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Tennis in München : Der Zauber des Alexander Zverev ist verflogen

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Den dritten Titel in Serie in München muss sich Alexander Zverev abschminken. Bild: AFP

Nach einem Formtief sollte beim Tennisturnier in München alles besser werden für Alexander Zverev. Doch unter schwierigen Bedingungen scheidet der Titelverteidiger schon im Viertelfinale aus.

          Alexander Zverev zog sich enttäuscht das Stirnband vom Kopf, packte eilig seine Tasche und verabschiedete sich mit einem kurzen Winken, aber ohne ein Lächeln vom Publikum. Auch beim ATP-Turnier in München setzte sich für den Weltranglistendritten eine beunruhigende Serie der frühen Niederlagen fort: Als Titelverteidiger scheiterte er auf dem Weg zum Hattrick bei den BMW Open im Viertelfinale – nach einem Match, das einer Achterbahn glich.

          An einem nasskalten Tag unterlag Zverev dem Chilenen Cristian Garin mit 4:6, 7:5, 5:7 – dabei konnte er im entscheidenden Satz beim Stand von 5:4 zwei Matchbälle zu seinen Gunsten nicht nutzen, nachdem er zuvor im zweiten Durchgang drei Matchbälle der Nummer 47 der Weltrangliste abgewehrt hatte. „Es läuft gerade alles gegen mich, es geht alles nicht in meine Richtung“, klagte ein niedergeschlagener Zverev und konstatierte: „Letztes Jahr habe ich solche Matches gewonnen, dieses Jahr verliere ich sie oft.“

          Freilich betonte Zverev auch, dass er diesmal hätte erfolgreich sein können. Doch nach lebhaften Diskussionen um seinen ersten Matchball, als er einen Schlag von Garin im Aus gesehen hatte, schlug der ATP-Champion den folgenden Ball ins Aus, verlor dann seinen Aufschlag und nach 2:11 Stunden bei der vierten Siegchance von Garin das Match. „Ich habe den Ball knapp im Aus gesehen, danach ist mein Ball knapp im Aus gewesen“, sagte Zverev und wiederholte: „Alles läuft gerade gegen mich.“

          Zverev hatte es offensichtlich eilig, vom vollbesetzten Center Court wieder ins Clubhaus zu kommen. Bei jedem Ballwechsel war der Hamburger auf eine schnelle Entscheidung aus, allerdings unterliefen ihm nach souveränem Beginn und einer 3:0-Führung zunehmend Fehler. Garin dagegen wurde immer sicherer, Zverev fehlte die Konstanz. Im sechsten Turnier nacheinander ist er damit bereits in seinem ersten oder zweiten Match gescheitert.

          Wie schon in seinem Auftaktmatch am Mittwoch gegen Juan Ignacio Londero aus Argentinien, gegen den er 4:1 in Führung gelegen hatte, stieß Zverev nach gutem Beginn auf Probleme. Im Gegensatz zum Match zwei Tage zuvor blieb es beim Hamburger nach der kritischsten Phase und der Abwehr der Matchbälle im zweiten Satz aber bei einem Auf und Ab: Im dritten Durchgang hatte er vor seinen Matchbällen die Breaks zum 2:0 und 4:2 nicht nutzen können.

          Dabei war Zverev guter Dinge gewesen. „Gott, bin ich froh, wieder in München zu sein“, hatte er gerufen, als er sein Auftaktmatch gewonnen hatte. Jetzt sagte er immerhin noch: „Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.“ Am Freitag war der Zauber verflogen. In München, hatte Zverev gehofft, werde sich alles zum Guten wenden – doch die Ernüchterung folgte nur zwei Tage nach dem Hoffnungsschimmer.

          Nach großem Kampf scheiterte anschließend auch Philipp Kohlschreiber. Der Rekordsieger unterlag in einem ausgeglichenen, 2:41 Stunden dauernden Match auf dem kleinen Court 1 dem Italiener Matteo Berrettini mit 6:4, 5:7, 4:6 und verpasste damit sein siebtes Halbfinale in München. Bei den vorangegangenen sechs Teilnahmen hatte der Sieger von 2007, 2012 und 2016 jeweils auch das Endspiel erreicht. Erstmals seit 2008 ist damit kein deutscher Spieler mehr in der Runde der letzten Vier vertreten.

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