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Tennis in Hamburg : Zverev verärgert Stich und seine Heimatstadt

  • -Aktualisiert am

In seiner Heimatstadt Hamburg wird Alexander Zverev in diesem Jahr nicht aufschlagen. Bild: AFP

Alexander Zverev wäre beim Turnier in seiner Heimat Hamburg eine Attraktion gewesen. Doch der Topspieler fehlt. Dabei gibt es eigentlich eine andere Vereinbarung.

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          Michael Stich mühte sich, die Fassung zu bewahren. Der Erfolg? Ging so. Der Turnierdirektor der German Open am Hamburger Rothenbaum hatte am Donnerstag eingeladen, um das Teilnehmerfeld der Traditionsveranstaltung zu verkünden. Doch statt über die zu reden, die da sein werden vom 24. bis 30. Juli, ging es fast ausschließlich um den, der nicht da sein wird: Alexander Zverev.

          „Ich finde das sehr schade“, sagte also Stich. So, als hätte er gerade noch einmal Nachhilfe in Diplomatensprache genommen. Denn natürlich brodelte es in dem Wimbledonsieger von 1992. Er hatte extra eine Wildcard bereitgelegt für den 20 Jahre alten Shootingstar des deutschen Tennis, einen Hamburger, mit dem Stich beim Uhlenhorster HC schon trainiert hatte, als der kleine „Sascha“ kaum über das Netz gucken konnte.

          Zverev war eingeplant als Lokalmatador und Zugpferd einer Sandplatz-Veranstaltung aus der eigentlich hochwertigen ATP-500er-Serie, die wegen ihres Termins und Belags nach Wimbledon und vor der Hartplatzsaison in den Vereinigten Staaten ohnehin stets Probleme mit der Teilnahme bekannter Spieler hat. So sind diesmal der Spanier Pablo Carreno-Busta (Nr. 17 der Welt) und sein Landsmann Albert Ramos-Vinolas (Nr. 22) die beiden topgesetzten Spieler.

          Als Stich am Mittwochabend auf die Meldeliste des Turniers in Washington schaute, das am 31. Juli beginnt, sah er den Namen Alexander Zverev. Damit hatten sich auch die letzten Hoffnungen zerschlagen, die Nummer zehn der Welt am Rothenbaum zu sehen. „Ich möchte darüber weiter nichts sagen“, erklärte der 48 Jahre alte Turnierchef, „über die Gründe müsste man sein Management befragen.“

          Patricio Apey plant die Laufbahn des schlaksigen Deutschen generalstabsmäßig, und er denkt dabei ausschließlich global, Deutschland interessiert ihn nicht besonders. Der Markt ist ihm zu klein. Sein Spieler, der längst nicht mehr in seinem Elternhaus in Hamburg gemeldet ist, sondern steuersparend in Monaco, soll die Welt erobern. Und sportlich ergibt eine Pause nach Wimbledon und vor der Hartplatzsaison durchaus Sinn – gäbe es da nicht eine Absprache: „Wir haben eine Vereinbarung, dass Alexander bis 2018 bei uns startet“, erinnert Stich.

          Vor vier Jahren, als der junge Hoffnungsträger begann, hinaus in die Tenniswelt zu ziehen, gab Stich ihm eine Wildcard für sein erstes ATP-Turnier. Gleichzeitig verpflichtete er ihn bis 2018, ein Geben und ein Nehmen. 2014 stieß Zverev erstmals in seiner Karriere in Hamburg ins Halbfinale eines ATP-500er-Turniers vor. Der Durchbruch. Und nun? Alles vergessen. Dankbarkeit? Zurückzahlen? Verpflichtungen? Wohl romantisches Denken. „Es gibt eine Vereinbarung. Ob es Sinn macht zu klagen, ist zweifelhaft“, sagt Stich. Klar aber ist das Signal aus dem Hause Zverev. Auch der ältere Bruder Mischa hat für Hamburg abgesagt. „Ich habe nie solche Zusagen gebrochen“, sagt Stich noch. Aber er stammt irgendwie auch aus einer anderen Zeit.

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