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America´s Cup : Nebel und Flaute halten Amerika im Rennen

  • -Aktualisiert am

Nebel und Flaute: das neuseeländische Team vor der Golden Gate Bridge Bild: REUTERS

Noch ein Punkt fehlte dem neuseeländischen Team zum Sieg des America´s Cup. Doch auch beim 13. Rennen ist keine Entscheidung gefallen. Der Wind ist für die mit 8:3 in Führung liegenden Neuseeländer zu schwach, um im festgelegten Zeitlimit ins Ziel zu kommen.

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          Gegensätzlicher hätten die Reaktionen an Bord nicht sein können. Mit versteinerter Miene steuerte der sonst so smarte Dean Barker den Katamaran ins Ziel, während sich die Crew auf der Oracle-Yacht auf die Schultern klopfte und mit den Händen erleichtert abklatschte. Ein bitterer Renntag für die in Führung liegenden Neuseeländer, der bestimmt in die Geschichte des America’s Cup eingehen wird. „Absolut frustrierend“, wie Barker fand.

          Mit 84 Sekunden wurde der Herausforderer am Freitagmittag (Ortszeit) vom amerikanischen Titelverteidiger abgehängt und wartet damit weiterhin auf den einen einzigen noch nötigen Punkt für den Triumph. Doch was sich zuvor in der Bucht von San Francisco abspielte, ließ die Kiwis komplett verzweifeln. Nebelschwaden vom Pazifik und schwacher Wind mit einer Stärke um die zwölf Kilometer pro Stunde machte die erste Wettfahrt zu einer bizarren Segel-Erfahrung. Die Golden Gate Bridge lag zeitweise ganz in einer Wolkenwand. Statt mit 80 Kilometer pro Stunde über den Kurs zu brettern, schlichen die monströsen Katamarane geradezu von Wendemarke zu Wendemarke. Diesmal fehlte der Speed, um auf den Minitragflächen übers Wasser zu „fliegen“.

          Eine ganz andere Herausforderung für die Crews. Jede Böe im Revier vor der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz wurde händeringend gesucht. Die Kiwis zeigten bei diesen Bedingungen eine gute Abstimmung. Doch am Ende kämpften die überlegenen und mit mehr als einem Kilometer führenden Neuseeländer darum, ihr Rennen über die rund 22 Kilometer im festgelegten Zeitlimit von 40 Minuten zu absolvieren – ohne Erfolg. Mutter Natur machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Zeitregel kostete den Kiwis die ersehnte Entscheidung. Kurz bevor sie mit ihrem Katamaran auf die Zielgerade abbogen, funkte Regattaleiter Iain Murray den Abbruch des Rennens durch. Ein dramatisches Aus. „Wir waren so nahe dran und doch so weit weg“, haderte später Steuermann Barker. Die Crew vom Team New Zealand ließ die Köpfe hängen. Was soll bei diesem Cup noch passieren?

          Plötzlich bekommen die Oracle-Segler Oberwasser, obwohl sie nach Siegen noch weit zurückliegen. Es steht nun 8:3. Wer neun Wettfahrten gewinnt, dem gehört die älteste Sporttrophäe. „Zum Start der Regatta schien es so, als würde alles gegen uns laufen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass sich das Blatt beginnt zu wenden“, sagte Oracle-Steuermann James Spithill. Vor dem ersten Startschuss vor zwei Wochen waren die Amerikaner wegen eines Regelverstoßes mit zwei Minuspunkten belegt worden. Eigentlich stünde es jetzt 8:5. Nun haben die Neuseeländer eigentlich noch genug Puffer, wenn nicht wieder etwas schiefgeht. Schon am Donnerstag hatten sie einen „Matchball“ vergeben. An diesem Samstag sind vor San Francisco die nächsten Rennen angesetzt.

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