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Basketball-Finals : Alba hat die Nase voll von Platz zwei

Albas Small Forward Niels Giffey: Will sich „etwas“ in den Schrank stellen nach dieser Saison. Bild: dpa

Zum zweiten Mal in Serie stehen die Berliner im Endspiel um die deutsche Basketballmeisterschaft. Diesmal hoffen sie auf einen offenen Fight gegen die Bayern – und denken doch schon an die kommende Saison.

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          Das Halbfinale überstanden und schon in Feierlaune: Die Spieler von Alba Berlin stießen am Pfingstsonntag, als sie das dritte Spiel ihrer Play-off-Serie bei den Ewe Baskets Oldenburg mit dem dritten Sieg, 100:89, beendet hatten, am hellen Nachmittag mit einem Bierchen an. „Wir werden eine Finalserie spielen. Und wir sind ehrgeizig“, sagte Alba-Sportdirektor Himar Ojeda; die erste Partie beim deutschen Meister Bayern München wird an diesem Sonntag stattfinden (18.00 Uhr live auf magenta sport). „Aber wir haben auch schon etwas Unglaubliches erreicht: Wir haben fünf von sechs möglichen Finals in zwei Jahren erreicht und uns offiziell für die EuroLeague qualifiziert. Das ist etwas, um zu feiern“, sagte Ojeda.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Zweimal das Pokalfinale, zweimal das BBL-Finale und einmal das Finale des EuroCup“, zählte auch Mannschaftskapitän Niels Giffey auf – und vermittelte dabei doch das Gefühl, er stehe mit leeren Händen da: „Wenn du dir nach einer solchen Saison etwas in den Schrank stellen kannst, das macht es unvergesslich.“ Sein isländischer Mannschaftskollege Martin Hermannsson sagte es so: „Wir gehen ins dritte Finale dieser Saison, das fünfte in zwei Jahren, und wir haben wirklich die Nase voll von zweiten Plätzen.“ Giffey urteilte: „Der Unterschied zwischen Oldenburg und uns war die Bank, war die Tiefe der Mannschaft.“ Und er fügte an: „Bayern ist uns da ebenbürtig. Dort kommen Leute an Position acht, neun von der Bank, die richtig spielen können. Wie bei uns. Das wird ein offener Fight.“

          Alba setzt auf die Jugend

          Der Kampf auf einem anderen Feld könnte für Alba einfacher werden: der um die eigenen Spieler. Lediglich Guard Hermannsson, Center Landry Nnoko und Flügelmann Rokas Giedraitis sind von den Top-Spielern in der nächsten Spielzeit an den Klub gebunden. Alle anderen, von Luke Sikma über Peyton Siva bis Johannes Thiemann, haben sich mit dem schnellen und variablen Spiel ihrer Mannschaft und dem Höhenflug in die drei Endspiele gegen Valencia BC zu auch international umworbenen Profis entwickelt – in einem Geschäft, in dem die Schwergewichte über ein Vielfaches der rund zehn Millionen Euro verfügen, mit denen Alba Berlin sein Budget bestreitet. „Selbstverständlich setzen wir auf unsere Spieler“, sagte Alba-Manager Marco Baldi. „Sie haben alle noch Entwicklungspotential. Ich würde uns zutrauen, mit diesem Team in der EuroLeague mitzuhalten.“

          Lediglich auf ein, zwei Positionen will Baldi die Mannschaft durch Verpflichtungen stärken, schließlich steht in Europa und in der Bundesliga eine Ochsentour von 68 Punktspielen bevor – und danach geht es mit den Play-offs erst richtig los. Vor allem sollen die hochveranlagten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, allen voran der 17 Jahre Franz Wagner und der 19 Jahre alte Jonas Mattisseck, die Mannschaft stärken und auch nach innen demonstrieren, dass die Ausbildung bei Alba reizvolle Perspektiven eröffnet. „Wer auf den höchsten Niveau Europas spielen will und bereits in unserer Mannschaft ist, sollte bleiben“, argumentierte Sportdirektor Ojeda. Von der Zukunft des 72 Jahre alten Trainers Aito Reneses sollten Spieler ihre Entscheidung nicht abhängig machen, rät er. „Wenn Aito nicht hier coacht, wird er nirgendwo anders coachen“, sagte Ojeda. „Niemand wird ihm zu einem anderen Klub folgen können.“

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          Giffey bestätigte: „Dass Berlin im nächsten Jahr EuroLeague spielt, macht es viel, viel attraktiver für alle hierzubleiben.“ Seine spielerische Entwicklung hatte Vermutungen genährt, dass er nach Auslaufen seines Vertrags bei Alba mit dieser Spielzeit zu einem EuroLeague-Klub wechseln würde. Das stellt sich nun anders dar. „EuroLeague, das ist genau der Schritt, den man als Klub jetzt gehen muss“ sagte Giffey, „als Team in Berlin, als Team mit so einer Halle.“ Die Arena aus dem Anschutz-Imperium bietet 14.500 Basketball-Zuschauern Platz und ist auch als Austragungsort des Final Four der ersten Klasse Europas immer wieder im Gespräch. Baldi will mit Alba Berlin nicht nur eine einzige Spielzeit durchhalten in der allerersten Klasse Europas, sondern sich dort etablieren: „EuroLeague zu spielen ist ein Risiko“ sagte er, „aber auch die Chance zur Weiterentwicklung.“

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