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Schmerzen bei den British Open : Das starke Handicap des Martin Kaymer

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Martin Kaymer: Eigentlich sind die British Open für ihn das wichtigste Turnier des Jahres. Bild: EPA

Die British Open sind für Martin Kaymer das wichtigste Turnier des Jahres. Doch anhaltende Schmerzen machen es Deutschlands bestem Golfer derzeit schwer, seine beste Leistung zu zeigen.

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          Eigentlich täten Martin Kaymer ein paar Tage Ruhe gut. Für die nächste Woche ist schon eine Pause geplant. Eine gereizte Bizepssehne in der linken Schulter schmerzt seit Ende Mai, bei der British Open im Royal Birkdale Golf Club in Southport gar so stark, dass der Golfprofi aus Mettmann das Schmerzmittel Ibuprofen, wie er es formuliert, „wie M&M’s“ einwarf. Nach dem vorzeitigen Aus bei der Scottish Open in der Vorwoche hatte er vier Tage keinen Schläger angefasst und nur am Mittwoch eine Proberunde über neun Löcher gespielt.

          Zwei tägliche Behandlungen brachten nur etwas Erleichterung. Besonders auf dem harten Untergrund des Links Courses an der englischen Westküste bereitet jeder Ball-Boden-Kontakt mit den Eisen stechende Pein. Auch bei den Abschlägen traute er sich oft nicht, voll durchzuziehen. Der Reflex, den Schmerz zu vermeiden, war oft einfach stärker. Doch weil für den 32 Jahre alten Rheinländer „The Open Championship“ das wichtigste Turnier des Jahres ist, er das Spiel in den Dünen der britischen Inseln liebt, setzte er alles daran, bei seiner zehnten Teilnahme am ältesten Turnier der Welt nicht zum zweiten Mal am Cut zu scheitern und biss sich durch: „Auf den ersten neun Löcher ging es noch, aber auf den zweiten neun wurde der Schmerz immer stärker.“

          Am Freitag, als der ständig wechselnde Wind mit bis zu 30 Kilometer in der Stunde den 156 Spieler das Leben schwermachte, bewertete der einzige Deutsche im Feld seine Leistung als besser als am Vortag. „Ich habe heute super gespielt, meinen Score gut zusammengehalten, doch die Bogeys am 16. und 18. Loch, als der Ball nach guten Abschlägen ins Rough versprang, waren echt bitter“, analysierte Kaymer. Diese Missgeschicke verdarben ihm ein besseres Ergebnis. Wie schon am Donnerstag benötigt er auch am Freitag 72 Schläge (zwei über Par). Mit dem Gesamtergebnis von vier Schlägen über Par gehörte er bei Ende seiner Runde zunächst nicht zu den Top 70, die bei diesem Major am Wochenende mitspielen dürfen. So musste Kaymer bis zum Ende der zweiten Runde warten, wie die Kollegen am Nachmittag und frühen Abend mit den schwierigen Bedingungen fertig wurden. „Ich werde jetzt die Ergebnisse der anderen verfolgen“, sagte Kaymer der sich auch als Fan von „The Open“ outete: „Es ist auch am Fernseher das schönste Turnier.“ Und am Ende reichte es: Die Konkurrenz machte zu viele Fehler – Kaymer überstand den Cut und qualifizierte sich für die entscheidenden Durchgänge am Wochenende.

          Auch wenn Ergebnisse über dem Platzstandard nicht den hohen Ansprüchen eines ehemaligen Weltranglistenersten (derzeit rangiert er auf Rang 61) mit zwei Major-Siegen (PGA Championship 2010 und US Open 2014) genügten, gab es für Kaymer dennoch erfreuliche Erkenntnisse. Erstmals wagte er den Wechsel zu einem neuen Putter. „Besonders bei den Putts aus weniger als vier oder drei Metern gibt dieser Putter mir mehr Stabilität. Ich habe sehr gut geputtet.Auch als Texas-Wedge funktioniert er gut“, lobt Kaymer sein neues Arbeitsgerät.

          Mit Texas-Wedge werden im Golf Schläge mit dem Putter von außerhalb des Grüns bezeichnet, eine Technik, die Kaymer bei seinem US-Open-Triumph in Pinehurst schon einmal gute Dienste leistete. Kaymer muss am Montag für einen seiner Sponsoren einen Kundentermin wahrnehmen, danach soll Ruhe für Schmerzfreiheit sorgen, damit er am nächsten Turnier der World Golf Championships (3. bis 6. August) in Akron (Ohio) fit ist. Sollte das nicht klappen, auch eine längere Pause ohne volle Golfschwünge schreckt Kaymer nicht: „Nach meinem Unfall mit einem Gokart 2009 konnte ich auch nur Putten und Chippen und danach hatte ich zwei tolle Jahre.“

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