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Ärger bei Leichtathleten : „Ohne Laufen ist es nicht das Gleiche“

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Gesa Krause ist sauer: „Kein Hindernislauf und keine Mittelstrecken bei den Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr - ich bin sprachlos.“ Bild: dpa

Gesa Krause und Konstanze Klosterhalfen können bei den deutschen Meisterschaften diesmal nicht starten: Auf Läufe ab 1500 Meter verzichtet der DLV. Der Ärger der Athleten ist groß.

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          Die wegen der Corona-Pandemie abgesagte Leichtathletik-DM in Braunschweig soll am 8. und 9. August nachgeholt werden, allerdings ohne Laufdisziplinen auf der freien Bahn und ohne Staffelwettbewerbe. Als Begründung gab der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Freitag an, dass der Sicherheitsabstand bei diesen Disziplinen nicht gewährleistet werden könne - und erntete damit heftige Kritik zahlreicher Spitzen-Athleten.

          „Kein Hindernislauf und keine Mittelstrecken bei den Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr – ich bin sprachlos“, schrieb Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause bei Instagram und sprach von einer Entscheidung, die sie „nicht nachvollziehen und in keinem Sinne befürworten“ könne.

          Die Formulierung „Laufdisziplinen auf der freien Bahn“ schließt Wettbewerbe ab 1500 Meter einschließlich der Hindernisläufe ein. Somit ist auch ein Start der deutschen Topläuferin Konstanze Klosterhalfen in Braunschweig ausgeschlossen. Fußball werde mit 22 Spielern auf dem Platz gespielt, aber ein Meisterschaftsfinale mit acht bis zwölf Läufern sei nicht möglich, fragt Krause ungläubig: „Leichtathletik bedeutet Laufen, Springen, Werfen, und ohne Laufen ist es nicht das Gleiche.“

          So sieht es auch Gina Lückenkemper: „Das wird doch so keine richtige Deutsche Meisterschaft“, kommentierte die Sprinterin, die immerhin antreten dürfte. Die frühere Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt meldete sich ebenfalls zu Wort. Es sei „doch echt langsam zum Kotzen, und Fußball darf gespielt werden“, schrieb die 39-Jährige bei Instagram: „Ich fühle mit Euch allen.“

          Sprinterin Gina Lückenkemper darf mitmachen, befürchtet aber auch: „das wird doch so keine richtige Deutsche Meisterschaft“.
          Sprinterin Gina Lückenkemper darf mitmachen, befürchtet aber auch: „das wird doch so keine richtige Deutsche Meisterschaft“. : Bild: dpa

          Der DLV zeigte für die Enttäuschung Verständnis, warb aber gleichzeitig um solches. „Natürlich würden auch wir am liebsten ein Leichtathletik-Fest mit Zuschauern, allen gewohnten Wettbewerben und all unseren Top-Athleten feiern“, schrieb der Verband ebenfalls bei Instagram: „Die behördlichen Auflagen aufgrund der Pandemie lassen dies jedoch zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht zu. In der Fußball-Bundesliga mit Profi-Vertragsathleten, regelmäßigen Corona-Tests, Quarantäne-Maßnahmen für ganze Mannschaften etc. gelten andere Voraussetzungen. Diese sind in der Leichtathletik einfach nicht gegeben.“

          Ob die Titelkämpfe im Eintracht-Stadion gänzlich ohne Zuschauer oder zumindest mit begrenzter Besucherzahl stattfinden können, bleibt indes noch offen. Der DLV hat für die Veranstaltung eine Sondergenehmigung beantragt, diese sei aber noch nicht erteilt worden.

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