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„Action-Cam“ für Sportler : Nicht nur Schumacher trägt eine Helmkamera

  • Aktualisiert am

Immer mehr Sportler begleitet eine Helmkamera Bild: dpa

Michael Schumachers Helmkamera lieferte wichtige Informationen zu seinem Skiunfall. Er ist nicht der einzige, der diese Technik nutzt. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen zur „Action-Cam“.

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          Michael Schumacher trug eine und sie lieferte der Staatsanwaltschaft wichtige Erkenntnisse zum Hergang seines Skiunfalls. Auch bei vielen anderen gehört die Helmkamera mittlerweile zur Standardausrüstung. Die Aufnahmen der sogenannten Action-Cams dienen vielen Freizeitsportlern als Souvenirs, ähnlich wie Urlaubsbilder. Die Technik der kleinen Kameras lässt vielfach aber noch Wünsche offen. Welche Sportler sind besonders kameraaffin? Und warum nutzen Leistungssportler die digitalen Begleiter? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Wo werden Action-Cams eingesetzt?

          Action-Cams kommen - daher der Name - häufig bei adrenalinträchtigen Aktivitäten zum Einsatz, zum Beispiel bei Fallschirm- und Bungeesprüngen. Beim Sport im Sport gehe es generell darum, schnelle Bewegungen aufzuzeichnen, sagt Sportpsychologe Karl Kubowitsch aus Regensburg. Skifahren, Snowboarden und Mountainbiking sind klassische Sportarten für Helmkameras - und auch beim Motorsport kommen Action-Cams zum Einsatz. Schon etwas ungewöhnlicher sind die Kameras auf einer Surfbrettspitze oder beim Tauchen. Sowohl Leistungs- als auch Freizeitsportler nutzen die kleinen Cams - allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

          Warum nutzen Leistungssportler Action-Cams?

          Leistungsportler nutzen die Kameras oftmals, um ihre Technik zu verbessern.  „Das kann eine wertvolle Ergänzung sein zu den Aufnahmen von außen“, erklärt Kubowitsch. Beim Anschauen der Clips könnten der Athlet und sein Trainer analysieren, wie der Sportler bestimmte Situation eingeschätzt hat - und daraus Lehren für die nächste Abfahrt oder den nächsten Sprung ziehen. Außerdem könne der Film als mentales Training dienen - als Vorbereitung auf bestimmte Hindernisse.

          Auch Michael Schumacher setzte auf Technik am Helm (Archivfoto von 2005)

          Und was sind die Beweggründe für Freizeitsportler?

          Natürlich können auch Freizeitsportler die Aufnahmen für ihr Training nutzen. Oftmals haben sie aber ein anderes Motiv: Der Film sei schlichtweg als persönliche Erinnerung gedacht, als Souvenir, sagt Kubowitsch. „Viele machen ja auch Urlaubsvideos von beliebigen Dingen.“ Dabei müsse die Aufnahme nicht unbedingt spektakulär sein: Taucher könnten zum Beispiel „meditative Bilder“ festhalten. Kritisch sieht Kubowitsch den dritten Grund, eine Helmkamera zu tragen - „um sich vor anderen zu profilieren“. Dann arte das Filmen zu einem Wettbewerb aus, in dem nicht der „Hero of the Day“ werde, der am vorsichtigsten fahre. „Da wird’s drum gehen: Wer war spektakulärer unterwegs?“ Solch ein Wettbewerb könne auch die Risikoeinschätzung verändern, warnt Kubowitsch.

          Wie ist es um die Technik bestellt?

          In Sachen Technik gibt es noch Nachhofbedarf - das ist zumindest das Ergebnis eines Vergleichs der Stiftung Warentest („test“-Ausgabe 11/13). Demnach dürfen Sportler keine Aufnahmen in Kinoqualität erwarten. Denn die Bilder der getesteten Modelle zitterten, rauschten und sehr schnelle Bewegungen führten zu Klötzchen im Bild. Das Wackeln kann man natürlich auch positiv sehen: Immerhin wirken die Videos so authentischer. Ein Test von „Computer-Bild“ aus dem vergangenen Jahr fiel besser aus: Die Kameras seien sehr unkompliziert und leicht, hieß es dort. Außerdem seien Bildaussetzer durch heftige Erschütterungen nahezu ausgeschlossen, weil die Action-Cams auf Speicherkarten filmten.

          Wie entwickelt sich der Markt für Action-Cams?

          „Actioncams sind ein wachsender Markt“, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Während 2011 erst 30.000 Action-Cams in Deutschland verkauft worden seien, lag der Absatz 2012 schon bei 165.000. Und für 2013 geht der Photoindustrie-Verband von 350.000 aus. Der Markt werde auch deshalb weiter wachsen, weil die sportlichen weiter Aktivitäten zunähmen.

          Außerdem seien die Einsatzgebiete für die Cams grenzenlos: Denn auch der Markt für das Zubehör weite sich aus. Dazu zählt Clauß Halterungen, mit denen sich die Minikameras fast überall befestigen lassen. „Man kann sie theoretisch auch an einen Golfschläger machen.“ Bei der Weiterentwicklung der Kameras werde versucht, die Verwacklungen künftig einzudämmen und Live-Übertragungen möglich zu machen. „Ihre Eltern sitzen auf der Skihütte und beobachten, wie Sie die Piste herunterfahren“, beschreibt Clauß die nahe Zukunft.

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