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Medien : ARD und ZDF sichern sich WM-Übertragungen 2002

  • Aktualisiert am

Begehrte Medienware Fußball Bild: dpa

Der Fußball-Fan muss sich nicht Pay-TV anschaffen - zumindest dann, wenn er die nächste Europameisterschaft und Weltmeisterschaft verfolgen will.

          ARD und ZDF sind sich mit Leo Kirch weitgehend einig über den Erwerb von Übertragungsrechten der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. Es gebe eine „Grundabsprache“ mit Kirch, hieß es bei einem Treffen der Intendanten von ARD und ZDF in München. Demnach erhalten die öffentlich-rechtlichen Anstalten von Kirch zwischen 20 und 25 der insgesamt 64 WM-Spiele, der Preis beträgt weniger als 200 Millionen Mark. Vertragsgemäß sind dabei für ARD und ZDF alle Spiele der deutschen Mannschaft, Eröffnungsspiel, Halbfinale und Finale enthalten.

          Nachlass bei Kirch gegen Olympia-Rechte

          Ursprünglich hatte Kirch, der die WM-Rechte für 2002 und 2006 besitzt, deutlich über 200 Millionen Mark gefordert. Zum Ausgleich für den Preisnachlass bekommt der Medienhändler für seinen Abo-Sender Premiere World von ARD und ZDF Übertragungsrechte der nächsten Olympischen Spiele, allerdings keine Exklusivrechte. Olympia wird dann mit der Fußball-WM verrechnet. Offen ist allerdings noch, ob ARD und ZDF sich mit Kirch über ein Verkaufsrecht für die WM 2006 in Deutschland einigen können: Kirch verlange für Übertragungsrechte einen Mindestpreis von 400 bis 500 Millionen Mark, heißt es aus der ARD - das sei zu viel, hieß es.

          Buchung bis zum Finale mit Geld-zurück-Garantie

          Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea können die Fans der deutschen Nationalelf ab Frühjahr die Karten mit Geld-zurück-Garantie bereits bis zum Endspiel durchbuchen. Dieses revolutionäre Ticket-System kündigte Fifa-Generaldirektor Michel Zen Ruffinen an. „Jeder Fan kann Tickets für eine Mannschaft seiner Wahl buchen bis hin zum Finale. Scheidet die Mannschaft aus, erhält er das entsprechende Geld zurück“, erklärte der Schweizer.

          Ermöglicht wird dies durch eine Chip-Karte, auf der die Plätze nach Preiskategorie vorgebucht sind. Der Weltverband Fifa erhält demnach Gelder aus Deutschland, Australien, Nigeria und Brasilien oder Mexiko, verkauft die Tickets dutzendfach - und zieht daraus den Zinsvorteil. Rückerstattung erst bei Nicht-Qualifikation für die WM oder Ausscheiden. Der Vorteil für den Fan: Unternimmt er die teure Reise nach Asien, hat er die Tickets für „sein“ Team garantiert und muss sich nicht mehr der unwürdigen Feilscherei auf dem Schwarzmarkt unterziehen.

          Tickets werden wesentlich teurer

          In den Verkauf geraten diese TST-Eintrittskarten (Team Specific Ticket) ab Frühjahr nächsten Jahres. Die Eintrittspreise für die Spiele in Japan und Südkorea werden deutlich höher sein als in Frankreich, was Zen-Ruffinen so rechtfertigt: „Sie müssen berücksichtigen, wie das Preisniveau im jeweiligen Gastgeberland ist. Die Japaner hätten noch höhere Eintrittspreise durchsetzen können und wollen. Wir haben einen vertretbaren Kompromiss gefunden.“ Die Fifa-Einnahmen sind durch die Explosion der Fernsehgelder beträchtlich. Zen-Ruffinen: „Wir haben nichts verlangt, sondern uns nur die Gebote angehört. Sie sind jetzt marktgerecht.“

          Das Kirch-Konsortium hat 1,2 Milliarden Mark dafür hingeblättert, die refinanziert werden müssen. ARD/ZDF zahlen offensichtlich knapp 200 Millionen Mark für ein Drittel der Spiele. Ein weiterer Vertrag besteht bislang nur mit Spanien. In Afrika - außer Südafrika - müssen die WM-Spiele gratis ausgestrahlt werden. Über die bestehenden Spannungen zwischen der und der Europäischen Fußball-Union (Uefa), der wichtigsten unter den sechs Konföderationen, äußerte Zen-Ruffinen sich nur diplomatisch: „Dass es Reibungspunkte zwischen einigen handelnden Personen gibt, ist allgemein bekannt. Aber sie bemühen sich, zum Wohle des Fußballs persönliche Interessen hintenan zu stellen.“

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