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Alba Berlins Alex King : „Das Nationalteam hat eine blühende Zukunft“

Spätzünder Alex King: Ich habe mit 13 angefangen, ich hatte mit 27 meinen Durchbruch. Bild: Picture-Alliance

Alex King von Alba Berlin ist einer der Letzten der „verlorenen“ Generation deutscher Basketballer. Vor dem Final Four spricht er über verpasste Chancen, das Glück junger Talente – und das deutsche Team ohne Nowitzki.

          Beim Top Four der Basketball-Bundesliga kommt es am Samstag schon im Halbfinale zum Spitzenspiel zwischen den Brose Baskets Bamberg und Gastgeber Bayern München. Das Duell Meister gegen Vize-Meister findet um 16.00 Uhr im Audi Dome statt. Danach treffen ab 19.00 Uhr in der zweiten Vorschlussrunden-Partie Alba Berlin und die Fraport Skyliners Frankfurt aufeinander. Der Gewinner des Pokal-Wettbewerbs wird dann am Sonntag ab 14.45 Uhr ermittelt. Zuvor spricht Albas Alex King, der von 2002 bis 2008 beim Gegner aus Frankfurt spielte, im Interview über seine Karriere, die NBA und das Nationalteam.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Sie sind mit 17 Jahren Profi geworden, nun sind Sie 31. Sie galten lange als großes Talent, dann waren Sie schlagartig ein erfahrener Spieler. Gab es ein Dazwischen?

          Das frage ich mich auch manchmal. Ich bin Spätzünder. Ich habe mit 13 angefangen, ich hatte mit 27 meinen Durchbruch. Meine Beine fühlen sich gut an, ich sehe noch kein Ende. Ich will Meister werden, ich will Euro-League spielen. Auch wenn ich nicht der Jüngste bin, will ich und kann ich noch lernen. Ich muss nachholen, was ich in Frankfurt nicht konnte.

          In Frankfurt wurden Sie Profi. War der Wechsel sechs Jahre später nach Bonn zu Trainer Koch der wichtigste Schritt?

          Ich sage immer, dass Michael Koch mein Lebensretter ist. Ich war in Frankfurt so unglücklich, dass ich keine Lust mehr auf Basketball hatte. Ich war kurz davor, aufzuhören. Klar, macht man Fehler als junger Spieler. Aber niemand hat mich unter seine Fittiche genommen ...

          Im Gegenteil: Coach Didin hat Sie beschimpft und gedemütigt.

          Ich hab mich gefragt, ob ich nicht besser meine Ausbildung als Sport- und Fitness-Kaufmann fortsetze. Die hatte ich abgebrochen, weil er mich unbedingt in der Mannschaft haben wollte. Als er zu Besiktas ging, versprach er mir, mich nach Istanbul zu holen. Als er zurückkam, war er ein anderer Mensch. Ich habe zwei Jahre lang nicht gespielt.

          Für Kings Karriere vielleicht der wichtigste Trainer: Michael Koch

          Hatten Sie keine andere Perspektive?

          Beim Reebok-Turnier in Treviso habe ich mich sehr gut präsentiert und wurde zum besten Verteidiger gewählt. Damals haben mich NBA-Coaches angesprochen, und einige Colleges waren interessiert.

          Sie hätten in die NBA wechseln können?

          Das weiß ich nicht. Aber ich hätte aufs College gehen können. Das wollte ich. Aber Frankfurt hat mich nicht gehen lassen. Ich hatte einen Vertrag unterschrieben und Geld bekommen. Sie sagten, ich dürfte in Amerika sowieso nicht spielen.

          Wie haben Sie das Dilemma gelöst?

          Michael Koch hat mich aus dem Loch geholt, in dem ich steckte. Er hat mir Selbstvertrauen gegeben. Er hat gesehen, dass ich einen Mechanismus habe, der wie ein Wurf aussieht. Daran haben wir gearbeitet. Er hat mich nicht fertiggemacht, wenn ein Wurf danebenging, sondern angezeigt: weiter, weiter, du kannst werfen. So ist die Freude am Basketball zurückgekommen.

          Sie sind einer der Letzten der verlorenen Generation deutscher Spieler, für die es keine Quote und keinen Schutz gab ...

          Ich habe sogar noch miterlebt, wie zwei Amerikaner spielen durften, fünf europäische Ausländer, und der Rest waren Deutsche. Wenn man damals in einem starken Verein spielte, war man der Busfahrer.

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