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American Football : Der Superbowl bleibt in der Familie

  • Aktualisiert am

Eli Manning im Konfetti-Regen: dem Bruder nachgeeifert Bild: REUTERS

Ein Touchdown 35 Sekunden vor Schluss brachte den New England Patriots im wichtigsten Spiel der Saison die erste Niederlage: Quarterback Eli Manning führte die New York Giants zum Superbowl-Sieg. Vor einem Jahr hatte sein Bruder mit den Indianapolis Colts triumphiert.

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          Sein Bruder Peyton riss auf der Tribüne die Arme in die Luft, seine Mannschaftskameraden fielen ihm um den Hals und Eli Manning selbst schaute für einen kurzen Augenblick fast ein wenig ungläubig: Nach dem 17:14 (3:0, 0:7, 0:0, 14:7) im 42. Super Bowl gegen die zuvor in allen 18 Saisonpartien ungeschlagenen New England Patriots gab es bei den New York Giants kein Halten mehr.

          Mit stählernen Nerven und dem entscheidenden Touchdown-Pass 35 Sekunden vor dem Spielende hatte Quarterback Manning den krassen Außenseiter in Phoenix/Arizona zum Titel in der National Football League (NFL) geführt. Aus dem vor der Saison noch als Weichei verspotteten Spielmacher war ein Sportheld geworden. „Ich bin sehr stolz auf dieses Team. Wir haben nie an uns gezweifelt und waren davon überzeugt, dass wir auch dieses Spiel gewinnen können“, sagte Manning nach dem Triumph, mit dem er die Giants nicht nur zum dritten Super-Bowl-Sieg nach 1987 und 1991 geführt, sondern den Titel auch in der Familie gehalten hatte. Im vergangenen Jahr war Peyton als Quarterback der Indianapolis Colts der Endspielsieg gelungen.

          „Das zeichnet einen großen Spielmacher aus“

          „Ich war unglaublich aufgeregt und habe auf der Tribüne richtig mitgefiebert. Einige Freunde haben mir sogar Kurzmitteilungen geschickt und gesagt, ich solle mich beruhigen“, berichtete Peyton Manning und war voll des Lobes für seinen Bruder: „Eli war auf dem Spielfeld ganz ruhig. Das zeichnet einen großen Spielmacher aus.“

          Eli Manning im Konfetti-Regen: dem Bruder nachgeeifert Bilderstrecke

          Exemplarisch für die Nervenstärke Eli Mannings war die entscheidende Angriffsserie im letzten Viertel. Selbst als drei Patriots-Verteidiger am Trikot des Quarterbacks herumzerrten und ihn zu Boden reißen wollten, blieb der 27-Jährige standhaft und brachte den Ball noch zu einem Mitspieler. Den entscheidenden Touchdown-Pass fing schließlich Plaxico Burress.

          Vater Archie Manning kann es kaum fassen

          Insgesamt verbuchte Manning Pässe für einen Raumgewinn von 255 Yards und warf den Ball zweimal erfolgreich in die gegnerische Endzone. Für diese Leistung wurde er nach der Partie ebenso wie im Vorjahr sein Bruder als „wertvollster Spieler“ (MVP) des Finales ausgezeichnet.

          Auch Vater Archie Manning war von 1971 bis 1984 in der NFL als Quarterback aktiv, konnte jedoch nie den Titel gewinnen. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Söhne eines Tages den Super Bowl gewinnen werden. Das war nicht unser Plan. Wir haben sie wie ganz normale Kinder aufgezogen. Ich kann das alles gar nicht fassen und bin einfach unendlich glücklich“, sagte der stolze Papa.

          Gegenspieler Tom Brady sehr enttäuscht

          Für die Patriots, die New York am letzten Spieltag der regulären Saison noch mit 38:35 bezwungen hatten, war die Niederlage doppelt bitter. New England verpasste nicht nur den vierten Super-Bowl-Sieg der Vereinsgeschichte, sondern auch die Chance, eine Saison als erstes Team mit einer Bilanz von 19:0 Siegen abzuschließen. Bisher waren nur die Miami Dolphins ungeschlagen NFL-Champion geworden. 1972 benötigten sie dafür aber nur 17 Siege.

          „Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Es wird sehr schwierig, diese Niederlage in den kommenden Monaten zu verdauen. Ich muss dieses Spiel und die gesamte Saison jetzt erstmal Revue passieren lassen. Wir waren so gut vorbereitet“, sagte der im vorherigen Saisonverlauf überragende Patriots-Quarterback Tom Brady, der sich im Finale die Zähne an der starken New Yorker Defensive ausbiss und fünfmal mit Raumverlust zu Boden gerissen wurde. Insgesamt warf er Pässe für einen Raumgewinn von 266 Yards und einen Touchdown.

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