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Markus Rosenberg : Markus Rosenberg Ein neuer Anlauf

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Viel gesprochen hat Markus Rosenberg früher nie, wenn nach einem Spiel die Journalisten auf ihn warteten. Für einen Schweden tat er sich ziemlich schwer mit der deutschen Sprache, aber er versteckte sich auch gern dahinter, nicht gut genug Deutsch zu können.

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          Viel gesprochen hat Markus Rosenberg früher nie, wenn nach einem Spiel die Journalisten auf ihn warteten. Für einen Schweden tat er sich ziemlich schwer mit der deutschen Sprache, aber er versteckte sich auch gern dahinter, nicht gut genug Deutsch zu können. So kam er mit ein paar Phrasen davon, obwohl er schon seit 2007 für Werder Bremen spielte. Dass andere im Mittelpunkt standen, gefiel dem Südschweden gut.

          Deutsch kann Rosenberg inzwischen passabel. Weil er am Samstag beim 2:0 der Bremer gegen den 1. FC Kaiserslautern aus zwei Gründen die Attraktion des Spiels war, musste er in der Interviewzone länger ausharren. Und erzählen. Rosenberg hat nämlich einen ungewollten Auslandsaufenthalt hinter sich. Ein Jahr lang musste er für Racing Santander spielen und sich als Leihspieler im spanischen Abstiegskampf beweisen, weil es für ihn im vergangenen Sommer bei Werder nicht mehr voranging als Stürmer Nummer drei hinter Claudio Pizarro und Hugo Almeida. Jetzt ist Hugo Almeida in der Türkei, Pizarro verletzt und Rosenberg wieder da. Seine Tore (60. und 81. Minute) sorgten dafür, dass es nach langer Pause mal wieder ein kleines Fußballmärchen an der Weser gab. Für den zurückhaltenden Rosenberg aber eines, das man in wenige Sätze zusammenfassen kann: "Viele sagen, ich hatte ein gutes Jahr in Spanien. Jetzt muss ich das bei Werder nachweisen."

          Ganz so einfach ist es nicht in der Liaison zwischen den Bremern und dem 28 Jahre alten Stürmer aus Schonen. Ziemlich oft sind Klubchef Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf fast verrückt geworden, weil es dem beidfüßigen, schnellen, kopfballstarken Profi misslang, beständig zu spielen. Die Geschichte der Ausleihe illustrierte Rosenbergs Wandel zwischen gut und schwach am besten: in der Serie 2009/2010 hatte Rosenberg irgendwann die Lust verloren, um einen Stammplatz zu kämpfen. "Er hat sich runterziehen lassen, auch von seinem Umfeld", erklärte Allofs am Samstag, "er hatte ein schreckliches Jahr hier." Deswegen stand fest, dass er trotz eines Vertrages bis 2013 ausgeliehen werden sollte. Mit diesem Damoklesschwert über sich schoss Rosenberg dann vor einem Jahr bei Sampdoria Genua das Tor (in der 93. Minute), das Werder in die Champions-League-Hauptrunde brachte. "Mein Traum wäre, bei Werder zu bleiben und zu spielen", sagte er damals leise. Doch Allofs blieb hart, und bald war die Ausleihe in den spanischen Norden perfekt. Bei Racing Santander war alles anders: "Da kämpft man vor allem", sagt Rosenberg. 33 Mal spielte er von Anfang an, erzielte neun Tore, dazu gab er acht Vorlagen - Racing entging dem Abstieg und wurde Zwölfter.

          Rosenbergs gute Leistungen blieben in Bremen nicht unbemerkt. Dreimal beobachtete ihn der ehemalige Profi Frank Baumann, der inzwischen als Allofs' Assistent arbeitet. Im Frühjahr stand fest, dass Werder die Ausleihe beenden würde. Diesen gereiften Rosenberg wollten sie zurück haben. "Manchmal muss man sehen, wie es woanders ist, um die Bundesliga schätzen zu können", sagte Allofs, "diese Erfahrung hat er für sich mitgebracht." Die Konkurrenz in Bremen ist aber nirgends größer als im Sturm. Rosenberg warb am Samstag schüchtern für sich: "Ich habe zwei Tore geschossen. Das verbessert meine Position. Aber wir haben sechs Stürmer."

          Kehrt Pizarro zurück, ist er gesetzt. Dann kämpft Rosenberg mit Thy, Wagner, Arnautovic und Avdic um den zweiten Platz. Einen kleinen Vorsprung habe er sich in der Vorbereitung erarbeitet, versicherte Schaaf: "Wir sehen ihn jetzt zielstrebiger. Er bringt sich besser ein." Daran kann Rosenberg in dieser Trainingswoche weiter arbeiten - der schwedische Nationaltrainer Hamrén hat vier andere Angreifer für den Test gegen die Ukraine eingeladen.

          fei.

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