Rückkehr verläuft ganz und gar nicht nach Wunsch.

          Wimbledonsiegerin Angelique Kerber hat ihren ersten Turnierauftritt nach dem Titelgewinn in London verpatzt. Beim WTA-Turnier in Montreal verlor die 30 Jahre alte Tennisspielerin aus Kiel am Mittwoch in der zweiten Runde gegen die Französin Alizé Cornet 4:6, 1:6. Dreieinhalb Wochen nach ihrem Finalerfolg gegen Serena Williams beim Rasenklassiker in London unterliefen Kerber während des 85-minütigen Matches insgesamt 32 leichte Fehler.

          In der ersten Runde hatte die Linkshänderin ein Freilos. Bei dem mit mehr als 2,8 Millionen Dollar (2,4 Millionen Euro) dotierten Hartplatz-Turnier in der kanadischen Metropole konnte Kerber nicht an ihre starke Wimbledon-Form anknüpfen und musste sich am Ende klar geschlagen geben. Cornet hatte sich zum Auftakt gegen Tatjana Maria aus Bad Saulgau durchgesetzt. Damit ist Wimbledon-Halbfinalistin Julia Görges die einzig verbliebene deutsche Spielerin in Montreal. Sie trifft nun entweder auf die letztjährige Wimbledonsiegerin Garbiñe Muguruza aus Spanien oder die Lettin Anastasia Sevastova. Die Weltranglisten-34. Cornet bekommt es nach ihrem Coup gegen Kerber mit der Australierin Ashleigh Barty zu tun.

          Kerber hatte sich eine Auszeit vom schnelllebigen Tennis-Geschäft nach ihrem dritten Grand-Slam-Titel gegönnt. Mit entspannten Tagen am Pool belohnte sie sich für ihren Wimbledonsieg. Sie hat den Titel gewonnen, auf den sie jahrelang hingearbeitet hat – und von dem sie schon als Kind geträumt hat. Wimbledon ist populärer als jedes andere Tennis-Turnier der Welt. „Neu ist: Sie wird jetzt international und national mit anderen Augen gesehen“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker dem „Tennismagazin“. In den vergangenen beiden Jahren bereitete der Trubel Kerber Probleme. Der Australian-Open- und der US-Open-Titel 2016 sowie der Aufstieg an die Spitze der Tennis-Weltrangliste wurden zur Last.

          Sie geriet in einen Abwärtsstrudel, zahlreiche frühe Niederlagen waren die Folgen. „Ich wollte es weiter allen beweisen, aber es ging nicht. Ich war leer, psychisch, aber auch physisch", beschrieb sie im „Spiegel“ ihr mentales Loch, nachdem sie begonnen hatte, über alles nachzudenken. „Ich merkte: Da stimmt was nicht. Ich fuhr zu Turnieren und war in Gedanken noch zwei, drei Monate hinterher.“ Diesmal will sie mit den Erwartungen, dem Hype und den Pflichten neben dem Platz besser umgehen. Genau deshalb hat sie sich nach Wimbledon erst einmal zurückgezogen. Sie habe gelernt, sie sei reifer geworden, sagte sie. „Bei Angie muss man sich keine Sorgen machen, dass dieser Titel eine Last werden könnte", behauptete Becker vor der Rückkehr Kerbers in Montreal.

          Titelverteidiger Alexander Zverev erreichte derweil beim Masters-Turnier in Toronto das Achtelfinale. Der 21 Jahre alte Hamburger gewann am Mittwoch (Ortszeit) sein Auftaktmatch gegen den Amerikaner Bradley Klahn 6:4, 6:4. Den Punkt zum Matchgewinn verwandelte der an Nummer zwei gesetzte Zverev nach etwas mehr als 1:16 Stunden. In der ersten Runde hatte Deutschlands Nummer eins ein Freilos. Im Achtelfinale des mit mehr als 5,9 Millionen Dollar (5,1 Million Euro) dotierten Hartplatz-Turniers trifft der Weltranglisten-Dritte auf den russischen Qualifikanten Daniil Medwedew. Im vergangenen Jahr konnte Zverev das Turnier, das abwechselnd in den kanadischen Metropolen Toronto und Montreal ausgetragen wird, gewinnen. Erst am Sonntag verteidigte er seinen Titel beim Turnier in Washington.

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