https://www.faz.net/-gtl-acoci

Basketball-Bundesliga : Alba Berlin wird deutscher Meister

Alba Berlin freut sich über den deutschen Meistertitel. Bild: dpa

Die Berliner gewinnen in München und entscheiden die Finalserie in der Basketball-Bundesliga mit 3:1 für sich. Dabei kann man sehen, warum viele den Terminplan für nicht zumutbar hielten.

          2 Min.

          Am Ende machten sieben Punkte den Unterschied: Im vierten Finalspiel um die deutsche Basketballmeisterschaft hat Alba Berlin gegen den FC Bayern München gewonnen – und den Titel in der Bundesliga erfolgreich verteidigt. Die Berliner siegten 86:79 im Spiel und 3:1 in der Serie. Und obwohl die wichtigste Frage im deutschen Basketball damit für diese Saison entschieden ist, ist eine nicht unwichtige Frage noch immer offen – und wird wohl auch nicht mehr beantwortet werden: Hat nun die Mannschaft gewonnen, die am besten war oder doch die, die mehr Kraft übrig hatte?

          Wissen war nie wertvoller

          Sichern Sie sich mit F+ 30 Tage lang kostenfreien Zugriff zu allen Artikeln auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          An diesem Wochenende konnte man sehen, warum viele den Terminplan der Finalserie, in der seit dem vergangenen Mittwoch vier anstrengende Spiele ausgetragen worden sind, für nicht zumutbar hielten. Am Samstagmittag, als die Bayern in der eigenen Halle verloren (69:81) und 1:2 in Rückstand gerieten, knickten sowohl Vladimir Lucic als auch D.J. Seeley, zwei ihrer wichtigsten Spieler, um und mussten behandelt werden.

          Am Sonntagmittag spielten sie wieder mit. Das kann nicht gesund sein. Schon gar nicht in einer Saison, in der die Profis aus München und Berlin wegen der vielen Einsätze und Reisen in der Bundesliga und der Euroleague sowieso überbelastet erscheinen. Vor ein paar Tagen haben die Mitarbeiter von Basket Data Scouting, einem Onlineportal für Basketball-Analysen, eine interessante Rangliste erstellt. Sie zählten zusammen, welche Mannschaft wie oft spielen musste.

          Operation bei Paul Zipser

          Am Sonntag machten die Bayern ihr 90. und die Berliner ihr 83. Spiel. In der weltweiten Rangliste findet man sie nun auf den Plätzen eins und fünf. Und so sollte es keinen wundern, dass das Duell zwischen den beiden besten deutschen Basketballmannschaften so abgelaufen ist, wie es Nihad Djedovic, der Kapitän der Bayern, vorhergesagt hatte: „Ich gehe davon aus, dass die Finalserie von der Qualität nicht so viel zeigen wird.“

          Es lag ohnehin ein Schatten über dieser Finalserie, weil Paul Zipser, der Nationalspieler aus München, wegen einer Gehirnblutung am vergangenen Mittwoch operiert werden musste. „Paul geht es den ganzen Umständen entsprechend gut, mehr möchten wir hierzu nicht äußern“, sagte der Münchner Medienchef Andreas Burkert: „Wir bitten zudem die Öffentlichkeit um Verständnis, in der nächsten Zeit die Privatsphären von Paul und seiner Familie zu respektieren.“ Am Sonntag trugen die Spieler der Bayern, die nicht im Kader waren und hinter dem Korb saßen, Trikots mit der 16 auf dem Rücken. Das ist Zipsers Nummer.

          Aus der ersten Reihe mussten sie mitansehen, wie ihre müden Mitspieler sich von der ersten Minute an mühten, den Ball durch den Ring zu bringen. Im ersten Viertel schafften sie nur neun Punkte. Der Zwischenstand: 9:21. Doch wie so schon so oft in dieser Saison holten die Bayern einen Rückstand Punkt für Punkt auf. An diesem Abend hatten die Berliner in den Momenten, als es wirklich knapp wurde, eine Antwort. Um genau zu sein: Jayson Granger hatte eine Antwort.

          Der amerikanische Spielmacher traf fünf von acht Dreipunktwürfen und sammelte am Ende 29 Punkte. „Er war exzellent“, sagte Alba-Trainer Aíto García über seinen Spielmacher, der als wertvollster Spieler (MVP) der Finalserie ausgezeichnet wurde. Und trotz dieser außergewöhnlichen Einzelleistung führten die Berliner zehn Sekunden vor dem Ende nur mit einem Punkt, 80:79. Dann passten sie sich den Ball so geschickt zu, bis Lucic sie mit einem harten Foul stoppte. An der Freiwurflinie entschieden sie das Spiel. Die letzten zwei versenkte Granger.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Viele sonnenhungrige Urlauber und Tagestouristen bevölkern bei heißen Sommerwetter dicht an dicht den Strand des Ostseebades in Heringsdorf (Mecklenburg-Vorpommern).

          F.A.Z. Frühdenker : Die ersten Flecken auf der Corona-Landkarte

          In NRW gilt eine höhere Corona-Warnstufe. Der Bundestag berät über Katastrophenschutz. Und der Weltklimarat bereitet die Veröffentlichung seines neuen Berichts vor. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z. Frühdenker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.