https://www.faz.net/-gtl-9erxp

Volleyballerin Hoenhorst : „Er ging nicht davon aus, dass ich das überlebe“

  • Aktualisiert am

Chiara Hoenhorst (Nummer 15) will wieder Volleyball spielen. Bild: Picture-Alliance

Chiara Hoenhorst wurde bei der Amokfahrt im April in Münster schwer verletzt. Nun meldet sich die 21 Jahre alte Volleyballspielerin nach der Tragödie, die fünf Menschen das Leben kostete, zu Wort.

          1 Min.

          Chiara Hoenhorst kann sich an den 7. April 2018 nicht erinnern, obwohl es um ein Haar der letzte Tag ihres Lebens gewesen wäre. „Mein Ersthelfer hat mir verraten, dass er damals nicht davon ausgegangen ist, dass ich das überlebe“, sagt die 21-Jährige. Im Gegensatz zu der Volleyballerin des Bundesligavereins USC Münster wird besagter Tag den meisten Einwohnern von Münster wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Bei einer Amokfahrt fuhr ein Mann mit einem Kleinbus in die belebte Altstadt und lenkte das Fahrzeug absichtlich in die Menge. Vier Menschen starben, der Täter erschoss sich anschließend selbst.

          Chiara Hoenhorst, die sich nun auf der Homepage ihres Vereins öffentlich äußerte, verdankt ihr Leben den Rettungssanitätern am Unfallort und den behandelnden Ärzten, vor allem aber wohl ihrem Ersthelfer. „Er ist Berufssoldat und war daher in der Lage, die Schwere meiner Verletzungen sehr gut einschätzen zu können“, sagt sie.

          Vor wenigen Tagen traf sie ihren Retter, die Begegnung sei für sie „sehr beeindruckend“ gewesen: „Er sagte mir, dass er verschiedene Anzeichen für eine schwere Kopfverletzung bei mir ausgemacht hat. Das hat er den herbeigeeilten Rettungssanitätern gleich mit auf den Weg gegeben.“ Wegen der starken Schwellungen im Schädel wurde Hoenhorst zwischenzeitlich ein Stück Schädeldecke entfernt, das später in einer zweiten OP wieder eingesetzt wurde.

          An den Tathergang kann Hoenhorst sich nicht mehr erinnern. „Ich war mit meiner Freundin shoppen“, sagt die junge Frau, die von ihrer Begleitung über die Geschehnisse aufgeklärt wurde: „Wir waren auf dem Rückweg Richtung Prinzipalmarkt. Vor der Terrasse des Restaurants Kiepenkerl fehlten zwei Poller, durch die der Fahrer durch ist. Wir sind genau in diesem Moment einfach über den Bürgersteig dort hergelaufen.“ Beide wurden von dem Kleinbus erfasst.

          Aktuell trainiert die Volleyballerin bereits wieder mit ihren Teamkolleginnen. Nicht das volle Programm und nicht ohne Kopfschutz allerdings. Die 1,88 Meter große Außenspielerin hat jedoch ambitionierte Ziele: „Wenn es weiterhin so gut läuft und Ärzte und Versicherungen grünes Licht geben, dann könnte ich zum Bundesliga-Auftakt Ende Oktober spielbereit sein. Der Sport war nach dem Aufwachen aus dem künstlichen Koma ohnehin meine größte Sorge.“ Im Oktober nimmt Hoenhorst ihr BWL-Studium wieder auf. Sie führt inzwischen fast wieder ihr altes Leben – und hat den schlimmsten Tag darin einfach ausgeblendet.

          Weitere Themen

          „Ihr seid alle korrupt“

          Aufregung bei Nadal-Sieg : „Ihr seid alle korrupt“

          Rafael Nadal wird von Magenproblemen geplagt, zieht aber ins Halbfinale der Australien Open ein. Gegner Denis Shapovalov, der zuvor Alexander Zverev besiegte, sorgt für einen Aufreger im Match.

          Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests Video-Seite öffnen

          Olympische-Spiele in China : Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests

          Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele versucht China die Ausbreitung von Corona-Fällen mit strikten Maßnahmen zu verhindern. 72 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit den Spielen wurden bereits bestätigt. Die breite chinesische Öffentlichkeit wurden vom Kauf der Tickets ausgeschlossen.

          Topmeldungen

          Umrüsten: Auch Berlin-Schöneberg braucht bald mehr Wärmepumpen.

          Quasi-Pflicht : Der teure Wärmepumpen-Hype

          Mit den neuen Heizungen soll alles besser werden – effizienter und grüner in jedem Fall. Doch viele Gebäude sind dafür überhaupt nicht geeignet. Was die Kosten des Heizens betrifft, warnen Fachleute vor einer bösen Überraschung.

          Aufregung bei Nadal-Sieg : „Ihr seid alle korrupt“

          Rafael Nadal wird von Magenproblemen geplagt, zieht aber ins Halbfinale der Australien Open ein. Gegner Denis Shapovalov, der zuvor Alexander Zverev besiegte, sorgt für einen Aufreger im Match.