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Turnier in Sun City : Ein Finale wie aus einem Golfer-Traum

  • -Aktualisiert am

Schwedischer Moment: Henrik Stenson (l.) gratuliert Alex Noren Bild: Getty

Der Schwede Alexander Noren holt sich mit 63 Schlägen noch den Sieg beim Golfturnier in Sun City und zeigt einmal mehr, wie wechselhaft der Sport sein kann. Einen versöhnlichen Abschluss feiert auch Martin Kaymer.

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          Selbst die Besten der Welt erleben solche Glücksmomente nur selten: Tage, an denen alles spielend leicht von der Hand geht, jeder Abschlag auf dem Fairway landet, jeder Eisenschlag auf dem Grün, und fast jeder Putt im Loch verschwindet. Alexander Noren befand sich an diesem Sonntag im Gary Player Country Club in Sun City wie die Spieler sagen, „in the zone“: ein Eagle, acht Birdies und ein einziges Bogey summierten sich zu 63 Schlägen (9 unter Par). Damit gelang dem 34 Jahre alten Schweden im südafrikanischem Glücksspielerparadies die beste Schlussrunde eines Siegers auf der European Tour in dieser Saison. Der gebürtige Stockholmer kassierte für seinen Sieg 1,16 Millionen Dollar und holte sich im zweiten Turnier der „Final Series“ auf dem mit 7191 Meter extrem langen und schweren Platz den vierten Sieg in diesem Jahr.

          Vier Erfolge in einer Saison dieser Turnierserie hatte zuletzt der Nordire Rory McIlroy vor zwei Jahren geschafft. Noren wird durch diesen Erfolg vermutlich vom 17. Rang erstmals unter die Top Ten der Weltrangliste rücken – eine erstaunliche Entwicklung. Noren hatte für seine ersten vier Siege auf der European Tour 214 Turniere benötigte, die nächsten vier gelangen ihm in nur elf Veranstaltungen – und er wurde dafür reichlich belohnt. Seit seinem ersten Erfolg in diesem Jahr bei der Scottish Open in Inverness nahm Noren spielend mehr als drei Millionen Euro ein.

          Extrem starker Wind

          Der Schwede war am Sonntag mit sechs Schlägen Rückstand auf Jeunghun Wang auf die letzten 18 Löcher gegangen – und lag am Ende sechs Schläge vor dem 21 Jahre alten Koreaner, der sich nach zwei aufeinander folgenden Turniersiegen diesmal mit dem zweiten Platz begnügen musste. Wang und Noren erlebten in diesen vier Tagen im Nordwesten Südafrikas wieder einmal wie unberechenbar, wie wechselhaft dieses Spiel sein kann. Der aus Seoul stammende Wang hatte bei extrem starkem Wind am Samstag mit 64 Schlägen eine Runde gespielt. Die südafrikanische Golflegende Gary Player, der bei diesem Turnier als Gastgeber fungierte, bezeichnete diese Runde als vermutlich beste, die jemals auf diesem 1979 von ihm entworfenen Platz gespielt wurde.

          Noren, der bei Halbzeit mit drei Schlägen Vorsprung geführte hatte, musste am Samstag den Bedingungen Tribut zahlen und war mit 75 Schlägen auf den geteilten vierten Rang zurückgefallen. Am Samstag benötigte auch der in der Weltrangliste auf Platz 91 geführte Wang 75 Schläge. Das reichte immerhin noch, um den zweiten Platz mit einem Schlag Vorsprung vor einem Quintett bestehend aus Ricardo Gouveia (Portugal), Alexandro Canizares (Spanien), Viktor Dubuisson (Frankreich), Branden Grace (Südafrika) und Andy Sullivan (England) zu behaupten.

          Noren rückte durch den Erfolg im „Race to Dubai“, der europäischen Geldrangliste, auf Platz drei hinter seinem schwedischen Landsmann Henrik Stenson und dem englischen Masters-Champion Danny Willett vor. Das Rennen um den mit 1,25 Millionen dotierten Sieg in dieser Saisonwertung wird in dieser Woche von Donnerstag bis Sonntag beim Abschlussturnier, der DP World Tour Championship, entschieden. Und es spricht alles dafür, dass der aktuelle British-Open-Sieger Stenson nach 2013 zum zweiten Mal die Nummer eins in Europa sein wird. Durch eine Schlussrunde von 70 Schlägen rückte Stenson in Sun City noch auf Platz acht vor. Damit baute er seinen Vorsprung auf Willett aus. Der 29 Jahre alte Engländer erreichte mit dem geteilten elften Rang die beste Plazierung seit zwei Monaten.

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          Auch Martin Kaymer erholte sich zum Schluss mit Runden von 69 und 70 Schlägen. Der 31 Jahre alte Rheinländer hatte mit 81 Schlägen und der schlechtesten Runde des Jahres begonnen und blieb auch am zweiten Tag mit 75 Schlägen über dem Platzstandard. Dank des versöhnlichen Abschlusses rückte der ehemalige Weltranglistenerste, mittlerweile auf Platz 51 zurückgefallen, noch auf den geteilten 44. Platz vor. Im „Race to Dubai“ fiel der Deutsche auf Platz 14 zurück. Er muss sich in Dubai steigern, um noch ein Zubrot zu verdienen. Der mit fünf Millionen Dollar dotierte Bonuspool wird nur unter den Top Ten dieser Wertung aufgeteilt.

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