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Andrea Petkovic/Angelique Kerber : „Es war ein Weckruf in Deutschland“

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„Ich habe halt kreative Ideen“: Andrea Petkovic feiert Siege mit einem Tänzchen

„Ich habe halt kreative Ideen“: Andrea Petkovic feiert Siege mit einem Tänzchen Bild: dapd

Andrea Petkovic und Angelique Kerber zählen zu den vier deutschen Tennisdamen, die in diesem Jahr Erfolge gefeiert haben. Gemeinsam haben sie gewonnen und geheult - jetzt wollen sie den Fed Cup holen.

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          Für viele ist die Vorweihnachtszeit ja die beschaulichste Phase im ganzen Jahr. Sie haben dagegen seit Ende November ein mehrwöchiges Trainingslager in Offenbach absolviert. Sind sechs, sieben Stunden Training am Tag die schlimmste Phase des Jahres?

          Kerber: Für mich ist das ganz sicher die schlimmste Zeit, die Konditions- und Fitnesseinheiten sind nicht so mein Ding. Ich bin eher der Typ, der die Arbeit auf dem Platz mag. Bei Andrea ist es ja etwas anders.

          Petkovic: Ganz anders, ich mag diese Zeit. Ich quäle mich gerne, ich mag das, mich komplett zu verausgaben und an meine Grenzen zu gehen. Deswegen brülle ich Angie auch meistens an, und sie macht dann auch mit. Das ist super, dass wir uns gegenseitig hochziehen können. Es gibt auch Sachen, die ich nicht so mag, wie Krafttraining oder bestimme Einheiten auf dem Platz, und die mag Angie gerne. Das ergänzt sich dann ganz gut.

          Andrea, vor einem Jahr standen Sie noch auf Rang 32 - exakt die Position, die Angelique Kerber nun hat. Nun stehen Sie auf Platz zehn. Haben Sie ein paar Tipps für Angelique Kerber, wie das funktioniert?

          Petkovic: Ich war vor den Australian Open im Januar noch nicht sicher, ob ich zu den 32 gesetzten Spielerinnen gehöre oder auf Rang 33 stehe. Es war ganz groß in meinem Kopf, dass ich gleich am Anfang des Jahres in Brisbane gut spielen musste, um in Melbourne gesetzt zu sein. Das macht nämlich wirklich vieles einfacher.

          Kerber: Das ist bei mir jetzt auch so. Ich spiele ja vor den Australian Open noch Auckland, und das Turnier zählt noch für die Setzung in Melbourne.

          Petkovic: Wenn du gesetzt bist, bekommst du in den ersten beiden Runden die vermeintlich einfacheren Gegner. Und wenn du einfachere zwei erste Runden hast, dann bist du drin in diesem Stressturnier, denn Grand Slams sind einfach am anstrengendsten. Und dann entwickelt sich alles automatisch. Das war bei Angie bei den US Open doch auch so - die ersten Runden sind die schlimmsten. Das ist für jeden so, man sagt ja auch, wenn du die Topspieler schlagen kannst, dann in den ersten beiden Runden.

          „Die Erfolge der anderen waren für mich Ansporn“: Angelique Kerber stand im Halbfinale der US Open
          „Die Erfolge der anderen waren für mich Ansporn“: Angelique Kerber stand im Halbfinale der US Open : Bild: AFP

          Sie hatten vorher immer fünf, sechs Turniere, wo gar nichts klappte. Wie bekommt man so etwas raus?

          Petkovic: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, es ist jedes Jahr immer weniger geworden. 2011 gab es nur zwei schlechte Phasen - rund um Wimbledon, dann die Turniere Rom/Madrid. Wenn ich noch den nächsten Schritt machen will, müssen die zwei Absacker auch noch verschwinden. Aber ich stehe auf Platz zehn, da ist nicht mehr viel Luft nach oben. In Rom und Madrid, das waren die Nachwirkungen von Stuttgart und Miami, wo ich zu viele Sachen gemacht habe und teils auch machen musste. Und in Wimbledon habe ich mir selbst einen komplett falschen Erwartungsdruck untergejubelt. Da habe ich mir Resultate vorgenommen, und sobald du das machst, klappt alles andere nicht. Man muss sich auf die Dinge konzentrieren, die man auf dem Platz zu tun hat.

          Trainer sagen gerne, man dürfe nicht an Ranglistenpunkte denken, man solle nur an sein Spiel denken. Kann man das ausblenden, Angelique? Sie sind in einer vielversprechenden Situation - bis zu den US Open haben Sie nicht viele Punkte zu verteidigen, es könnte viel weiter nach oben gehen in der Weltrangliste...

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