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Basketball-Bundesliga : Die vielen Fragezeichen um Alba Berlin

Bereit für den nächsten Titel, aber ob das klappt? Alba Berlins Basketballprofis, hier im Juni, starten in die neue Saison. Bild: dpa

Alba Berlin ist der größte und stärkste Basketballklub Deutschlands. Doch vor dem Start in die neue Saison sind längst nicht alle Fragen geklärt. Es geht auch um die Zukunft.

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          Von den sechs deutschen Titeln der vergangenen drei Jahre hat Alba Berlin fünf gewonnen, drei Meisterschaften und zweimal den Pokal. Sportdirektor Himar Ojeda hat das Team um Nationalspieler Maodo Lo trotz Interesses der Konkurrenz an einigen Schlüsselspielern beisammengehalten; lediglich Oscar da Silva ist zum FC Barcelona gewechselt. Die Alba-Frauen, gerade in die Bundesliga aufgestiegen, hat Ojeda mit fünf Neuverpflichtungen gestärkt. Alles gut also beim größten und stärksten Basketballklub Deutschlands?

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der Ehrgeiz der Gegner, endlich Alba zu besiegen im Kampf um den Titel, ehrt die Berliner; Bayern München stellt sein Team völlig neu auf mit herausragenden Spielern. Alba geht wie Manager Marco Baldi sagt, mit einigen Fragezeichen in die neue Saison.

          Alba muss eine neue Spielstätte finden

          Da steht die Corona-Welle des Herbstes ins Haus, Inflation macht die Kalkulation schwierig. Der neue Trikotsponsor, der Online-Gebrauchtwagenhändler Cazoo, hat kurzfristig seine Expansionspläne für Europa aufgegeben und zieht sich auf den britischen Heimatmarkt zurück. Der Vermieter der Mercedes-Benz-Arena mit ihren 14.000 Plätzen, die Anschutz Group aus den Vereinigten Staaten, findet den Mieter nicht mehr so attraktiv wie vor 13 Jahren. Alba bricht nicht bei jedem seiner mehr als vierzig Heimspiele den Besucherrekord. Der Berliner Senat musste die Verhandlungen für die neue Saison moderieren. Alba ist aufgefordert, über die nächsten Jahre eine neue Spielstätte zu finden.

          Und dann sind da noch die irritierenden internationalen Gepflogenheiten. Real Madrid und der FC Barcelona die Schwergewichte der Euroleague, verfügen über Budgets von etwa 44 Millionen Euro. Baldi muss mit einem Viertel davon auskommen. Er weist darauf hin, dass Barcelona in der vergangenen Spielzeit ein Minus von 30 Millionen gemacht hat und Real in vier Jahren hundert Millionen Miese zusammengebracht hat.

          Da noch eine Weile damit zu rechnen ist, dass Klubs, die mehr Geld ausgeben als die Berliner, diesen die talentiertesten Spieler abwerben, noch dazu Teams aus der NBA in Amerika, bindet Alba seine Talente langfristig. Für da Silva gab es deshalb eine sechsstellige Ablösesumme.

          Neuerdings verpflichtet Alba sogar Profis, die noch nicht reif sind für das Spiel in Berlin. Der 23 Jahre alte kroatische Center Kresimir Nikic spielt, nach Vertragsverlängerung um drei Jahre mit Alba, erst einmal in Bayreuth. Beim Saisonauftakt der Liga an diesem Mittwoch in Berlin (19.00 Uhr bei MagentaTV) wird bei den Hamburg Towers der 21 Jahre alte Slowene Ziga Samar spielen – mit einem Vierjahresvertrag von Alba.

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