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Super-Bowl-Experte Esume : „Football befriedigt Grundbedürfnisse des Mannes“

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Schach mit Anfassen: eine Szene aus dem Spiel Green Bay gegen Atlanta Bild: AP

Beim Super Bowl erklärt Patrick Esume Millionen deutschen Fans das komplizierte Spiel mit dem Ei. Im FAZ.NET-Interview sagt er, warum es so lange gedauert hat, bis Football hierzulande populär wurde – und wer gewinnt.

          In wenigen Sätzen erklärt: Was ist das Geniale an American Football?

          Erstmal ist es ein Sport wirklich für die ganze Familie. Da können wirklich alle dran teilhaben. Nicht wie Fußball, wo nur der Vater mit seinem Sohn ins Stadion geht. Zweitens bringt dieser Sport alles mit, was Sport interessant macht: Athletik, Kraft, Härte, aber auch das Strategische. Football ist nichts anderes als Rasenschach. Und die NFL liefert grandiose Bilder in Super-HD. Man ist fast mittendrin, wenn man das sieht. Als letztes befriedigt der Sport die Grundbedürfnisse des Mannes, Jagen, Erlegen und beschützen. Das spricht sowohl die Spieler als auch die männlichen Zuschauer an.

          Donald Trump findet, dass der Sport verweichlicht sei, seit die Regeln die Spieler besser schützen. Ist das noch ein Männersport?

          Wahrscheinlich hat Trump noch nie Football gespielt und richtig einen auf die Rübe bekommen. Sofern ist er nicht der Richtige, um das zu beurteilen. Die neuen Regeln schützen die Spieler besser. Man kann sagen, der Sport wird dadurch verwässert. Aber das finde ich nicht. Es ist genauso hart wie früher, aber heute wird eher versucht, die Verletzungen zu minimieren. Das ergibt Sinn.

          Patrick Esume feiert als Football-Experte Erfolge im Spartenfernsehen. Als Trainer arbeitete er auch schon für NFL-Teams.

          Und wieso stehen Frauen auf Football? Nur wegen des Schönlings Tom Brady?

          Frauen haben ja verschiedene Geschmäcker. Im Football hat man alle Formen und Farben an Figuren dabei. Vom 2,10-Meter-Mann mit 160 Kilo bis zu 1,68 Meter und 70 Kilo. Generell sind die alle gut in Form, haben dicke Arme und enge Hosen an. Das lässt sich gut anschauen.

          Wieso hat es trotz allem so lange gedauert, bis Football im deutschen Fernsehen den echten Durchbruch geschafft hat?

          Es hat sich einfach niemand getraut, die gesamte Saison zu zeigen. „Ran“ hat es dann einfach gemacht. Das war das beste Wagnis überhaupt. Jetzt sieht man, dass das funktioniert. Das Interesse war immer da in Deutschland. Sonst hätte früher die NFL Europe nicht am Ende fünf Teams in Deutschland gehabt. Dieses Interesse bedienen wir jetzt mit unseren Übertragungen.

          Wird es aber nicht als Experte langsam langweilig, die immer gleichen Regeln nochmal zu erklären?

          Für mich ist das Pionierarbeit. Jetzt kann ich dem Sport, der so gut war zu mir, etwas zurückgeben. Für die einfachen Fragen habe ich dann einen Kommentator an meiner Seite, der sie mir stellt. Und ab und zu gehe ich ja auch ins Detail für alle, die tiefer in der Materie drin sind.

          Wie fühlt sich das an, etwa mit Frank Buschmann zusammenzuarbeiten, der nicht so richtig Ahnung von dem Sport hat?

          Ich glaube, da täuschen sich viele. Unsere Kommentatoren haben sich jede Menge Wissen draufgeschafft. Vor dem Fernseher ist es natürlich einfach zu sagen: „Der weiß ja gar nicht Bescheid.“ Aber, wenn wir ehrlich sind, gibt es in Deutschland nicht sehr viele Leute, die den Sport wirklich durchdrungen haben.

          Wie kommt man denn eigentlich als Hamburger Junge auf die Idee, American Football zu spielen?

          Von der F- bis zur A-Jugend habe ich Fußball gespielt. In Hamburg gab es die Dolphins und dann die Silver Eagles. Irgendwann hat mich ein Bekannter aus der Nachbarschaft mit zu den Dolphins genommen, erst zu den Spielen, dann zum Training. Da war ich nicht so schlecht. Der Rest ist Geschichte. Jetzt sitze ich vor der Super Bowl in einem Hotelzimmer in Houston.

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