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Segel-Unfall vor America’s Cup : In eine Wand aus Gischt

Schwebende Flitzer: Die Segelboote beim Prada Cup (hier Team New Zealand 2020) erreichen eine Geschwindigkeit von mehr als 70 Kilometer pro Stunde. Bild: AFP

Bei den Trainingsläufen verliert das Team New Zealand die Kontrolle über seine Yacht – und kentert. Der Vorfall zeigt kurz vor dem bevorstehenden Prada Cup, wie unberechenbar dieser Sport sein kann.

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          Sie mögen mit Haken und Ösen, mit Finten und Fouls kämpfen, um den Gegner in trügerischer Sicherheit zu wiegen. Das Kentern des Teams New Zealand bei den Trainingsläufen für den America’s Cup in Neuseeland am Montag aber stammte ganz sicher nicht aus der Trickkiste: Die Mannschaft, der bislang die größten Chancen auf den Sieg und damit die Verteidigung des Cups zugesprochen werden, verlor in den Böen vor Auckland schlicht die Kontrolle über ihre AC75. Auf Steuerbordbug unterschnitt der Bug der Yacht nach der Halse, es folgte die Vollbremsung in einer Wand aus Gischt. Das Kentern war nicht mehr aufzuhalten. Ab Freitag werden die Teams aus Amerika, Italien und England dann das Recht aussegeln, die Neuseeländer herausfordern zu dürfen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Deren Mannschaft blieb bei der Kenterung unverletzt. Das ist eine wichtige Nachricht insbesondere für die kleine America’s-Cup-Welt. Denn mit Andrew „Bart“ Simpson war ein britischer Segler bei der Kenterung der schwedischen Artemis Racing während des Trainings für den Cup 2013 vor San Francisco unter dem Katamaran ertrunken. Simpson war ein enger Freund von Sir Ben Ainslie, der nun vor Neuseeland das britische Boot steuert. Jimmy Spithill, heute einer der beiden Bootsführer der Italiener, deutete den Tod des Briten mit Blick auf die Formel1 damals als „Ayrton-Senna-Moment des Segelns“. „Segeln ist, anders als die Formel1, manchmal schwer auszurechnen, denn wir müssen mit einem Bereich zurechtkommen, der jenseits unserer Kontrolle liegt – den Elementen. Der Wind und die See werden unseren Sport immer unberechenbar machen, aber zum ersten Mal überhaupt konzentrieren wir uns nicht mehr nur auf die Geschwindigkeit, sondern auch auf die Sicherheit“, sagte der Australier damals.

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