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Grotesker Test : Akt der Willkür gegen Chinas Sportstars

Im Wasser eine Wucht: Doch bei den Meisterschaften schied Olympiasiegerin Ye aus — wegen des Tests an Land. Bild: AFP

Augen reiben in China: Wer Meister werden will, muss sich erst in einem Test beweisen. Doch an diesem scheitert sogar mancher Spitzenathlet. Was steckt hinter dem Plan der Sportfunktionäre?

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          Große Aufregung auf Weibo, der chinesischen Version von Twitter: Bei den nationalen Meisterschaften der Schwimmer in Qingdao in der Provinz Shenzen Anfang dieses Monats kam es zu grotesken Ergebnissen. Freistilschwimmerin Wang Jiajiahe zum Beispiel schwamm zwar über 1500 Meter Asien-Rekord, erreichte damit aber nicht das Finale. Yi Hexin, Sieger der Asien-Spiele, stellte über 50 Meter Freistil einen neuen chinesischen Rekord auf, doch auch er musste ausscheiden.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Das gleiche Schicksal ereilte Ye Shiwen, Olympiasiegerin über 200 Meter Rücken. Insgesamt verpassten mehrere Vorlaufsieger die Finalläufe nicht etwa, weil sie langsam geschwommen wären. Sie hatten im vorgeschalteten zweitägigen Fitnesstest schlecht abgeschnitten. Großes Augenreiben auch im Rest der Schwimmer-Welt. Eine solche Regel gab es noch nie: Aus dem Kreis der sechzehn Besten erreichten diejenigen das Finale, die bei Strecksprüngen, 30-Meter-Sprints, Klimmzügen, 3000-Meter-Läufen und Übungen der Rumpfmuskulatur die meisten Punkte gesammelt hatten.

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