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Martina Hingis : Die Pausen werden länger, die Zukunft bleibt ungewiss

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Wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr: Martina Hingis Bild: dpa

Gerade einmal 22 Jahre alt, muss sich Tennis-Star Martina Hingis mit dem Karriereende befassen. Ihr lädierter Knöchel lässt noch kein Comeback zu.

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          Es kann gut sein, dass Martina Hingis auf einem Center Court nicht mehr in Aktion zu erleben ist. Noch kämpft die einstige Weltranglisten-Erste gegen diese Vorstellung. Die Karriere in absehbarer Zeit zu beenden, darüber habe sie aber zuletzt schon nachgedacht, erzählte die 22-Jährige vor dem diesjährigen Showdown der weltbesten 16 Tennis-Damen in Los Angeles, wo sie eigentlich niemand erwartet hatte.

          Die Women's Tennis Association (WTA) wollte jedoch, dass die verletzte Eidgenossin bei den am Mittwoch begonnenen Championships vor Ort ist. Und es bereitet ihr sichtlich Freude, mal nicht als Spielerin im Rampenlicht zu stehen. Bestens gelaunt, stets ein Lächeln auf den Lippen ist die viel Gefragte um keine Antwort verlegen.

          Der Knöchel bremst den Tatendrang

          Sie genießt die Auszeit nach Herzenslust. Sie tue ihr unheimlich gut, sagt die 40-malige Turniersiegerin, die im Januar bei den Australian Open noch einmal bis ins Finale vorgestoßen war. Endlich kann sie das machen, wozu sie sie spontan Lust hat. „Ich war gerade in Sölden drei Tage Skilaufen“, berichtet sie. „Ich gehe Reiten und mit meinen Freunden solange aus, wie ich will“. Sie ist „richtig glücklich mit meinem Leben“. Ihr fehlen weder das tägliche Training noch die Wettkämpfe.

          Gelegentlich schwingt sie auch jetzt den Schläger. So wie unlängst, als sie gegen Chanda Rubin ein Trainingsmatch spielte. Doch musste sie schmerzhaft feststellen, dass ihr Leistungsvermögen bei weitem nicht ausreicht, um der als Nummer 14 geführten Amerikanerin Paroli bieten zu können. Ihr Körper zwickt, ist noch nicht wieder wie gewohnt belastbar. Vor allem der nach einem dreifachen Bänderriss am 20. Mai operierte linke Knöchel bremst sie in ihrem Tatendrang.

          22: Das ideale Alter, um ein neues Leben zu beginnen

          Deshalb verschwendet die gebürtige Slowakin derzeit auch keine Gedanken an eine Rückkehr in den Tenniszirkus, den sie von März 1997 bis Oktober 2001 insgesamt 209 Wochen als Nummer 1 angeführt hatte. Ohnehin stellt sich die Frage, ob die auf Ranglistenplatz zehn abgerutschte fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin überhaupt noch einmal im Elitezirkel aufschlägt. „Ich setzte mich nicht unter Druck und werde nichts überstürzen“, macht sie klar. „Zudem werde ich nur zurückkommen, wenn ich hundertprozentig fit bin und die Überzeugung habe, wieder ganz vorn mitzuspielen“.

          Und wenn das nicht so ist? Darüber möchte sie noch nicht spekulieren. Einige Freunde hätten aber auch schon gemeint, sie könne doch aufhören, nachdem sie in den zurückliegenden zwei Jahren immer wieder mehrere Monate aussetzen musste. 22 Jahre seien ein ideales Alter, um ein Leben nach dem Tennis zu beginnen. Zumal sie allein durch ihre Preisgelder von mehr als 18 Millionen Dollar keine finanziellen Sorgen hat. Vorerst will sie die kalifornische Sonne genießen und ihre Rivalinnen bei ihrer schweißtreibenden Arbeit unterm Hallendach des Staples Centers beobachten.

          Die Schwestern Serena und Venus Williams dürften nur schwer zu schlagen sein, glaubt nicht nur Hingis, die bis zum montäglichen Finale der mit drei Millionen Dollar dotierten Championships aber nicht ausharren wird. Schon für Donnerstag hat sie den Rückflug gebucht. Es gibt eben auch noch andere Dinge im Leben.

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