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Schwimmer Alfred Nakache : Ein Lehrstück über die Liebe zum Leben

  • -Aktualisiert am

Ein Mann mit einer speziellen Geschichte: Alfred Nakache im Jahr 1950 Bild: AFP

Bei der Schwimmer-Gala kommen die Größten in die Hall of Fame. Ein Name auf der Liste ruft jedoch selbst bei ausgewiesenen Experten der Sportart Stirnrunzeln hervor. Seine Geschichte ist eine ganz besondere.

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          Die jährliche Aufnahmefeier in die Ruhmeshalle des Schwimmens ist ein Highlight dieses Sports, lebende Legenden von Mark Spitz bis Michael Phelps reisen im Mai nach Florida, um das Wochenende am Beckenrand des dortigen Schwimm-Leistungszentrums zu verbringen, Cocktails zu trinken, alte Geschichten auszutauschen. Bei einer Gala werden dann die Größten der Branche geehrt. Zu den Geehrten in diesem Jahr gehören die deutsche Kraulsprinterin Britta Steffen, ihr amerikanischer Kollege Jason Lezak und die australische Lagenspezialistin Stephanie Rice, allesamt Olympiasieger von 2008. Keiner der drei ist eine Überraschung, jeder, der sich ein wenig mit Schwimmen auskennt, gönnt ihnen die Ehre. Ein Name auf der Liste der Ruhmreichen ruft jedoch selbst bei ausgewiesenen Schwimmexperten Stirnrunzeln hervor: Alfred Nakache.

          Dass heute kaum noch jemand Nakache kennt, liegt auch daran, dass seine ruhmreichen Zeiten mehr als 70 Jahre zurückliegen. Trotzdem ist es überaus schade, dass der algerischstämmige Jude derart in Vergessenheit geraten war. Der Lebenslauf von Nakache sucht unter den Sportler-Biographien des 20. Jahrhunderts seinesgleichen. Soweit bekannt ist, ist Nakache der einzige Auschwitz-Überlebende, der sowohl vor als auch nach 1945 an Olympischen Spielen teilgenommen hat. Seine Geschichte ist ein Lehrstück über die Liebe zum Leben und die Kraft des Sports.

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