https://www.faz.net/-gtl-9zxsu

8848 Höhenmeter mit dem Rad : Buchmann meistert „Everest-Challenge“

  • Aktualisiert am

Ein Herz für Bergetappen: Emanuel Buchmann fährt im Ötztal rauf und runter. Bild: dpa

Siebeneinhalb Stunden quält sich Radprofi Emanuel Buchmann im Ötztal, verbraucht 6870 Kalorien und meistert die „Everest Challenge“ auch für einen guten Zweck. Ob die Tortour als Rekord anerkannt wird, ist fraglich.

          1 Min.

          Als Emanuel Buchmann seinen persönlichen Edmund-Hillary-Moment erlebte, hatten auch die Schmerzen endlich ein Ende. 8848 Meter, die Höhe des Mount Everest also, war der deutsche Radprofi am Freitag geklettert. Nein, Buchmann erklomm nicht den höchsten Berg der Erde im Himalaya mit Steigbügeln und Seilen. Die „Everest Challenge“ nahm der 27-Jährige auf dem Heimlerberg im Ötztal auf dem Rad in Angriff – und schloss sie in einer beeindruckenden Zeit ab.

          Nach sieben Stunden und 28 Minuten hatte Buchmann sein Ziel erreicht. „Das war eine der härtesten Sachen, die ich je gemacht habe. Ich hätte nicht gedacht, dass es am Ende so schmerzen würde“, sagte Buchmann nach der neuen Grenzerfahrung.

          162 Kilometer saß der Profi vom Team Bora-hansgrohe bergauf und bergab im Sattel. Er verbrauchte 6870 Kalorien, stärkte sich mit sieben Riegeln und sechs Energie-Gels, leerte auf seiner Mission elf Trinkflaschen.

          Einen inoffiziellen Weltrekord vermeldete sein Team am Freitagabend – und war damit wohl etwas voreilig. Vor Buchmanns Fahrt lag die Bestzeit zwar bei 7:42 Stunden, aufgestellt im Mai vom amerikanischen Mountainbiker Keegan Swenson in der Nähe von Salt Lake City. Die Gruppe Hells 500, die den Rekord für das Everesting verwaltet, sprach Buchmann den Bestwert aber ab. So habe er etwa den Anstieg zunächst von einer anderen Seite in Angriff genommen, ehe er den Weg hinauf zum Heimlerberg mehrfach wiederholte, was den Regeln widerspricht. 7:28 Stunden sei zudem die Fahrtzeit gewesen, nicht die Gesamtzeit der Challenge, für die Buchmann 7:51 Stunden benötigt habe.

          „Ich hätte nicht gedacht, dass es am Ende so schmerzen würde.“

          So oder so: Buchmann zeigte in einer Zeit, in der unter normalen Umständen die heiße Phase der Vorbereitung auf die Tour de France beginnen würde, wie gut seine Form ist. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich doch so schnell hier hoch fahre. Das war echt gut“, sagte Buchmann.

          Zudem sammelte der Ravensburger mit der Aktion Gelder für einen guten Zweck. Für jeden Höhenmeter konnten Unterstützer im Internet Geld für das Deutsche Kinderhilfswerk spenden. Am Samstagmorgen waren über 15.000 Euro zusammengekommen. Die Spendenaktion wolle er „noch ein bisschen weiterlaufen lassen, vielleicht kommen noch mehr Spenden zusammen“, sagte er im Ziel.

          Buchmann war am Vormittag bei bestem Wetter gestartet, nach 4:10 Stunden hatte er 4987 Höhenmeter und damit mehr als die Hälfte geschafft. Begleitet wurde er auf einigen Teilstücken von Hobbyfahrern, Fotografen und auch Teamkollegen wie dem Österreicher Patrick Gamper. „So viele Höhenmeter fährt man im Training sonst nicht“, sagte Buchmann: „Bis 7000 Höhenmeter ging es echt gut, ab da war ich völlig kaputt.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nicht alle Jugendliche halten Ausschau nach einer ernsten Beziehung, auch eine Freundschaft plus ist für viele eine Alternative.

          Sex ohne Beziehung : Warum „Freundschaft plus“ oft schiefgeht

          Man mag sich, man hat Sex, man will keine Beziehung. Die Psychotherapeutin Harriet Salbach erklärt, warum „Freundschaft plus“ bei Jugendlichen so beliebt ist – und für viele dann doch nicht das Richtige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.