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Deutschlands beste Fechterin : Die Vielseitige mit dem Degen

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Gerne auch mal gegen Männer: Alexandra Ndolo, die beste deutsche Fechterin. Bild: dpa

Als Kind hat Alexandra Ndolo mit der Leichtathletik begonnen und betrieb über Jahre hinweg Modernen Fünfkampf. Erst mit 20 Jahren hat sie sich dann ganz dem Fechten gewidmet und hat bei der Fecht-WM große Ziele.

          Im Rampenlicht der Leipzig-Arena kämpfen Florett-Damen und Säbel-Herren an diesem Freitag um ihre WM-Chancen. Nur ein paar Meter entfernt, hinter dem schwarzen Vorhang, der den Wettkampf- vom Trainingsbereich abtrennt, lässt sich Alexandra Ndolo schon frühmorgens vom neuen Bundestrainer Dominik Csobó ein paar Lektionen erteilen, obwohl es für sie erst an diesem Sonntag ernst wird. Beide arbeiten konzentriert, lachen aber auch. Die 30 Jahre alte Degenfechterin und ihr drei Jahre jüngerer Coach haben sichtlich Freude an der Arbeit.

          Training, Training, Training. Und dabei „Passion, Positivity, Perseverance“, wie Alexandra Ndolo auf ihrer Homepage schreibt: „Leidenschaft, positive Einstellung, Durchhaltevermögen“, so lautet ihr Motto-Mix. Alexandra Ndolo, geboren in Bayreuth als Tochter einer polnischen Mutter und eines kenianischen Vaters, lässt keine Zweifel an ihrer Motivation. Und macht kein Geheimnis aus den Gründen ihres relativ späten Erfolgs. Viel Arbeit: Lektionen, Gefechte, Beinarbeit. Meistens zweimal am Tag, insgesamt in 13 Einheiten pro Woche feilt die Sportsoldatin, die zudem an der Rheinischen Fachhochschule in Köln Wirtschaftspsychologie studiert, an sich und ihrer Performance.

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          Mit dem schönen Resultat, dass die derzeit beste deutsche Fechterin im Juni Platz zwei bei den Europameisterschaften in Tiflis belegte. „Das kam schon überraschend“, sagt die Linkshänderin über ihre erste internationale Medaille, „doch es hat sich auch aufgebaut.“ Sie sei „echt gut drauf“ gewesen. Bei der Heim-WM wäre die junge Frau schon „absolut zufrieden“, wenn sie „unter die besten acht“ käme, wie sie sagt. Dann würde sie sich in der Weltrangliste von Platz 19 unter die besten 16 verbessern, womit sie in Zukunft in der Vorrunde gesetzt wäre und einen stressfreien Tag mehr fürs Training hätte.

          Die deutschen Fechter haben den Anschluss ans Weltniveau seit geraumer Zeit verpasst. Bei den Damen sieht es noch etwas düsterer aus als bei den Herren. Die Zeiten, als Britta Heidemann mit dem Degen Medaillen und Titel abräumte, sind definitiv vorbei. Leipzig soll nun „ein weiterer Meilenstein auf dem Weg nach Tokio“ sein, sagt Ndolo. Doch der Aufbau eines neuen Teams dauert seine Zeit. Immerhin gehört neben den etablierten Beate Christmann (32) und Monika Sozanska (34) auch die 21 Jahre alte Nadine Stahlberg als Debütantin zum Team, was Ndolo als „Zeichen des Aufbruchs“ wertet.

          Ihren persönlichen Umbruch hat die erfahrene Kämpferin schon im Vorjahr durchgezogen: „Die Olympia-Qualifikation hatte nicht geklappt, also änderte ich was“. Ndolo nahm sich einen Athletiktrainer – und vor allem der neue Bundestrainer sorgte für frische Impulse, was nicht unkommentiert blieb. „Das Auftreten von Alex mit ihrem jungen Trainer bei der EM zu sehen hat schon Spaß gemacht“, sagte Säbel-Europameister Max Hartung.

          Im Gespräch agiert Alexandra Ndolo ruhig und reflektiert, zieht offenbar Kraft aus ihrer Vielseitigkeit. Als Kind begann sie mit der Leichtathletik, über Jahre hinweg betrieb sie Modernen Fünfkampf. Zusätzlich lernte sie Geige und Klavier und sang im Schulchor. Während eines Austauschjahres in Amerika spielte die Multisportlerin auch Basketball. Erst mit 20 beschloss sie, sich ganz dem Degenfechten zu widmen, ihrer stärksten Disziplin im Fünfkampf. Zunächst verfolgte sie ihre Fechtkarriere in Bonn, schloss parallel eine Ausbildung als technische Assistentin an der Uniklinik Köln ab. Nun trainiert sie in Leverkusen, wo ein großer Pool an begabten Fechterinnen trainiert, sie sich aber auch sehr gerne mit den männlichen Junioren misst. „Das bringt mir wirklich viel“, sagt sie. „Viele Damen haben Angst davor, aber ich bin 1,80 Meter groß. Ich kann dagegenhalten.“

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