https://www.faz.net/-gtl-vz33

Porträt : Mit 14 schon in der Reiter-Bundesliga

  • -Aktualisiert am

Sehr jung, sehr erfolgreich: Angelina Herröder (14) aus Büttelborn mit Pferd Grenoble Bild: dpa

Allein in diesem Jahr hat die 14 Jahre alte Büttelbornerin Angelina Herröder 22 S-Springen gewonnen. Beim Festhallenturnier in Frankfurt erhält sie dafür das Goldene Reitabzeichen.

          Das Goldene Reitabzeichen ist auch für einen gestandenen Profi etwas ganz Besonderes. Nur wer zehn Mal in seinem Reiterleben ein Springen oder eine Dressur der schweren Klasse gewonnen hat, bekommt es von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) verliehen. Wenn man erst 13 Jahre alt ist und allein in diesem Jahr 22 S-Springen gewonnen hat, dann ist man etwas ganz Besonderes.

          Angelina Herröder, die am Sonntag, direkt vor dem internationalen Großen Preis, diese Auszeichnung verliehen bekommt, ist dann die jüngste Reiterin Deutschlands mit dieser Ehrung. Sie hat damit sogar Nationenpreisreiter Christian Ahlmann, der auch in Frankfurt am Start ist, eingeholt. Er hatte es sich mit 14 Jahren erritten und war bis jetzt der Rekordhalter. Kein Wunder, dass Angelina Herröder den smarten Westfalen zu ihren ganz großen Vorbildern zählt.

          Hindernisse bis zu 1,60 Meter hoch

          Mit elf Jahren, einem Alter, in dem andere kleine Mädchen noch möglichst hübsch auf ihren Ponys zu sitzen versuchen, hat die groß gewachsene Büttelbornerin auf Großpferden ihre ersten S-Springen bestritten. S-Springen, das heißt: Sprünge ab 1,40 Meter Höhe. In diesem Jahr ging sie dann erstmals sogar in einem Drei-Sterne-S an den Start: „Da war ich zum ersten Mal wirklich aufgeregt“, sagt eine, die ansonsten keine Angst vor großen Sprüngen kennt, und lacht. Auch der Parcours-Chef in Frankfurt, Hans Sattler, ist beeindruckt: „Drei Sterne S, das sind Höchstanforderungen an Reiter und Pferde. Die Hindernisse sind bis zu 1,60 Meter hoch, und eine Trippelbarre kann schon mal bis zu 2,10 Meter tief sein. Wer S-Springen reitet, der hat es in die Bundesliga geschafft.“

          Fünf Pferde stehen Angelina Herröder derzeit für den großen Sport zur Verfügung. Trainiert wird, bis auf Trainingseinheiten beim Bundestrainer der Jungen Reiter, Dietmar Gugler, der günstigerweise nur wenige Kilometer entfernt vom elterlichen Hof wohnt, ausschließlich mit Papa Siggi Herröder. Dieser, selbst gestandener Profi im Springsport, hat seine eigene Karriere zugunsten des talentierten Töchterchens zurückgestellt. Selbst sein Sponsor, Klaus Boethe, stellt nun Angelina die Pferde zur Verfügung. Er ist ihr Manager, Trainer, Bereiter ihrer Pferde – und vor allem: ihr größtes Vorbild.

          Der Papa hat sie auf jedes Pferd gesetzt

          „Vom Papa lerne ich alles“, sagt Angelina, und die Augen glänzen. Ihr größtes Pferd ist 1,71 Meter. Für einen Teenager schon ein Brocken. „Papa sagt, wer die Technik kann, braucht nicht so viel Kraft“, sagt Angelina, „also schau ich mir bei den Großen auf den Turnieren ab, wie die so reiten.“ Der Vater habe sie von Anfang an auf jedes Pferd gesetzt, das bei ihnen im Stall stand. „So hatte ich es immer mit unterschiedlichen Pferdetypen zu tun. Da lernt man, sich schnell auf jedes Pferd einzustellen.“

          Im kommenden Jahr möchte sie, die in der Frankfurter Festhalle ihr dreißigstes Turnier in diesem Jahr bestreitet, gern bei der Junioren-EM an den Start gehen und in den deutschen C-Kader aufgenommen werden. Und: „Später mal so groß rauskommen. So wie Christian Ahlmann.“ Fast vergisst sie zu erwähnen, dass sie in ihrem ersten Drei-Sterne-S auf Anhieb Vierte wurde.

          Weitere Themen

          Welttrainer Klopp spendet ein Prozent seines Gehalts

          Common Goals : Welttrainer Klopp spendet ein Prozent seines Gehalts

          Jürgen Klopp ist neues Mitglied von Common Goal: Der Welttrainer verpflichtet sich wie schon einige andere deutsche Fußballprofis, mindestens ein Prozent seines Gehalts an die vom spanischen Weltmeister Juan Mata gegründete Initiative zu spenden.

          Topmeldungen

          Nach Thomas-Cook-Pleite : Condor kämpft ums Überleben

          Der britische Mutterkonzern hat Insolvenz angemeldet, die deutsche Fluggesellschaft will nicht aufgeben, schließlich flog man Gewinne ein. Doch ohne Hilfe vom Staat wird das Überleben schwer.

          „Glückliches junges Mädchen“ : Trump verspottet Greta

          Der amerikanische Präsident kommentiert den Auftritt von Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel sarkastisch. Sie wirke wie ein „sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut“.
          Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Human Organ For Transplant“ klebt auf einer Transportkühlbox für Spenderorgane.

          Ethikfrage bei Organspende : Wem gehört mein Körper – und warum?

          Der Bundestag will ein Gesetz beschließen, mit dem die Zahl der Organspender erhöht werden soll. Im Parlament stehen sich die Befürworter einer Widerspruchslösung und einer erweiterten Entscheidungslösung gegenüber. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.