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Fecht-WM : Keine Medaille für Ndolo

  • Aktualisiert am

Alexandra Ndolo (rechts) muss sich im Viertelfinale geschlagen geben. Bild: AFP

Am Tag nach Degen-Bronze für Richard Schmidt verpasst Ndolo eine Medaille. Auch Kleibrink und Joppich müssen früh passen – wollen im Team-Wettbewerb aber wieder angreifen.

          Dank Richard Schmidt gehen Deutschlands Fechter bei der Heim-WM nicht medaillenlos in die Team-Wettbewerbe. Couragiert, offensiv, kämpferisch – so wischte der 25-Jährige vom FC Offenbach in der Leipziger Arena bis auf Italiens Weltmeister Paolo Pizzo alle von der Planche. Und das quasi als No-Name-Mann: Wer als 135. der Weltrangliste erst im WM-Halbfinale verliert, hat Großes geleistet. „Ich hatte mir ein Top-16-Ergebnis vorgenommen“, sagte der Jurastudent nach der ersten WM-Einzelmedaille eines deutschen Degenfechters seit 2001. „Sensationell von Richard. Dynamisch, aggressiv, ohne Angst“, kommentierte Sportdirektor Sven Ressel.

          Mit dem Degen verpasste die Leverkusenerin Alexandra Ndolo eine Medaille: Sie unterlag im Viertelfinale der ehemaligen Weltmeisterin Julia Beljajewa aus Estland mit 9:15. Der Erfolgsweg des Bonners André Sanita im Herrenflorett wurde beim 14:15 erst im Achtelfinale von Race Imboden aus den Vereinigten Staaten gestoppt.

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          Anna Limbach schob nur kurz Frust. Als Fünfte verpasste sie an ihrem 28. Geburtstag den Platz auf dem Podest der Allerbesten. „Erste Acht ist auch super“, sagte die EM-Fünfte aus Dormagen nach dem 11:15 im Viertelfinale am Samstag gegen Irene Vecchi aus Italien. Olga Charlan aus der Ukraine holte gegen Tunesiens Olympia-Sechste Azza Besbes den dritten WM-Titel nach 2013 und 2014. Ann-Sophie Kindler aus Eislingen überraschte als 15. positiv.

          DFeB-Präsidentin Claudia Bokel hielt sich nach Schmidts drittem Rang zurück. „Überbordende Euphorie gibt es bei mir noch nicht“, sagte Bokel zurecht. Denn am Tag danach gab es nicht nur tolle Auftritte wie von Ndolo oder Sanita, sondern auch Fehlschläge wie die Zweitrundenpleiten von Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink und des viermaligen Einzel-Florettweltmeisters Peter Joppich.

          Das bedeutete Rang 19 für Joppich und 25 für Kleibrink. Bundestrainer Uli Schreck: „Peter hat einfach die Lampe nicht mehr angemacht.“ Beim Fechten wird ein Treffer durch ein rotes oder grünes Licht angezeigt. Joppich konnte es kaum erklären: „Ich weiß nur, dass ich eine schlechte Trefferquote hatte.“

          Zu Kleibrink bemerkte Schreck, das sei ihm am Ende ein bisschen zu schnell gegangen. Kleibrink war platt: „Für ein drittes Gefecht hätte es wahrscheinlich nicht gereicht“, kommentierte er seine körperliche und geistige Erschöpfung. Zu dem als WM-15. in die Weltklasse vorgerückten Sanita sagte Schreck: „Ich freue mich wahnsinnig über André.“

          Letzte zwei Einzeltitel gehen an Russland

          Nach den Einzel-Enttäuschungen mit Platz zehn für Europameister Max Hartung und Rang 13 für den Olympia-Achten Matyas Szabo versprachen die Säbelherren für den Team-Wettbewerb am Montag eine neue Attacke. Bei der WM 2015 waren sie Dritter. Vage Hoffnungen auf eine Top-Position hat das weibliche Florett-Quartett aus Tauberbischofsheim – nach Bronze bei der EM im Juni in Tiflis nicht völlig unberechtigt.

          Die letzten beiden Einzeltitel der WM holten die Russin Tatjana Gudkowa und ihr Landsmann Dimitri Scherebtschenko. Die 24 Jahre alte Degenfechterin Gudkowa gewann das Finale gegen Ewa Nelip aus Polen mit 11:9. Im Herrenflorett gab es durch Scherebtschenko das zweite Gold des Tages für Russland. Der 28-Jährige bezwang den Japaner Toshiya Saito im Schlussgefecht mit 15:12.

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