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Tennis in Schanghai : Zverev schlägt Federer

  • -Aktualisiert am

Wichtiger Erfolg: Alexander Zverev bezwingt Roger Federer. Bild: AFP

Alexander Zverev geht einen großen Schritt Richtung ATP-Finale: In Schanghai besiegt er Roger Federer in drei Sätzen. Der „Maestro“ verliert zwischendurch die Contenance.

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          Ob man dereinst sagen wird, an diesem Tag sei die neue Ära des Herrentennis eingeläutet worden? Innerhalb weniger Stunden verloren die Granden gegen die Herausforderer aus der jüngeren Generation, zuerst Novak Djokovic gegen Stefanos Tsitsipas (6:3, 5:7, 3:6), wenig später Roger Federer gegen Alexander Zverev (3:6, 7:6, 3:6). Und Zverev gewann nicht nur, er steckte den kurzen Frust von fünf vergebenen Matchbällen Ende des zweiten Satzes weg, machte weiter, als sei nichts geschehen und erinnerte in dieser Phase an jenen jungen Mann gleichen Namens, der von elf Monaten bei den ATP Finals den Titel gewonnen hatte.

          Vor drei Wochen beim Laver Cup in Genf hatte Federer den deutschen Kollegen mit den Worten in den entscheidenden Satz des entscheidenden Spiels geschickt: Jetzt häng dich rein, das hier kann deine ganze Saison ändern, und das scheint kein leeres Versprechen gewesen zu sein; Zverev gewann seither sechs von sieben Spielen. Im Viertelfinale gegen Federer schlug er so überzeugend auf (17 Asse, nur ein Doppelfehler), als habe es in dieser Abteilung zuletzt nie ein Problem gegeben. Wie das kommt? Zverev sagt, er sei zu seiner alten Bewegung beim Aufschlag zurückgekehrt, und damit fühle er sich einfach wohler. Coach Ivan Lendl habe ihn in der gemeinsamen Zeit davon überzeugen wollen, mit mehr Kick aufzuschlagen, aber das habe irgendwie nie so richtig gepasst.

          Djokovic muss Platz machen

          Dass er sich auch von den fünf vergebenen Matchbällen nicht aus dem Konzept bringen ließ, war keine Kleinigkeit angesichts der Tatsache, dass er in diesem Jahr schon dreimal Spiele nach vergebenen Matchbällen verloren hatte und dass solche Dinge bisweilen unerfreulich lange und fest im Gedächtnis haften bleiben. Es war Federer, der sich an diesem Tag im Qi Zhong Stadium fast die Finger verbrannte. Nachdem er zuvor schon wegen Wegschlagen eines Balles verwarnt worden war, fing er sich zu Beginn des dritten Satzes für das gleiche Vergehen eine weitere ein, die zu einem Punktabzug führte. Womit er verständlicherweise nicht einverstanden war, denn er hatte den Ball mehr weggeschubst als geschlagen. Zverev blieb ungeachtet aller Ereignisse bei seiner geraden Linie, und mit dem sechsten Matchball endete die bemerkenswerte Partie. Federer gratulierte ihm am Netz auch zur Standhaftigkeit und Stärke, mit der er das Spiel durchgezogen hatte.

          Geschlagen: Roger Federer muss seine Tasche packen.
          Geschlagen: Roger Federer muss seine Tasche packen. : Bild: Reuters

          Genauso will Deutschlands Bester an diesem Samstag gegen Matteo Berrettini weitermachen (Beginn nicht vor 14 Uhr MEZ), der mit einem Sieg gegen den Österreicher Dominic Thiem im Halbfinale landete; auch im Hinblick auf die Qualifikation für die ATP Finals kein ganz unbedeutendes Spiel, denn der Italiener ist Zverev dicht auf den Fersen. Stefanos Tsitsipas ist nach seinem Sieg gegen Djokovic dagegen schon als Sechster in der Liste qualifiziert. Das habe in diesem Jahr von Anfang an auf seiner Wunschliste gestanden, meinte der Grieche hinterher, damit fühle sich der Erfolg des Tages noch ein wenig süßer an.

          Für Novak Djokovic steht nach der Niederlage fest, dass er Anfang November nach ziemlich genau einem Jahr die Spitze der Weltrangliste an Rafael Nadal verlieren wird. Da die beiden in der übernächsten Woche bei einem Schaukampf in Kasachstan zugesagt haben, hat Djokovic keine Chance, bei einem der gleichzeitig in Wien und Basel stattfindenden ATP Turniere Punkte zu sammeln, womit er den Wechsel vielleicht hätte verhindern können. In Schanghai sind dagegen in den letzten Spielen die Jungen unter sich. Berrettini und Daniil Medwedew sind 23, Zverev ist 22, Tsitsipas 21. Eine so junge Combo gab es bei einem Turnier der höchsten Masters-Kategorie seit 20 Jahren nicht mehr. „Super Sache“, sagt Zverev, „endlich mal“.

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