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America’s Cup : Neuseelands Chance auf die ganz große Revanche

Beim bedeutendsten Segelrennen der Welt kommt es ab diesem Samstag zur Neuauflage eines der bislang spannendsten Duelle im internationalen Segelsport. Bild: AP

Mit einem 5:2-Sieg über Schweden qualifiziert sich das Team New Zealand für das Finale des America’s Cup – und lässt sich auch von abermals schwierigen Bedingungen nicht beirren. Nun kommt es zur Neuauflage eines der dramatischsten Duelle der Sportgeschichte.

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          Von ihrem innigen Wunsch nach einer Revanche hat sich das Team New Zealand beim 35. America’s Cup auch von einer Flaute nicht abbringen lassen. Nur wenige Stunden nachdem die Crew um Steuermann Peter Burling ebenso wie ihre Gegner – das Artemis-Team aus Schweden – noch hilflos und ohne Wind auf dem Wasser vor der Küste Bermudas trieben, konnten die Neuseeländer schon kurz nach dem Ende des neugestarteten siebten Rennens des Herausforder-Finales noch auf ihrem Katamaran die Champagnerkorken knallen lassen.

          Mit einem Vorsprung von 56 Sekunden gewannen sie ihr fünftes Duell der „Challenger Finals“ und qualifizierten sich somit durch einen 5:2-Sieg für die maximal dreizehn finalen Rennen um den America’s Cup gegen das Titelverteidigerteam Oracle aus den Vereinigten Staaten. Damit kommt es beim bedeutendsten Segelrennen der Welt ab diesem Samstag nun zur Neuauflage eines der bislang spannendsten Duelle im internationalen Segelsport.

          Vor vier Jahren führte das Team aus Neuseeland mit ihrem damaligen Steuermann Dean Barker im Finale des America’s Cup bereits mit 8:1 gegen die Amerikaner und ihren Skipper Jimmy Spithill, konnte dann aber Rennen in Folge nicht gewinnen und verlor schließlich noch 8:9. Der Sieg von Spithill und seiner Crew gilt seither als eines der größten Comebacks der Sportgeschichte – und bei den Neuseeländern ist die schmerzliche Erinnerung an diese historische Niederlage noch längst nicht verblasst. „Wir sind ziemlich heiß darauf, den America’s Cup dahin zubringen, wo er hingehört – nämlich nach Neuseeland“, sagt Burling.

          Der Olympiasieger von Rio de Janeiro ist mit 26 Jahren der jüngste Steuermann dieser Cup-Auflage und könnte bei einem Sieg über Oracle zum jüngsten Skipper werden, der jemals ein Team zum Sieg beim America’s Cup führen konnte. Diesen Titel trägt derzeit wiederum sein kommender Gegner: Der gebürtige Australier Spithill gewann 2010 als Dreißigjähriger erstmals mit Oracle die älteste und prestigeträchtigste Silberkanne im Segeln und könnte nach dem Triumph vor vier Jahren bald schon der erste Skipper sein, der drei Mal in Folge den America’s Cup gewinnt.

          Während Spithill als aggressiver Spezialist für enge Boot-gegen-Boot-Duelle gilt, hat sich Burling in den bisherigen Rennen als berechnender und ohne große Emotionen segelnder Taktiker präsentiert. Zwar konnten die Amerikaner in der Qualifikationsrunde beide Aufeinandertreffen mit den Neuseeländern für sich entscheiden und gehen als Sieger dieser „Round Robin“ mit einem Punkt Vorsprung ins Finale, doch sind ihre Herausforderer im Verlauf des Wettbewerbs fast kontinuierlich stärker geworden – und dabei auch mit unvorhergesehenen Dingen zurechtgekommen.

          Kurz nach dem Ende des neugestarteten siebten Rennens des Herausforder-Finales konnten Neuseelands Segler noch auf ihrem Katamaran die Champagnerkorken knallen lassen. Bilderstrecke

          Bereits in einem Trainingsduell vor allen Rennen wurde die Burling-Crew von dem Boot der Briten gerammt und der Rumpf ihres Katamarans dabei beschädigt. Und als in der vergangenen Woche schwere Sturmböen zeitweise für Chaos im Zeitplan und auf der Strecke sorgten, wurden die Neuseeländer in einer Phase kurz vor dem Start von heftigem Wind erfasst und kenterten. Auch gegen die Schweden behielten sie nun die Nerven, als etwa ab der Hälfte des siebten Rennens so gut wie kein Lüftchen mehr im Großen Sund von Bermuda wehte und beide Boote mehr oder weniger nur noch auf dem Meer dahin trieben, bis sich die Rennleitung für einen zwischenzeitlichen Abbruch entschied.

          Schon wegen all dieser Zwischenfälle fühlt sich Peter Burling nun gewappnet für das finale Duell mit dem Team Oracle – auch wenn er weiß, dass erst jetzt richtig ernst wird: „Es war bis hier her schon ein harter Kampf. Aber, wenn der America’s Cup ein Marathon ist, dann haben wir jetzt erst die Hälfte geschafft.“

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