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Tennis-Aus in Halle : Vor Wimbledon bleibt noch viel Arbeit für Zverev

  • -Aktualisiert am

Endstation Viertelfinale: Alexander Zverev scheidet in Halle aus. Bild: AFP

Beim Turnier in Halle wollte er vor Wimbledon frisches Selbstvertrauen tanken. Der Plan geht nicht auf. Erst zieht sich Alexander Zverev eine Verletzung zu, dann scheidet er vorzeitig aus.

          2 Min.

          Alexander Zverev hat es bei der Generalprobe verpasst, Selbstbewusstsein für Wimbledon zu tanken. Der 22 Jahre alte Hamburger Tennisprofi schied beim Rasenturnier von Halle/Westfalen im Viertelfinale gegen David Goffin aus. Die Nummer fünf der Weltrangliste unterlag dem Belgier 6:3, 1:6, 6:7 (3:7) und setzte damit seine durchwachsene Saison fort. Einem Turniersieg in Genf und ein paar Aufsehen erregenden Einzelerfolgen stehen einige Rückschläge gegenüber. Im Gegensatz zu den beiden Jahren zuvor steht seine Teilnahme am ATP-Finale der acht besten Spieler in London im November noch auf tönernen Füßen.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Auch die Rasensaison begann alles andere als glatt. In Stuttgart musste Zverev in der ersten Runde gegen Dustin Brown ran, einem Spezialisten auf Gras-Courts, der an guten Tagen mit seinem unorthodoxen und risikoreichen Spiel auch Spitzenleute in den Wahnsinn treiben kann. Der 34 Jahre alte Profi, in der Weltrangliste mittlerweile in den Rängen zwischen 130 und 180 zuhause, erwischte einen seiner Sahnetage und setzte sich über Zverev in drei Sätzen hinweg, der nach seinem Viertelfinaleinzug bei den French Open, die auf Sand gespielt werden, nur zweimal auf Rasen trainiert hatte.

          In Halle überstand er zwar sein Erstrundenmatch gegen den Niederländer Robin Haase, aber dabei zog er sich eine Knieverletzung zu. Er sagte daraufhin seine Teilnahme an der Doppelkonkurrenz mit seinem Bruder Mischa ab, und auch sein Start gegen den Amerikaner Steve Johnson war lange fraglich. Erst nach dem Einspielen entschloss er sich anzutreten. „Woanders hätte ich wahrscheinlich nicht gespielt“, sagte Zverev. Aber er fühlt sich der Familie Weber verpflichtet, die das Turnier in Halle begründet und ihn schon als Teenager gefördert hat.

          Mittlerweile besitzt er einen mehrjährigen Vertrag mit dem Veranstalter, der seine Teilnahme regelt. „Die Familie Weber ist immer unglaublich zu den Spielern gewesen, da gibt man etwas zurück. Halle ist eines meiner Lieblingsturniere. Wann immer ich die Chance habe, hier zu spielen, werde ich es tun“, sagte der 22 Jahre alte Hamburger. Ob es vernünftig war, auf den Platz zu gehen? Zunächst wirkte es so. Gegen Johnson zeigte Zverev eine konzentrierte Leistung und gewann in zwei Sätzen. Dabei schien ihn die Verletzung kaum zu behindern. „Bei ein paar Bewegungen hatte ich schon Schmerzen, aber es ging sonst ganz gut.“ Dabei litt er an einem Bluterguss im Knie und einer angeschwollenen Sehne. Zudem hatte sich viel Flüssigkeit im Knie gesammelt.

          Am Freitag in seiner Viertelfinalbegegnung gegen Goffin begann Zverev stark, baute dann aber immer mehr ab. Vor allem auf seinen Aufschlag konnte sich die Nummer fünf der Weltrangliste im Verlauf der Partie nicht mehr verlassen, zudem war seine Quote am Netz nicht zufriedenstellend. Schon beim Stand von 4:5 musste der Deutsche zwei Matchbälle abwehren, im Tie-Break fehlte es ihm dann endgültig an Energie.

          In dieser Form wird es Zverev schwer haben, in Wimbledon weit zu kommen, zu gerne würde er erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier das Halbfinale erreichen. Andererseits hat er noch über eine Woche Zeit, sich vorzubereiten. Wie er das Training gestalten werde, wurde er gefragt: „Ich weiß nicht, woran wir noch spezifisch arbeiten werden, da müssen sie Ivan Lendl oder meinen Vater fragen, was sie mit meinem Spiel noch vorhaben, ich vertraue ihnen sehr.“ Dann fügte er an: „Sicher werden wir was am Aufschlag machen und am Volley.“

          Titelverteidiger Coric muss aufgeben

          Titelverteidiger Borna Coric hat im Viertelfinale des ATP-Tennisturniers im westfälischen Halle verletzungsbedingt aufgegeben. Der an Position vier gesetzte Kroate zog in der Partie gegen den Franzosen Pierre-Hugues Herbert beim Stande von 5:7 zurück. Zuvor hatte sich der 22-Jährige am Rücken behandeln lassen. Coric hatte im Endspiel des vergangenen Jahres den Halle-Rekordsieger Roger Federer bezwungen. Im Halbfinale an diesem Samstag trifft nun der Weltranglisten-43. Herbert auf Roger Federer. Der Schweizer, bereits neunmal siegreich in Halle, bezwang Roberto Bautista mit 6:3, 4:6 und 6:4. Damit behält Federer auch im neunten Spiel gegen den Spanier eine weiße Weste (shüs./dpa)

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