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Allen Stanford : Ein Senior-Playboy mit Musen auf dem Schoß

Allen Stanford (Zweiter von rechts) überreichte seinen „Superstars” den Siegerscheck Bild: AP

Männer brauchen Musen. Das meint auch Allen Stanford. Der Milliardär schäkerte während einer Partie seines eigenen Cricket-Turniers mit den knapp gekleideten englischen Spielerfrauen. Die Gatten auf dem Spielfeld waren „not amused“.

          Männer brauchen Musen. Zumindest soll es helfen. Manche helfen gleich vielen. Wie Alma Mahler-Werfel: Für sie schufen mehrere Männer Musik, Malerei, Literatur von bleibendem Wert. Oder Patti Boyd, die George Harrison zu „Something“ inspirierte und Eric Clapton zu „Layla“. Umstritten ist der kulturelle Wert der Muse bei Fußballern. Einige neigen neuerdings dazu, sich nach einem Tor den dekorierten Unterarm zu küssen.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Das soll man wohl so interpretieren, dass dort jemand verewigt ist, ohne den all das nicht möglich gewesen wäre (einer der üblichen Verdächtigen, denen auch bei Bambi-Verleihungen unter Tränen gedankt wird). Aber vielleicht ist alles ganz anders, und auf dem Arm stehen statt eines Herz-Tattoos nur die taktischen Anweisungen, die sich der Spieler mit Kugelschreiber auf die Haut gespickt hat. Nun dankt er küssend der Weitsicht seines Trainers.

          A- bis C-Jugendspiele mit Freundinnen am Rand

          Das Biotop der Fußballermuse ist die Tribüne. Denn Fußballer haben den einzigen Beruf, bei dem sich Männer von ihren Frauen bei der Arbeit zuschauen lassen müssen. Zwar können von weiblicher Anwesenheit bei männlicher Sportbetätigung mitunter verschärfende Einflüsse auf den Adrenalinspiegel ausgehen, wie jeder bestätigen kann, der schon A- bis C-Jugendspiele mit Freundinnen am Spielfeldrand erlebt hat. Aber derlei kann man sich auch zunutze machen. Vielleicht hätte sich also, um Deutschland eine Chance zu geben, Franz Beckenbauer am vergangenen Mittwoch in Berlin in Begleitung seines Charmes in der Loge der englischen Spielerfrauen blicken lassen sollen.

          Wie das wirkt, hat vor ein paar Wochen Allen Stanford vorgemacht. Der amerikanische Milliardär veranstaltete eine fernsehfreundlich verknappte Turnierversion des Crickets, bei der es auf Antigua um 20 Millionen Dollar ging, die angeblich höchste Siegprämie der Sportgeschichte. Dabei war er nicht sehr geizig mit seinem Namen.

          Der hohe Besuch schäkert mit den Damen

          Das Turnier hieß „Stanford Super Series“, das Stadion „Stanford Cricket Ground“ und einer der Teilnehmer, eine karibische Auswahl, „Stanford Superstars“. Und auch nicht geizig mit seinem Charme. In einer Partie setzte sich Stanford, Typ Senior-Playboy, mit großem Hallo zu den englischen Spielerfrauen. Während unten die Gatten kleine Bälle jagten, schäkerte der hohe Besuch mit knapp gekleideten Damen. Eine zog er auf seinen Schoß, eine andere drückte er an sich - schrilles Kichern, das Fernsehen dabei.

          Und die Engländer? Not amused. Der Gatte von der auf dem Schoß habe „schockiert“ ausgesehen, beschrieb ein Kollege. Der Gegner hieß auch noch „Middlesex“. Fünf Tage später verloren sie, vermutlich nach einigen Tagen Ehekrach, das Finale und die 20 Millionen Prämie - übrigens gegen die „Stanford Superstars“. Deren Muse? Der Mann, nach dem sie benannt sind.

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