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50 Spitzenathleten : Pechstein nennt noch keine Namen

Kreise ziehen: Eisschnellläuferin Pechstein nutzt ihre Vernetzung mit anderen Sportarten und findet Unterstützer Bild: dapd

Spitzenathleten aus zehn verschiedenen Sportarten, darunter Weltmeister und Olympiasieger, sollen eine von Pechstein vorgefertigte Erklärung unterschrieben haben. Namen nennt die Eisschnellläuferin noch nicht.

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          Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist vorerst nicht bereit, die Namen der nahezu 50 Spitzenathleten zu nennen, die nach Angaben ihres Managements ihre Kritik an der Athletenvereinbarung teilen. Es soll sich um Athleten aus zehn verschiedenen Sportarten handeln, darunter Weltmeister und Olympiasieger, die eine von Pechstein vorgefertigte Erklärung unterschrieben haben. Darin wird die Verpflichtung von Sportlern, sich der sportspezifischen Schiedsgerichtsbarkeit zu unterwerfen, angeprangert. „Wenn wir 50 Leute zusammenhaben, veröffentlichen wir alle Namen“, sagte Pechsteins Manager Ralf Grengel am Dienstag. Dies werde frühestens Anfang nächster Woche geschehen.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Allerdings habe er vor, die betreffenden „Charakterköpfe“ vor der namentlichen Veröffentlichung noch einmal per Mail um Erlaubnis zu bitten. Dass sich die Athleten durch die scharfe Kritik an einer Vereinbarung mit ihren Verbänden, die sie eigenhändig unterschrieben haben, Schwierigkeiten einhandeln könnten, glaubt Grengel aber nicht. Ohne ihre Unterschrift unter die Athletenvereinbarung könnten Sportler nicht an internationalen Wettkämpfen teilnehmen.

          In der Pechstein-Erklärung versichern die Sportler, es sei ihnen beim Unterzeichnen der Athletenvereinbarung „nicht bewusst“ gewesen, dass sie auf ihr Recht verzichteten, „selbst in existenziellen Fragen ein deutsches Gericht anrufen zu können“. Und auch nicht, dass sie auf ihr angebliches Grundrecht „im Zweifel für den Angeklagten“ verzichteten. In einer Presseerklärung verwies der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Dienstag allerdings darauf, dass dieser Grundsatz im Zivilrecht generell keine Anwendung finde. Und auch darauf, dass jemand, der sich einem Schiedsgericht unterwerfe, nicht auf Grundrechte verzichte. „Echte, also unabhängige Schiedsgerichte stehen nicht für die Einflussnahme von Sportverbänden.“ Die obersten deutschen Gerichte wachten über die „unabhängige Rechtsausübung“ der Schiedsgerichte.

          Laut Pechsteins Management soll ihre Unterschriftensammlung dem Wohl aller Sportler dienen. Gleichzeitig soll sie aber auch in dem Prozess um Schadensersatz in Millionenhöhe eine wichtige Rolle spielen, den die Eisschnellläuferin vor dem Landgericht München gegen die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft und den Weltverband ISU angestrengt hat. Wegen Dopings war sie für zwei Jahre gesperrt worden, sie bestreitet das Vergehen. Der DOSB erklärte, das Ringen um Schadensersatz sei legitim, doch sollten dabei nicht „leichtfertig Kernaspekte des sportrechtlichen Fundaments in Frage gestellt“ werden.

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