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NHL-Finalserie : Die große Alex-Owetschkin-Show

  • Aktualisiert am

Alexander Owetschkin ist auf dem Weg zu seinem ersten Stanley-Cup-Titel. Bild: AFP

Drei Mal schon war Alexander Owetschkin Eishockey-Weltmeister. Stanley-Cup-Sieger war der 32 Jahre alte Stürmer noch nie. Das könnte sich dieses Jahr ändern – dank des Stars aus Russland.

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          Es könnte endlich die NHL-Saison des Alexander Owetschkin werden. Zwei Siege noch, dann hat einer der weltweit besten Eishockey-Spieler der Gegenwart einen ersten Stanley Cup in Händen. Fast im Alleingang scheint der 32 Jahre alte russische Superstar auch seinen Washington Capitals mit dem deutschen Ersatzkeeper Philipp Grubauer die erste Meisterschaft der Teamhistorie in der nordamerikanischen Profiliga bescheren zu wollen. „Man muss nur in sein Gesicht schauen, dann weiß man Bescheid“, sagte Capitals-Coach Barry Trotz nach dem 3:1 (0:0, 2:0, 1:1) im dritten Stanley-Cup-Finale am Samstagabend (Ortszeit) gegen die Las Vegas Golden Knights. 2:1 führen die Caps nun in der Finalserie über maximal sieben Spiele und können bereits am Montagabend in eigener Halle einen weiteren Schritt machen.

          „Wir haben noch nichts gewonnen“, warnte Top-Star Owetschkin. „Wir müssen einfach so weiter machen und nicht so sehr drüber nachdenken.“ Wie schon beim 3:2 im zweiten Finale am Donnerstag in Las Vegas war er Washingtons Matchwinner. „Er ist einfach auf einem anderen Level“, sagte Capitals-Verteidiger John Carlson über seinen Kapitän und Torschützen zum 1:0 (22. Minute). Als sein Landsmann Jewgeni Kusnetzow (33.) das entscheidende 2:0 schoss, gab es kein Halten mehr bei Owetschkin. Der Superstar riss auf der Bank die Arme in die Höhe, ihm entfuhr eine Art Urschrei. „Das war einfach ein emotionaler Moment“, meinte Owetschkin. „Es ist einfach egal, wer trifft.“

          Hauptsache, die Capitals holen endlich den Cup. Hauptsache, Owetschkin holt endlich den Cup. Einmal erst stand das Team aus der amerikanischen Hauptstadt bisher in der NHL-Finalserie und verlor 1998 0:4 gegen Detroit. Seit 2005, als Owetschkin schließlich nach Washington kam, galten die Capitals häufig als Stanley-Cup-Anwärter. Am Ende waren die Caps aber immer das Team, das es wieder nicht geschafft hat.

          13 Jahre musste der mit Russland dreimalige Weltmeister (2008, 2012 und 2014) Owetschkin auf sein erstes Stanley-Cup-Finale warten. Die Chance auf seinen ersten Olympiasieg wurde ihm in diesem Jahr genommen, da die NHL erstmals seit 1998 nicht für die Winterspiele in Südkorea im Februar pausieren wollte. Vor allem Owetschkin war außer sich vor Wut deswegen und konnte beim knappen Finalsieg der Russen gegen Deutschland (4:3 nach Verlängerung) nicht mithelfen.

          Um so entschlossener wirbelt er nun über das Eis. „Es ist wahnsinnig emotional für ihn, um den Cup zu spielen. Es ist etwas, das er immer erreichen wollte“, sagte sein Coach Trotz. „Es war die Alex-Owetschkin-Show“, titelte NBC online. Mit seinem 14. Playoff-Tor stellte der Russe bereits einen Team-Rekord der Capitals ein. Vor ihm war dies lediglich John Druce vor 28 Jahren gelungen. Zusammen mit Kusnetzow (27 Punkte) kämpft Owetschkin (25) aktuell zudem um den Titel für den erfolgreichsten Playoff-Scorer.

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