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Deutsche NFL-Überraschung : „Das ist eine Hammer-Story“

Könnte der nächste Deutsche in der National Football League (NFL) werden: David Bada Bild: dpa

Jakob Johnson sorgt als Deutscher in der besten Football-Liga der Welt für Aufsehen. Nun könnte er in der NFL weitere Gesellschaft bekommen. Weil David Bada genau das macht, was schon einmal geklappt hat.

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          Jakob Johnson ist am Ziel seiner Träume. Nicht mehr und nicht weniger als das, was er immer wollte und woran er irgendwann schon nicht mehr glaubte, hat der Football-Profi aus Stuttgart vor etwa einem Jahr erreicht. Johnson spielt in der besten Liga der Welt, der amerikanischen National Football League (NFL). Bei den New England Patriots zudem, dem Team, das über fast zwei Dekaden als das beste, größte und erfolgreichste überhaupt in diesem Sport galt.

          Jan Ehrhardt
          Sportredakteur.

          Genau damit ist der 25-Jährige zu Beginn der vergangenen Saison auch kräftig in die Schlagzeilen geraten, in Amerika und darüber hinaus. Weil sein Weg dorthin kein gewöhnlicher war. Also über eines der vielen Colleges und anschließender Draft, bei der sich die NFL-Mannschaften die stärksten Nachwuchsspieler aussuchen. Nein, Johnson kam über ein internationales Förderprogramm zu den Patriots, dem sogenannten International Player Pathway (IPP), das Spielern aus Europa, Mittel- und Südamerika, Australien und Co. den Sprung in die NFL ermöglichen soll. Das Problem dabei war nur lange, dass genau dies keinem Spieler des IPP gelang. Keiner war so gut, um entscheidend auf sich aufmerksam zu machen. Bis Johnson kam.

          Johnson war der erste Spieler, wohlgemerkt, nicht der erste Deutsche, sondern der erste Spieler überhaupt aus diesem Programm, der es in den finalen Kader einer NFL-Mannschaft geschafft hat. Er hat gezeigt, was mit viel Training, Durchhaltevermögen und ein bisschen Glück möglich ist im American Football. Und in der kommenden Saison, die im September beginnen soll, könnte er weitere Gesellschaft aus Deutschland erhalten. Weil David Bada, 25 Jahre alter Defensivspieler aus München, einfach genau das gemacht hat, was bei Johnson schon einmal geklappt hat: hart arbeiten, an sich und seinen Traum glauben und auf ein bisschen Glück hoffen.

          Da, wo Jakob Johnson (Bild) schon ist, will David Bada auch hin: in die NFL
          Da, wo Jakob Johnson (Bild) schon ist, will David Bada auch hin: in die NFL : Bild: dpa

          Bada hat es aus dem IPP heraus im zweiten Anlauf zu den Washington Redskins geschafft, einem Mittelklasse-Team mit hohen Ansprüchen. Dort muss er sich nun in den kommenden Wochen und Monaten beweisen und vielleicht, ganz vielleicht, wartet so am Ende einer anstrengenden Saisonvorbereitung ein Platz im finalen Kader für die wöchentlichen NFL-Spiele.

          Dass alleine diese Chance „unbeschreiblich“ ist, wie es Bada ausdrückt, weiß auch Johnson. Für ihn ist die Tatsache, dass nun möglicherweise ein weiterer Football-Spieler aus Deutschland in den Vereinigten Staaten sein Geld verdienen wird, auch ein Beleg für die gute Jugendarbeit hierzulande. „Dass immer mehr deutsche Athleten die Chance bekommen, in der NFL zu spielen, spricht für die Arbeit, die in Deutschland gemacht wird und für die Coaches, die ihre jungen Talente dazu anregen in die USA zu gehen, um dort Football zu spielen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich finde es super, dass Bada diese zweite Chance bekommen und auch genutzt hat. Das ist eine Hammer-Story.“

          Neben Bada kämpft derzeit auch Dominik Eberle aus Nürnberg um einen Platz bei einem NFL-Team. Eberle hat seine Football-Ausbildung in den Vereinigten Staaten bekommen. Er zog als Jugendlicher mit seiner Familie nach Amerika und spielte zuletzt am College für Utah State. Der Kicker steht nun bei den Las Vegas Raiders unter Vertrag und muss sich dort empfehlen, bevor die nächsten Kader-Kürzungen anstehen.

          Über ihre Entwicklung halten sich die drei Deutschen gegenseitig auf dem Laufenden. Bada kennt Johnson aus der gemeinsamen Zeit im International Player Pathway Program, wo sich erst der Stuttgarter und dann ein Jahr später auch der Münchener durchsetzte. Auch mit Eberle hat Johnson bereits geplaudert, schriftlich zumindest, bei Instagram. Er sagt: „Wenn die Jungs mir schreiben: Ich bin hier mit Tipps und allem, was ich tun kann.“ Ganz so also, wie es ein Vorbild eben macht.

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