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Masters in Augusta : Tiger Woods will es noch schaffen

  • -Aktualisiert am

Tiger Woods in Augusta Bild: EPA

Die Golf-Legende hat sich beim Golf Masters in Augusta wieder der Spitze angenähert. Für den großen Triumph muss er nun aber etwas schaffen, was ihm noch nie zuvor gelang.

          Tiger Woods spielt auch beim dritten Major in Serie um den Sieg mit – und wie in seinen besten Tagen begleiteten den Superstar Jubelstürme. Der 43 Jahre alte Amerikaner geht beim 83. Masters in Augusta mit insgesamt 205 (70+68+67) und zwei Schlägen Rückstand auf den Spitzenreiter Francesco Molinari (203/70+67+66 Schläge) gemeinsam mit dem Italiener auf die Schlussrunde. Das Spitzentrio komplettiert der 29 Jahre alte Amerikaner Tony Finau (205/71+70+64).

          Weil für den Nordosten des Bundesstaates Georgia am Sonntagnachmittag heftige Gewitterstürme vorhergesagt sind, wurden alle Startzeiten in den frühen Vormittag verlegt. Die 65 Spieler, die den Cut überstanden, gehen statt in Duos in Dreiergruppen von 7.30 Uhr Ortszeit (13.30 Uhr MESZ) an sowohl vom ersten als auch vom zehnten Abschlag auf die letzte Runde. Molinari, Woods und Finau schlagen um 9.20 Uhr Ortszeit (15:20 Uhr MESZ) ab.

          Nachdem Woods an den ersten beiden Tage sieben Putts aus weniger als drei Metern Entfernung verpasst hatte, agierte er diesmal auf den Grüns traumhaft sicher, lediglich einen Eagle-Putt am 8. Loch konnte aus dreieinhalb Metern nicht versenken. „Das fühlt sich gar nicht wie Augusta an“, sagte Tiger Woods zu der ungewöhnlichen Schlussrunde „sonst kann man als Führender immer ausschlafen.“ An diesem Sonntag wollte Woods um 4.00 Uhr in aller Herrgottsfrühe aufstehen, um seinen Körper auf die große Chance vorzubereiten, zum fünften Mal ins grüne Siegerjackett zu schlüpfen und damit seinen 15. Major-Titel zu gewinnen.

          Damit ihm dieser Coup gelingt, muss der Publikumsliebling etwas schaffen, was ihm vorher noch nie gelang, nämlich einen Rückstand am Schlusstag bei einem der vier Traditionsturniere wettmachen. Bei seinen 14 Major-Siegen war er immer von der Pole Position auf die letzten 18 Löcher gegangen. Zudem wird er in der Schlussrunde wieder zusammen mit Molinari unterwegs sein – für den Weltranglistensiebten aus Turin ein gutes Omen?

          Bei der British Open in Carnoustie (Schotlland) im Vorjahr hatte Molinari den langjährigen Primus im direkten Duell besiegt. Molinari gewann als erste Italiener ein Major, Woods fiel mit drei Schlägen Rückstand auf den geteilten sechsten Platz zurück. Trotzdem wollte sich der in London lebende Molinari nicht als Favorit bezeichnen, zumal bei seinen sieben Masters-Teilnahmen zuvor nie besser als auf Rang 19 im Jahr 2012 abgeschnitten hatte. „Im Golf kann alles passieren. Ich weiß nicht, ob die Paarung mit Tiger für mich ein positives Zeichen ist.“, sagte Molinari zu dem kommenden Duell mit dem Woods. „Ich wäre froh, wenn ich nur auf Tiger achten müsste. Auf diesem Platz kann man sehr niedrige Runden spielen, und vielleicht gelingt jemand morgen eine mit sieben oder acht Schlägen unter Par.“

          Der 6.800 Meter lange Platz des Augusta National Golf Club spielt sich durch die starken Regenfälle der letzten Tag zwar „länger“, weil die Bälle auf den Fairways nicht so weit rollen, aber dafür sind die Grüns weicher, der Ball stoppt schneller. „Bei solchen Bedingungen werden auf der PGA Tour immer ganz niedrige Runden gespielt“, sagte Webb Simpson, der wie Finau und der Amerikaner Patrick Cantlay mit 64 Schläge die niedrigste Runde des Tages ablieferte. Simpson, der US-Open-Champion von 2012 und Player-Champion von 2018, kann sich als Fünfter mit vier Schlägen Rückstand, ebenso noch Hoffnungen auf den Sieg machen, wie sein Landsmann Brooks Koepka, der mit drei Major-Erfolgen in den vergangenen beiden Jahren für Furore gesorgt hatte. Der 28 Jahre alte Weltranglistenvierte liegt als Vierter nur drei Schläge hinter Molinari.

          Der Italiener Francesco Molinari führt das Feld an Bilderstrecke

          Die beiden einzigen Deutschen im Feld haben wie erwartet mit dem Ausgang dieses Turniers nichts zu tun. Bernhard Langer beginnt die Schlussrunde nach insgesamt 218 (71+72+75)  Schlägen auf Rang 50. Martin Kaymer benötigte in den ersten drei Runden 219 (73+74+72) Schläge und startet in den Schlusstag auf Rang 57. Der 61 Jahre alte Langer vermasselte sich seine Runde mit einem Bogey und einem Doppelbogey am Samstag an den beiden Schlusslöcher. „Ein bescheuertes Finish, das kann man nicht schön reden“, sagte der Routinier. Ohne diese Ausrutscher hätte es auch für den Wahl-Amerikaner aus Anhausen für eine Par-Runde von 72 Schlägen gereicht, eine Zahl, die Kaymer als gutes Ergebnis auf diesem Platz bezeichnete. „Es war ein unspektakuläre Runde, zwei Bogeys, zwei Birdies“, bilanzierte Kaymer. Immerhin fand Kaymer auch etwas Positives: „Ich habe heute freier geschwungen.“

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